Das bieten die Musik-Streamingdienste

Spotify oder YouTube Music: Was ist besser?

26.10.2021 von Tim Kaufmann

Millionen von Songs, aber auch Podcasts, Hörbücher und Musikvideos - im Kampf um Kunden geben Spotify und YouTube Music alles. Wir zeigen die großen Unterschiede zwischen den Anbietern und geben Tipps zur Auswahl.

ca. 5:55 Min
Ratgeber
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Logos von Spotify und Youtube Music
Spotify oder Youtube Music: Welcher Dienst eignet sich für wen?
© Spotify / Youtube

"Wieviele Songs für wieviel Euro pro Monat"? Diese früher entscheidende Frage hilft bei der Wahl zwischen Spotify und YouTube Music nicht weiter. Beide Streaminganbieter bieten eine vergleichbar umfangreiche Musikauswahl und geben sich auch bei den monatlichen Kosten nicht viel.

Bonusfunktionen werden hingegen immer wichtiger, zum Beispiel exklusive Podcasts, Live-Konzerte oder eine breite Auswahl unterstützter Ausgabegeräte. Genau hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Spotify und YouTube Music, denen wir nachgegangen sind.

Sie können Spotify und YouTube Music jeweils 30 Tage lang kostenlos mit vollem Funktionsumfang testen. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um sich ergänzend zu unseren Tipps einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Spotify vs. Youtube Music: Angebot und Empfehlungen

Spotify und YouTube Music nutzt man hauptsächlich, um Musik zu hören. Das Angebot bei beiden Plattformen ist riesig: Spotify spricht von über 70 Millionen Songs, YouTube kommt auf über 80 Millionen Songs (Zahlen via Wikipedia Stand Oktober 2021). Auf Lücken trifft man heute - anders als in den Anfangszeiten des Musikstreamings - nur noch selten.

Aber je weiter Ihr Musikgeschmack vom Mainstream abweicht, um so größer wird das Risiko, dass Sie doch mal einen Künstler oder zumindest manche Titel nicht finden.

In solchen Fällen sind Sie bei YouTube Music besser aufgehoben, zumindest wenn Sie die fehlenden Songs noch lokal gespeichert haben. Über die Funktion "Musik hochladen" können Sie die fehlenden Lieder Ihrer Sammlung hinzufügen - bis zu 100.000 Stück! Anschließend stehen sie Ihnen in der YouTube Music App zur Wiedergabe zur Verfügung. Eine vergleichbare Funktion bietet Spotify nicht.

Abseits des Musikangebots sind die Unterschiede zwischen den beiden Diensten größer. Spotify setzt zuletzt intensiv auf Podcasts und hat hier ein großes Angebot aufgebaut, in dem Sie viele exklusive Podcasts prominenter Persönlichkeiten finden, darunter zum Beispiel "Fest und Flauschig" von Jan Böhmermann und Olli Schulz.

Außerdem führt Spotify zahlreiche Hörbücher sowie Hörspiele. Unseren Stichproben zufolge ist Spotify hier besser aufgestellt als YouTube Music. Dessen Stärke liegt wiederum im Bereich der Musikvideos. Angesichts des über Jahre gewachsenen Videokatalogs von YouTube verwundert das wenig. YouTube Music liefert außerdem Eigenproduktionen (die "YouTube Originals") und ausgesprochen viele Konzertmitschnitte.

Darunter befindet sich regelmäßig exklusives Live-Material, das wir weder bei Spotify noch bei anderen großen Anbietern wie Amazon Prime Music und Apple Music finden.

Sehr gut streiten lässt sich über die Qualität der Empfehlungssysteme der beiden Dienste. Anhand der bisher gehörten Musik liefern sie Vorschläge für neue Musik, die Ihnen ebenfalls gefallen könnte. Spotifys Empfehlungssystem gilt dabei gemeinhin als der Maßstab, den bislang kein anderer Streamingdienst übertrifft.

Aber auch über YouTube Music werden wir regelmäßig auf interessante Titel aufmerksam. Dass YouTube in seine Empfehlungen auch andere Infos einbezieht (unseren Aufenthaltsort, andere Videos die wir auf YouTube sehen usw.) mag dabei eine Rolle spielen. Am besten nutzen Sie die Gratiszugänge, um herauszufinden, welches System Ihnen besser gefällt.

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Spotify vs. Youtube Music: Unterschiede in der Praxis

Beide Dienste bieten Apps für Android und iOS an und sind auch im Browser verfügbar (Spotify | YouTube). Hier gibt es also keinen prinzipiellen Unterschied. Wenn Sie Ihren künftigen Streaming-Anbieter aber am PC über eine eigenständige Software nutzen möchten, dann sind Sie bei Spotify richtig aufgehoben. Die Spotify App gibt es nämlich auch für Linux, macOS und Windows.

Hinsichtlich der Wiedergabegeräte abseits von Handy, Tablet und PC zeigen sich beide Dienste breit aufgestellt. Für viele Gadgets, zum Beispiel Streaming Clients, Fernseher und Gaming Consolen, finden Sie eigenständige Spotify- beziehungsweise YouTube Music Apps in den jeweiligen App Stores.

Auch in Autos mit Android Auto beziehungsweise Apple CarPlay erscheinen die Apps der beiden Musikanbieter auf dem Armaturenbrett.

Screenshots der Youtube Music App
Youtubes App wirkt aufgeräumt und bietet mit dem Zufallsmix und dem Offline-Mixtape datensparende Funktionen für unterwegs.
© Screenshot: Tim Kaufmann / PC Magazin

@BU: Youtubes App wirkt aufgeräumt und bietet mit dem Zufallsmix und dem Offline-Mixtape datensparende Funktionen für unterwegs.

Einfach entspannt zurücklehnen und mit dem Handy steuern, was auf den Lautsprechern im Wohnzimmer, der Soundbar im Schlafzimmer oder dem Bluetooth-Lautsprecher auf dem Terrassentisch abgespielt wird - das geht mit den Apps beider Dienste. Sie können sowohl Bluetooth-Lautsprecher anfunken als auch Google Chromecast (auf Android-Handys) und Apple AirPlay (auf iPhones und Macs) für die Wiedergabe nutzen.

Mit "Spotify Connect" bietet Spotify noch ein eigenes System zur Wiedergabesteuerung auf kompatiblen Geräten im Netzwerk. Am besten checken Sie, für welche Ihrer Geräte Apps der beiden Anbeiter erhältlich sind. Gibt es keine, dann sind Spotify Connect und Google Cast die nächstbeste Wahl, weil sie Verbindungsprobleme minimieren und den Handy-Akku schonen. Darauf folgen Bluetooth und AirPlay.

Übersichten, die Ihnen bei Ihrer Recherche hilfreich sind, finden Sie bei Spotify (unter "Hilfe - Geräte") und YouTube.

Tipp: Fehlt eine YouTube Music App für eines Ihrer Systeme, dann kann die YouTube-App ein geeigneter Ersatz sein. Nachdem Sie sich dort mit Ihrem Benutzerkonto angemeldet haben, erscheinen Ihre Songs in der Kategorie "Musik".

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Spotify vs. Youtube Music: Die Kosten

Spotify bietet schon in der Gratis-Version den Zugriff auf alle Songs, Podcasts und Hörbücher. Die wichtigsten Einschränkungen: Sie können Lieder nicht gezielt abspielen, sondern landen über die Suchfunktion immer nur bei Playlists, die den gewünschten Song enthalten.

Das Überspringen von Titeln ist speziell am Handy nur eingeschränkt möglich und die Offline-Wiedergabe nicht verfügbar. Wer Spotify unterwegs am Handy nutzt benötigt dafür also zwangsläufig mobile Daten. Außerdem schiebt Spotify alle paar Tracks etwas Werbung dazwischen.

Die kostenpflichtige Variante von Spotify heißt Spotify Premium. Für diese bietet der Streamingdienst eine Reihe verschiedener Produkte an, zwischen denen Nutzende wählen können:

  • Los geht‘s beim günstigen Studententarif für 4,99 Euro im Monat, für den man aber - der Name verrät es - Student an einer Hochschule sein muss.
  • Für 9,99 Euro pro Monat gibt es den vollen Spotify-Funktionsumfang für einen Nutzer.
  • Paare, die unter einem Dach leben, kommen im Tarif Duo für 12,99 Euro/Monat zu zweit bei Spotify unter, sparen also etwa 7 Euro im Vergleich mit zweimal Spotify Premium Individual.
  • Noch größer fällt die Ersparnis im Tarif Family aus. Er enthält sechs Spotify-Premium-Konten für 14,99 Euro/Monat und bietet Zusatzfunktionen wie die Family Playlist und die für Kinder optimierte App „Spotify Kids“.

Auch YouTube bietet einen Gratistarif an, mit dauerhaftem Zugang zu allen Songs und einigen Nachteilen. Wie bei Spotify müssen Sie mit Werbung leben und können Musik nicht zum Offline-Hören herunterladen. Hinzu kommt, dass die YouTube Music App am Handy im Vordergrund bleiben muss, ansonsten pausiert sie die Wiedergabe.

Die kostenpflichtige Variante heißt YouTube Music Premium. Die oben genannten Nachteile entfallen und YouTube legt mit Audiomodus, Zufallsmix und Reisen noch eine Schippe drauf.

Am wichtigsten finden wir den Audiomodus. Er spart auf Knopfdruck Daten, indem er Musikvideos ohne Bild abspielt. Der Zufallsmix richtet sich ebenfalls an Datensparer. Er erstellt eine Playlist aus Musik, die bereits auf dem Handy gespeichert ist.

„Reisen“ bedeutet, dass Sie in der YouTube Music App gespeicherte Musik auch dann bis zu sechs Monate lang nutzen können, wenn Sie sich in einem Land aufhalten, in dem der Dienst nicht angeboten wird. YouTube Music Premium kostet

  • für einen Nutzer monatlich 9,99 Euro
  • im Familientarif (bis zu fünf Mitglieder) 14,99 Euro/Monat
  • für Studenten 4,99 Euro/Monat

Tipp: Wer YouTube intensiv nutzt, der guckt mit YouTube Premium noch komfortabler. Das Abo enthält YouTube Music Premium, schaltet YouTube werbefrei und lässt Sie Videos im Hintergrund abspielen - auch offline. Der Preis für das Monatsabo liegt um 2 Euro über dem für YouTube Music Premium (3 Euro beim Familientarif).

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Fazit

Unser persönliches Fazit lautet: Spotify ist der zuverlässige Allrounder, mit dem Sie speziell im Bereich Musik, Podcasts und Hörbücher/Hörspiele richtig liegen. Das über Jahre hinweg gereifte Empfehlungssystem fördert regelmäßig unbekannte oder zumindest länger nicht mehr gehörte Titel zutage.

YouTube Music finden wir dann spannend, wenn Sie Musik auch gerne sehen möchten und/oder sich für seltene Live-Aufnahmen begeistern. Podcasts und Hörspiele/Hörbücher sollten für Sie weniger wichtig sein.

Wer YouTube generell intensiv nutzt, der sollte YouTube Music via YouTube Premium abonnieren und wird auf diese Weise die Werbung auf YouTube generell los.

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