Schluss mit unerwünschter Werbung

Spam-Mails blockieren: So halten Sie Ihr Postfach sauber

Spam-Mails sind lästig - und teilweise gefährlich. Doch mit den richtigen Tools können Sie die Nerv-Werbung blockieren. Wir geben 6 Tipps.

Spam-Mails blockieren

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Tag für Tag werden weltweit rund 300 Milliarden Spam Nachrichten verschickt. Die Chance, dass auch in Ihrem Mail Postfach solche unerwünschten Nachrichten landen, ist entsprechend hoch. 

Spam-Mails enthalten nicht mehr nur penetrante Werbung für Potenzmittel, Bitcoin-Trader und obskure Finanzanlagender Anteil der gefährlichen Phishing-Nachrichten steigt kontinuierlich. Damit versuchen Kriminelle, Sie auszuspionieren und an die Zugangsdaten Ihrer Bankkonten sowie an Ihre Paypal- und Shop-Accounts zu gelangen. Laut einer aktuellen Kaspersky-Studie lag Deutschland erneut weltweit an erster Stelle, was gefährliche E-Mail-Anhänge oder -Links anbelangt. 

Mit den passenden Tipps und Tools können Sie die Spamflut leicht eindämmen und Phishing-Nachrichten zuverlässig in den Papierkorb schicken; zumal lernfähige Spamfilter bei täglicher Nutzung permanent besser werden und kaum noch Fehler bei der Erkennung machen.

Tipp 1: Den eingebauten Spam-Filter beim Mail-Provider einschalten

Sollten Sie Ihre Webseite samt Mail-Postfach bei einem Provider wie 1&1, Domainfactory und Strato selbst verwalten, können Sie in den Mail-Einstellungen einen Spamfilter aktivieren. Dann werden erkannte Spam-Mails – je nach eingestellter Option – direkt gelöscht oder mit einem Zusatz wie [SPAM] versehen. In Ihrem Mail-Programm lassen sich solche Nachrichten dann mittels einer Regel in einen Spam-Ordner verschieben und kontrollieren. 

Bei Online-Mail-Anbietern wie Google, GMX, Outlook und Web.de ist ein Mail-Filter standardmäßig aktiv und verschiebt als Spam erkannte Nachrichten in einen entsprechenden Ordner. Empfangen Sie die Nachrichten via IMAP-Protokoll auf dem PC, Smartphone oder Tablet, wird die Ordner-Struktur 1:1 im Mail-Programm abgebildet. Sie brauchen sich um nichts zu kümmern.

GMX Spamfilter

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Mail-Dienste wie GMX stellen eigene Spamfilter zum Schutz der Postfächer bereit.

Tipp 2: Unerwünschte Nachrichten ohne Tools im Mailprogramm filtern

Die beiden beliebtesten Mail-Programme Outlook und Mozilla Thunderbird besitzen eigene Spamfilter. In Outlook gelangen Sie nach einem Rechtsklick auf eine Mail und den Eintrag Junk-E-Mail zu den Junk-E-Mail-Optionen. Hier stellen Sie dann den gewünschten Schutzgrad ein. 

In Thunderbird klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eines Ihrer Konten in der linken Ordnerübersicht und wählen Einstellungen aus. Unter Junk-Filter schalten Sie den Mechanismus ein. Grundsätzlich arbeiten die internen Filter dank der lernfähigen Bayes-Mechanismen gut, aber weniger zuverlässig als spezielle Zusatzprogramme, die weitere Techniken zur Erkennung unerwünschter Nachrichten nutzen.

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Tipp 3: Vorgeschaltete Proxys lassen Spam nicht ins Mail-Programm

Programme wie Super Spam Killer ab 20 Euro und Mailwasher für 35 Euro im Jahr arbeiten unabhängig vom eingesetzten Mail-Client und überwachen Ihre POP3- sowie IMAP-Postfächer. Sie fungieren dabei als Proxy und erkennen Spam bereits auf dem Server, der dazu natürlich in den Einstellungen konfiguriert werden muss.

Gut: Super Spam Killer importiert die Konteneinstellungen aus Outlook ab Version 2007. Zur Erkennung arbeiten die Spamfilter mit Blacklists, die bekannte Spam-Versender und Spam-Adressen enthalten. Um die Nachrichten von Freunden und Kollegen dagegen zu erhalten, pflegen Sie eine Whitelist. Verdächtige Wörter in den E-Mails identifiziert eine dritte Liste mit Filterregeln. Alle Spam-Mails löschen Sie per Mausklick auf dem Server und laden die übrigen Nachrichten anschließend mit Ihrem Mail-Programm auf Ihren Rechner herunter.

Outlook Spamfilter

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In Outlook gibt es einen eigenen Spamfilter, der einen Großteil der unerwünschten Nachrichten erkennt.

Tipp 4: Spamfilter als Erweiterung in Microsoft Outlook installieren

Die in Tipp 3 vorgestellte Proxy-Lösung ist nicht Jedermanns Sache, da ein zusätzliches Programm installiert werden muss. Komfortabler ist es natürlich, die Kontrolle über Spam direkt in Outlook zu haben. Dazu gibt es Erweiterungen wie Spambully und Spamfighter auf der Heft-DVD sowie Spam Reader.

Lesetipp: Schluss mit Spam: Tipps gegen unerwünschte E-Mails

Spambully (30 Euro für die 1-Jahres-Lizenz) setzt auf die Kombination lernfähiger Filter, DNS-basierenden Blackhole-Listen (DNSBL) sowie White- und Black-Listen, die das Tool beim ersten Start auf Basis Ihrer Mails und Kontakte erstellt. Ähnlich arbeitet Spam Reader (39 Euro). Das Tool klinkt sich in Outlook ein und stellt zwei Icons in der Werkzeugleiste bereit. Dort können Sie nicht erkannte Spam-Mails kennzeichnen und fälschlich klassifizierte Mails als gut kennzeichnen. 

Spamfighter Pro (25 Euro) arbeitet Community-basiert. Dazu sammelt das Tool Rückmeldungen seiner rund neun Millionen Nutzer aus über 230 Ländern und aktualisiert auf dieser Grundlage seine Spamfilter. Die Gratisausgabe von Spamfighter bietet weniger Optionen und schützt nur ein Postfach. Trotz der guten Erkennungsraten kann Spamfighter nicht rundum überzeugen. Die Oberfläche des Tools ist altbacken und extrem langsam beim Umschalten zwischen den Optionen.

Add-In Spambully

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Mit einem Add-in wie Spambully halten Sie Outlook spamfrei. Die Erweiterung bietet dazu eine Vielzahl zuverlässiger Filtermechanismen.

Tipp 5: Zurückschlagen und Spammer mit Fehlermeldungen in die Irre führen

Eine sogenannte Bounce-Message wird immer dann automatisch vom Mail-Provider an den Absender der Nachricht zurückgeschickt, wenn eine E-Mail nicht zustellbar ist. Anti-Spam-Tools wie Mailwasher und Spambully sind in der Lage, solche Fehlermeldungen an den Spam-Absender zu senden, sobald eine Nachricht zuverlässig als unerwünscht klassifiziert wurde. Das kann das Spam-Aufkommen eingrenzen, da Ihre Mail-Adresse eventuell nicht mehr verwendet wird – eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht.

Lesetipp: 8 Tipps gegen Spam: So können Sie Spam im Postfach verringern

Tipp 6: Bloß nicht auf Spam antworten und Links in der Nachricht anklicken

Gültige Mail-Adressen sind wertvoll. Daher werten die Spam-Versender aus, ob der Empfänger der Nachricht etwa das Foto einer leichtbekleideten Dame aus Osteuropa in der Mail angeklickt hat. Daher sollten Sie nie Links anklicken sowie den automatischen Empfang von eingebetteten Bildern und den automatischen Versand von Lesebestätigungen abschalten. Auch sollten Sie nicht vorschnell auf den Abmelde-Link in einer unbekannten Mail klicken, der ebenfalls nur zur Bestätigung Ihrer Identität dient.

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