Heimnetz-Wissen

Smart Home: Fritzbox-Aktoren und -Sensoren + Sicherheit

13.10.2017 von Michael Seemann

ca. 3:20 Min
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Router fürs Smart Hom
Über die Automatische Schaltung lässt sich in der Fritzbox eine Schaltsteckdose sehr komfortabel einstellen.
© PC Magazin

Wer seine DECT-fähige Fritzbox als Smart-Home-Zentrale einsetzt, benötigt keinen separaten Smart-Home-Hub, hat dafür jedoch nur wenig Auswahl an Geräten, die sich damit über DECT ULE steuern lassen. Da gibt es zum einen die beiden intelligenten Schaltsteckdosen FritzDect 200 und für den Außeneinsatz die spritzwassergeschützte FritzDect 210. Beide Geräte messen den Energieverbrauch angeschlossener Geräte und besitzen einen Temperatursensor. Hinzu kommen die beiden Heizkörperregler FritzDect 300 und Eurotronic Comet Dect, mit denen sich die Raumtemperatur regeln lässt – unter anderem über einen Zeitplaner. Zusätzliche DECT-ULE-Sensoren wie zum Beispiel ein Bewegungsmelder, Fenster-/Türkontakte oder andere Sensoren stehen momentan leider nicht bereit. Dafür lassen sich die Smart-Home-Geräte in der Fritzbox-Oberfläche auch für den Laien problemlos konfigurieren.

Einbrecher und Heizkosten

Mit den FritzDect-Schaltsteckdosen können daran angeschlossene Lampen automatisch geschaltet und in Abwesenheit Einbrecher abgeschreckt werden. Denn in den Einstellungen des Aktors lässt sich über einen Zeitplaner festlegen, wann die Lampe an- oder ausgeschaltet werden soll – auf Wunsch an jedem Wochentag in abweichenden Zeitfenstern oder auch rein zufällig. Die Schaltung funktioniert auch rhythmisch oder wenn das im FritzDect-Schalter integrierte Mikrofon ein Geräusch ab einer bestimmten Lautstärke registriert (Einstellung Schalten bei Geräusch). Auch die Heizkörperregler werden im Smart Home-Bereich der Fritzbox-Oberfläche bequem per Wochenplaner mit Komfort- und Spartemperatur eingestellt.Mehrere Schaltsteckdosen oder Heizregler werden bei Bedarf unter einer Gruppe zusammengefasst und über einen gemeinsamen Zeitplaner geschaltet, zum Beispiel bei einem größeren Raum mit mehreren Heizkörpern. Weniger sinnvoll ist eine Gruppierung für die Heizregler verschiedener Räume, die zu verschiedenen Zeiten genutzt werden, wie zum Beispiel Küche und Bad.

Direktes Schalten

Neben den verschiedenen automatisierten Schaltungsmöglichkeiten können die mit der Fritzbox verbundenen Aktoren bei Bedarf auch direkt geschaltet oder geregelt werden. Das funktioniert zum einen über die entsprechenden Tasten außen am Gerät, ferngesteuert über ein FritzFon-Schnurlostelefon (Menü / Heimnetz / Smart Home) oder über die kostenlose MyFritz App für Android- und iOS-Smartphones. Die neue, verbesserte MyFritz App 2 steht aktuell leider nur für Android-Geräte bereit.

In einem Mehrpersonen-Haushalt kann es allerdings durchaus problematisch sein, wenn sich Heizregler oder Schaltsteckdosen beliebig von verschiedenen Geräten aus verstellen lassen. Aus diesem Grund kann im Fritzbox-Menü unter Heimnetz/Smart Home bei jedem gelisteten Aktor eingestellt werden, ob sich dieser direkt am Gehäusetaster oder remote regeln lassen soll.

Bei den Schaltsteckdosen ist diese Einstellung allerdings etwas versteckt. Klicken Sie dazu auf das Bearbeiten-Symbol (Stift) des gewünschten FritzDECT-Aktors, und öffnen Sie im Reiter Allgemein am unteren Fensterrand den Link Weitere Einstellungen. Entfernen Sie dort das Häkchen vor Manuelles Schalten per Telefon, App oder Benutzeroberfläche zulassen und bei Bedarf auch noch den Haken vor Manuelles Schalten per Taste am Gerät zulassen. Nun reagiert die besagte Schaltsteckdose nur noch auf die Einstellungen in der Automatischen Schaltung.

DECT ULE schließt DECT Eco aus

Router fürs Smart Home
Hat man wenigstens ein DECT-ULE-Gerät (Heizregler oder Schaltsteckdose) mit der Fritzbox gekoppelt, so ist die DECT-Eco-Funktion für Schnurlostelefone ausgegraut (nicht aktivierbar).
© PC Magazin

Wer eine Fritzbox mit DECT-Basistation besitzt, telefoniert in der Regel auch über ein DECT-Schnurlostelefon. In der Standardeinstellung sendet die Basisstation der Fritzbox kontinuierlich Signale an die angeschlossenen Mobilteile. Elektrosensible Menschen können im Webmenü unter DECT/Basisstation die Einstellung DECT Eco aktivieren und dadurch die DECT-Funkleistung gegen null herabsetzen, solange kein Telefonat erfolgt.

ACHTUNG: Leider funktioniert die Einstellung DECT Eco nicht mit DECT ULE. Wenn Sie einen DECT-ULE-Aktor mit der Fritzbox verbinden, wird die Funktion DECT Eco automatisch deaktiviert und lässt sich anschließend auch nicht mehr einschalten. Die Einstellung ist dann im Webmenü der Fritzbox ausgegraut.

Die einzige Möglichkeit, mit der sich die Funkstrahlung der Basisstation dennoch herabsetzen lässt, ist die Aktivierung der Einstellung DECT Funkleistung verringern. Dann allerdings sinkt die Verbindung zu den angeschlossenen Schnurlostelefonen so stark ab, dass kabellose Telefonate nur noch möglich sind, wenn man in unmittelbarer Nähe (selber Raum) zur Fritzbox telefoniert. Hinzu kommt, dass mit verringerter DECT-Funkleistung auch die DECT-ULE-Reichweite nicht unerheblich abnimmt.

Fazit:

Alle Fritzbox-Benutzer, die kein Problem mit der Standardleistung der DECT-Basisstation im Router haben, erhalten eine durchdachte, einfach einzurichtende Smart-Home-Lösung, mit der sich aktuell jedoch nur zwei Gerätetypen (Heizkörperregler und Schaltsteckdose) steuern lassen. Autarke, batteriebetriebene DECT-ULE-Sensoren (Bewegung, Feuchtigkeit etc.), für die Aufstellung von Szenarien oder intelligenten Regeln, sind im Smart-Home-Router von AVM aktuell nicht vorgesehen. Eine größere Auswahl an verschiedenen Aktoren und Sensoren, die sich miteinander verknüpfen lassen, bieten derzeit nur etablierte Smart-Home-Systeme mit separatem Hub (oder Z-Wave-Funk-Stick). Dabei steigt mit zunehmender Anzahl an Komponenten auch die Komplexität der Smart-Home-Einrichtung und -Steuerung.

Interessant sind dabei vor allem standardisierte Funklösungen wie Z-Wave, die auch Bausteine verschiedener Hersteller in ein Smart-Home-System integrieren.Allerdings kann es auch hier immer wieder vorkommen, dass Ihr Z-Wave-zertifizierter Hub mit dem Sensor des Herstellers A harmoniert, während sich Aktoren des Herstellers B nur mit erheblichem Aufwand mit dem Hub koppeln lassen.

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