Kaufberatung

Ryzen-Mainboard kaufen: Welcher AMD-Chipsatz ist der richtige?

5.7.2021 von Tim Kaufmann

AMD setzt mit Ryzen-CPUs auf den AM4-Sockel. Mit diesem warten die Chipsätze X570 und B550, dazu ferner X470, X370 und mehr. Welcher Chipsatz ist für Sie der Richtige?

ca. 3:15 Min
Ratgeber
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  1. Ryzen-Mainboard kaufen: Welcher AMD-Chipsatz ist der richtige?
  2. X570 und B550: Empfehlungen für Ryzen-Mainboards
AMD Ryzen
Die starken und sparsamen Ryzen-Prozessoren können Sie auf etliche AM4-Mainboards mit verschiedenen Chipsätzen einsetzen. Wir helfen bei der Orientierung.
© AMD

AMDs Ryzen-CPUs sind in vielen Fällen eine günstige Alternative zu Intel-CPUs und vor allem bei Gamern sehr beliebt. Bei der Zusammenstellung eines AMD-PCs gilt es, das richtige Mainboard zu finden. Dessen Hauptbestandteil ist der Chipsatz und davon bietet AMD den Mainboard-Herstellern derzeit gleich sieben verschiedene an.​

Unterteilt sind die Chipsätze in drei Klassen. Laut AMD bilden die „A“-Chipsätze die Einsteigerklasse und die „B“-Chipsätze die Mittelklasse. Die X-Serie richtet sich an besonders anspruchsvolle Nutzer. Erhältlich sind derzeit drei Generationen der Chips. Zur ersten Generation aus dem Jahr 2017 gehören die „300er“, also A320, B350 und X370.

Die zweite Generation mit den Modellen B450 und X470 hat AMD 2018 auf den Markt gebracht. 2019 erschien dann die dritte Generation, vertreten durch das aktuelle Top-Modell, den X570 und den günstigeren B550. AMDs B550A ignorieren wir, denn dabei handelt es sich lediglich um einen B450 unter neuem Namen.​

Die gleichfalls für Ryzen-CPUs geeigneten Chipsätze X300 und A300 klammern wir bewusst aus, denn sie sind für Mini-PCs gedacht. Dort ist kaum mehr als eine Handvoll Boards erhältlich. Deswegen konzentrieren wir uns auf klassische Desktop-Systeme.

Ryzen: Die Specs der Chipsätze

Die folgenden Tabellen zeigen den Funktionsumfang der „Ryzen-Chipsätze“. Auch wenn ein Mainboard den gewünschten Chipsatz enthält, sollten Sie seine Beschreibung aufmerksam lesen. Für Mainboard-Hersteller ist der Chipsatz nämlich nur die Ausgangsgrundlage. Sie müssen nicht alle Chipsatz-Funktionen umsetzen, können die vom Chipsatz angebotenen Ressourcen unterschiedlich nutzen (insbesondere bei der Zahl und Leistungsfähigkeit von USB-, SATA- und NVMe-Anschlüssen) und können weitere Funktionen durch zusätzliche Chips hinzufügen. ​

Ryzen-Mainboard: Chipsätze und Specs
Das sind die Specs der aktuellen AMD-Chipsätze für leistungsfähige Desktop-PCs.
© pc-magazin.de
Ryzen-Mainboard: Chipsätze und Specs
Diese Chipsätze gibt es weiterhin für AMD-CPUs. In fast allen kompatiblen Fällen benötigen Sie für aktuelle Ryzen-Chips ein BIOS-Update
© pc-magazin.de

Erklärungen zur Chipsatz-Übersicht

Die Tabellen enthalten einige technische Daten auf einen Blick. So lesen Sie sie:

  • Offiziell unterstützte CPUs: Es gibt vier Generationen von AMDs Ryzen-CPUs. Den Anfang machten die CPUs auf Basis der Zen-Architektur (2017). Im Jahr 2018 stellte AMD die etwas verbesserten CPUs der Zen+-Serie vor. 2019 sind dann die ersten Zen-2-CPUs in den Handel gekommen und Zen 3 hat AMD Anfang 2021 vorgestellt. Aufgrund dieser Vielfalt ist es wichtig, dass Sie ein Mainboard auswählen, dass zur gewünschten CPU kompatibel ist. Unsere Tabellen geben die Marschrichtung vor, die konkreten Infos finden Sie in der Mainboard-Beschreibung auf der Hersteller-Website.

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  • Anbindung Chipsatz/CPU: Arbeitsspeicher und dedizierte GPU werden üblicherweise direkt mit der CPU verbunden, gelegentlich auch ein Teil der NVMe- und USB-Anschlüsse. Andere Anschlüsse werden über den Chipsatz an die CPU gekoppelt. Je schneller die Verbindung zwischen CPU und Chipsatz, um so mehr Leistung steht Mainboard-Herstellern für die Ankopplung von Geräten an den Chipsatz zur Verfügung.
  • AMD StoreMI: StoreMI erlaubt die Verknüpfung von schnellem, aber teurem SSD-Speicher mit langsamem, aber preiswertem Festplatten-Speicher, ähnlich wie Intels Optane Memory. Unter gleichzeitiger Zuhilfenahme eines Teils des Arbeitsspeichers sind laut AMD bis zu 9,8-fach schnellere Anwendungsstarts möglich. Den 400er- und 500er-Chips liegt die entsprechende Software bereits bei. Für die 300er-Chipsätze erzielen Sie vergleichbare Ergebnisse mit Hilfe von FuzeDrive (ab 20 USD), auf dem StoreMI basiert.
Ryzen-Mainboard: Welcher Chipsatz für welche Ryzen-CPU?
Ob ein Chipsatz eine CPU unterstützt hängt auch davon ab, ob es sich um die CPU-Variante mit integriertem Grafikprozessor handelt oder nicht.
© AMD
AMD B550 Chipsatz für Ryzen-CPUs
Am Beispiel des Chipsatzes B550 zeigt AMD, welche Geräte an die CPU angeschlossen werden und welche am Chipsatz.
© AMD

B550 ist die aktuelle Empfehlung

Boards mit B550-Chipsatz sind für die Mehrzahl aller Ryzen-Käufer die richtige Wahl sein. Der Chipsatz bietet alle Funktionen, die für einen guten Büro-PC oder einen nicht allzu teuren Spiele-PC wichtig sind. Die Auswahl an einschlägigen Mainboards ist groß und preislich geht es gesittet zu. Beim B550 koppelt AMD den Chipsatz mit PCIe 3.0 an die CPU. Gegenüber Vorgängern aus der 400er Serie ist das ein deutlicher Gewinn.

Der B550 ist offiziell kompatibel zu CPUs aus AMDs Zen 3 Familie. Zen 2 wird ebenfalls unterstützt, hier aber nur die CPUs ohne integrierte GPU. Inoffiziell haben Mainboard-Hersteller wie ASUS und MSI auch Zen+-CPUs mit APU auf einem B550-Board zum Laufen gebracht. Das könnte eine Möglichkeit sein, eine ältere CPU auf einem aktuellen Board in Betrieb zu nehmen.

X570 für anspruchsvolle Nutzer

AMDs aktuelles Spitzenmodell, der X570 verträgt sich nicht nur mit Zen-2- und Zen-3-CPUs, sondern auch - ganz offiziell - mit Zen+. Zugleich schlägt es als derzeit einziger Chipsatz die Brücke zur CPU per PCIe 4.0. Das erlaubt den Aufbau extrem performanter PCs. Mit den Radeon-Grafikkarten ab der RX 5700 aufwärts gibt es auch passende GPUs, so dass Sie ein vollständig auf PCIe 4.0 basierendes System aufbauen können. Für ein X570-Board müssen Sie aber mindestens 50 Euro mehr ausgeben. Anders als der B550 benötigt der X570 in aller Regel eine aktive Kühlung, die mit entsprechendem Lüftergeräusch einhergeht.

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