Besserung nach Neujahr?

Ryzen 5000, Radeon RX 6000 & Geforce RTX 3000: Wie steht's um Preise und Verfügbarkeit?

Die neuen CPUs und Grafikkarten von AMD und Nvidia sind begehrt und nach dem Release im Preis deutlich gestiegen. Lohnt sich ein Kauf mittlerweile?

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Der PC-Kauf ist 2020/2021 alles andere als leicht, wenn Sie nicht unnötig viel Geld ausgeben möchten.

Wer aktuell einen PC kaufen will, sieht sich mit Lieferengpässen und teilweise drastischen Preisanstiegen konfrontiert. Vor allem seit dem Herbstanfang 2020 haben sich UVP-Beträge für begehrte neue Komponenten zu fast unerreichbaren Bestpreisen entwickelt, die quasi nicht zu erhalten sind.

Betroffen sind vor allem die AMD-Grafikkarten der „Radeon RX 6000“-Serie. Ähnlich sieht es bei der früher erschienenen RTX30-Reihe von Nvidia aus - gewillte Käufer müssen weiterhin fleißig Märkte beobachten und bei einer kurzfristigen Verfügbarkeit schnell sein.

Bei den zwischendurch auf den Markt gekommenen AMD-Prozessoren der „Ryzen 5000“-Serie ist es mittlerweile etwas besser. Wir schauen uns gefragte Hardware an und prüfen, wie sich der Preis entwickelt hat und ob es gegenwärtig lieferbare Bestände gibt.

Radeon RX 6800, 6800 XT & 6900 XT kaufen - lohnt sich das schon?

Wer in den vergangenen Wochen und Monaten Hardware-Preise geprüft hat, stellt fest: Die UVP-Beträge der AMD-Referenzkarten lesen sich aktuell wie an einem Black Friday:

  • Radeon RX 6800: 579 Euro
  • Radeon RX 6800 XT: 649 Euro
  • Radeon RX 6900 XT: 999 Euro

Zu bekommen waren diese Preise seit November bisher nur wenige Male – und das jeweils nur für wenige Minuten. Auf amd.com werden aktuell im Shop Preise für Custom-Designs gelistet. Die sind zum 5. Januar angesichts der genannten UVPs (für Referenzkarten) jedoch jenseits von Gut und Böse: Aktuell gibt es etwa zwei Karten mit „Radeon RX 6800 XT“-GPU – eine von Powercolor für 1.079 und eine von Asus für 1.229 Euro. Der gewillte Käufer wird auf den Shop K&M Computer geleitet, der – quasi zum Glück – zu diesen Mondpreisen nicht (mehr) liefern kann.

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Die „kleinere“ Radeon RX 6800 (ohne XT) gäbe es in Preisvergleichen „immerhin“ von Sapphire ab 899 Euro, beispielsweise bei Cyberport. Ob Ihnen eine Custom-Kühllösung und ggf. eine Werksübertaktung dann über 40 Prozent Aufpreis wert sind, müssen Sie selbst entscheiden. Eine nüchterne Betrachtung, wonach der Kostenaufwand einen Kauf rechtfertigt, ist praktisch nicht möglich. Wir können nur von einem Kauf abraten und Sie zum Warten ermutigen – oder zum Kauf einer heruntergesetzten Karte der Vorgängergeneration, die bei AMD natürlich langsamer ist und für einige Nutzer eher einen Lückenbüßer darstellt, sofern sie nicht zu Turing-Karten greifen wollen.

Mehr als das bleibt auch nicht übrig, wenn Sie AMD-GPUs die Treue halten wollen: in den sauren Apfel beißen und unnötig viel Geld ausgeben. Denn für eine lieferbare 6900 XT werden Sie ebenso geschröpft: 1.499 Euro werden bei Cyberport (ebenso Sapphire) fällig.

Fazit: AMD-Grafikkarten sind abgesehen von einer PS5 aktuell mit am schwersten zu bekommen, wenn Sie erhöhten Shop-Preisen oder Marktplatz-Scalpern nicht in die Hände spielen wollen. Es könnte in Sachen Preis/Leistung klüger sein, auf die günstigere und schwächere Radeon RX 5700 XT auszuweichen oder sich im Nvidia-Lager nach gebrauchten Turing-Karten umzusehen – etwa eine Geforce RTX 2070 Super. So kämen Sie mit Glück und Verhandlungsgeschick jeweils mit unter oder rund 400 Euro weg und bekämen mit moderatem Aufwand eine moderne GPU.

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Geforce RTX 3060 Ti, 3070, 3080 und 3090 kaufen - lohnt sich das schon?

Auch hier steigen wir mit einem Blick auf die UVP-Beträge der Referenzkarten (Founders Editionen) ein:

  • Geforce RTX 3060 Ti: 399 Euro
  • Geforce RTX 3070: 499 Euro
  • Geforce RTX 3080: 699 Euro
  • Geforce RTX 3090: 1.499 Euro

Ja, genau wie oben fühlen wir uns wie beim Angebote-Check für eine Black-Friday-Woche. Die genannten Preise sind bislang nur selten über die Nvidia-Webseite und eine Weiterleitung auf den offiziellen Partner Notebooksbilliger.de zu bekommen (mit stets wechselnden Produktseiten). Es gab seit September bereits mehrere „Drops“ - also lieferbare Bestände. Die sind aber ebenso nach Minuten (RTX 3060 Ti / 3070 / 3080) oder wenigen Stunden weg (RTX 3090). Bei der RTX 3060 Ti scheinen Nutzer häufiger Glück zu haben – auch was die Verfügbarkeit von Custom-Designs bei anderen Shops angeht. Wir machen die Probe aufs Exempel:

Alle offiziellen Daten

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Bemühen wir Preisvergleiche für lieferbare Karten geht es bei knapp unter 600 Euro für eine Palit RTX 3060 Ti los. Wir sind also wieder bei gut 50 Prozent Aufpreis für Custom-Designs gegenüber dem Referenzdesign. Eine 3070 gibt es für 720 Euro aufwärts, eine 3080 dann für satte 1.129 Euro und eine RTX 3090 für ab 1.679 Euro, was vergleichsweise „günstig“ wirkt. Regelmäßig anzutreffende und "etwas ernster" zu nehmende Straßenpreise liegen für die Karte RTX 3080 bei deutlich unter 1.000, für die RTX 3070 bei deutlich unter 700 und für die RTX 3060 Ti bei knapp über 500 Euro. Doch selbst diese Beträge sind eigentlich viel zu teuer.

Machen wir es kurz: Der Spontankäufer bekommt aktuelle Grafikkarten nur, wenn das Konto blutet. Eine Empfehlung können wir also nicht aussprechen. Aus diesem Grund kommen unsere Ratgeber für PC-Zusammenstellungen und die preislich besten Grafikkarten auch noch ohne neue Hardware 2020 aus.

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Besser sieht es aus, wenn Sie eine Menge Zeit und starke Nerven mitbringen. Auf dem Schnäppchenportal MyDealz etwa findet sich eine aktuelle Anleitung, die Ihnen zeigt, wie Sie vorgehen, um kurzfristig verfügbare Hardware aufzuspüren und ggf. zu günstigen Preisen zuschlagen können.

Die Anleitung umfasst die Nutzung von Verfügbarkeits-Bots, Browser-Erweiterungen für den Check auf Änderungen von Produktseiten oder den direkten Kontakt via Discord zu Gruppen, die sich auf Hardware-Verfügbarkeit spezialisiert haben.

Überblick

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Ryzen 5 5600X, Ryzen 7 5800X, Ryzen 9 5900X & Ryzen 9 5950X kaufen

Wie eingangs erwähnt, sieht es bei den neuen AMD-CPUs etwas besser aus – zumindest im Vergleich zu Grafikkarten von Nvidia und AMD. Wie gehabt, die UVPs:

  • Ryzen 5 5600X: 299 Euro
  • Ryzen 7 5800X: 449 Euro
  • Ryzen 9 5900X: 549 Euro
  • Ryzen 9 5950X: 799 Euro

Die Preise gab es zum Release bei AMD und bei einzelnen Anbietern für sehr kurze Zeit. Abgesehen von Marktplätzen mit Mondpreisen ist wie schon bei den GPUs ein drastischer Preisanstieg erfolgt, der sich bis heute nur teilweise beruhigt hat.

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Beim Ryzen 5 5600X sind wir beispielsweise bei einem aktuellen (lieferbaren) Einstiegspreis von 339 Euro. Das sind über 10 Prozent Aufpreis zur UVP, die im Vergleich zu den GPUs fast schon einladend wirken. Den Preis bietet mit Mindfactory immerhin auch ein etablierter und vertrauenswürdiger Händler.

Der Ryzen 7 5800X fängt bei 479 Euro an, die ebenso fast vertretbar sind – aber natürlich weiterhin über der UVP liegen. Den Preis haben Mindfactory und auch ARLT.

Bei den Ryzen-9-Chips liegen die aktuellen Preise für lieferbare Kontingente bei etablierten Händlern bei 820 Euro für den 5900X und 949 Euro für den 5950X. Hier sind die Aufschläge schon deutlich höher, gerade beim beliebten 5900X. Während Hartgesottene den Aufpreis für den Ryzen 9 5950X gerade noch so schlucken könnten, sind rund 50 Prozent Mehrausgaben für den "kleinen" Ryzen 9 wieder klar zu teuer.

  • Hinweis: Angaben für Verfügbarkeit und Preise sind auf dem Stand von Dienstagvormittag.

Fazit:

Zum Jahresbeginn ist der Hardware-Kauf weiterhin fast genau so anstrengend wie zum Release der jeweiligen Komponenten. Wer im Mittelklasse-CPU-Bereich einkaufen möchte, zahlt immerhin „nur“ noch wenig drauf. Bei den Grafikkarten braucht es Glück und Fleiß (Nvidia) oder eine Menge Geduld (AMD), bis Kontingente verfügbar sind und nicht direkt aufgekauft werden und die Hersteller die Produktionen ausreichend aufstocken können. Wir beobachten die Preise weiter und berichten nach Möglichkeit, wenn sich deutliche Änderungen ergeben. Die Hoffnungen liegen derzeit auf Intel, die in diesem Jahr mit der 11. CPU-Generation nachlegen wollen. Preisnachlässe für die aktuellen Chips sind einladend und können Käufern das bessere Angebot ermöglichen.

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