Eigenbau

PC-Konfigurationen: Einsteiger, Mittelklasse und Gaming

© Ingo Bartussek - Fotolia.com

Kompakter Einsteiger-PC

Für die Steuererklärung oder als kleiner Server kann auch ein Mini-PC ausreichen, der wenig Platz verbraucht. Nahezu betriebsfertige Komplettsysteme wie Intels Mini-PCs aus der NUC-Serie verkaufen sich wie warme Semmeln. Hier müssen Sie nur noch Arbeitsspeicher und Laufwerk einbauen, was schnell geht und sehr einfach ist. Allerdings sind sie teurer und die CPU lässt sich nachträglich nicht mehr tauschen.

Insofern hat unser eigener Mini-PC für ab rund 400 Euro seine Existenzberechtigung. Als Grundlage haben wir uns für ASRocks DeskMini H470 Series entschieden. Hier erhalten Sie ein 15 x 15 x 8 cm großes Gehäuse, in dem bereits eine Hauptplatine von ASRock steckt. Sie basiert auf dem Intel-Chipsatz H470und unterstützt aktuelle Intel-Prozessoren mit LGA1200-Sockel. Dank HDMI- und DisplayPort-Anschluss können Sie sogar zwei Displays anschließen. 4K-Display steuert der DeskMini H470 aber nur mit 30 Bildern pro Sekunde statt der eigentlich notwendigen 60 an.

Die Ausstattung mit USB-Anschlüssen fällt vergleichsweise großzügig aus. An der Vorderseite finden Sie je einen USB 3.2 Gen1 Typ-C- und Gen2 Typ-A-Anschluss. Auf der Rückseite gibt es dann noch mal einen USB-C- und gleich vier USB-A-Anschlüsse mit den selben Geschwindigkeiten. Als Prozessor empfehlen wir Intels Core i5-10100 (Quad-Cire mit bis zu 4,3 GHz). Das Modell ist im Sommer 2020 in den Handel gekommen, reicht für Büroarbeit und Internet aber immer noch völlig aus und kostet etwa 130 Euro. Einen deutlichen Leistungssprung stellt der der 50 Euro teurere Intel Core i5-11400 mit sechs Kernen und bis zu 4,4 GHz aus der aktuellen Rocket-Lake-S-Serie dar. Nebenbei liefert er auch bis zu 20 Prozent mehr Grafikleistung.

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Desktop-Prozessoren

Welche Desktop-CPU erfüllt Ihre Anforderungen ideal? Antworten liefert unsere CPU-Kaufberatung 2020 in allen wichtigen Preis- und Leistungskategorien.

Allrounder

Mit unserem Allround-PC können Sie mehr als nur die übliche Büroarbeit erledigen. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher gelten als das Minimum für Windows 10. Wir haben dem Allround-PC 16 Gigabyte spendiert. So kommt er auch mit stärkeren Belastungen, zum Beispiel bei der Bearbeitung von RAW-Digitalfotos klar und hält genügend Reserven für die nächsten Jahre bereit. Im Bereich CPU und Grafik bietet der Allround-PC Ihnen alle Möglichkeiten:

  • Wir empfehlen die Kombination aus AMD Ryzen 5 3600 und einer günstigen Grafikkarte bis etwa 200 Euro (im Normalfall beispielsweise eine Radeon RX 580, RX 5500XT oder eine Geforce 1660). So ausgestattet kostet er ab 800 Euro. Hinweis: Die aktuelle Marktlage und wiederkehrendes Krypto-Mining-Interesse lassen die Preise derzeit massiv steigen. Preislich vertretbare Karten finden Sie mit Glück nur für kurze Zeit bei Händlern. Eine Möglichkeit könnte der Gebrauchtmarkt sein. Doch der kann wieder andere Gefahren bergen.
  • Wer auf Spiele nur geringen Wert legt, der greift zum AMD Ryzen 3400G, der die GPU gleich mitbringt und die Anschaffung einer zusätzlichen Grafikkarte so überflüssig macht. Dann sinkt der Preis des Allround-PCs auf etwa 550 Euro.
  • Wer mehr Power für Spiele möchte, der kauft eine leistungsfähigere GPU als die oben erwähnten. Orientieren Sie sich dabei an unseren Empfehlungen im Abschnitt "Grafikkarte" und geben Sie aktuell nicht mehr aus als nötig!
  • Das MSI MPG X570 Gaming Plus basiert auf AMDs neuem High-End-Chipsatz X570. Das bringt Ihnen heute jede Menge schnelle USB-Anschlüsse (1x HDMI 1.4, 1x USB-C 3.1, 1x USB-A 3.1, 4x USB-A 3.0, 2x USB-A 2.0, 1x Gb LAN), genug PCI-Express-Lanes für zusätzliche Datenträger und bremst dazu eine potente GPU nicht aus. Außerdem sind SIe damit auch für Ryzen 5000 gerüstet - wenn Sie an ein attraktives Angebot kommen.

Dank PCIe 4.0 und drei Jahren Garantie ist das Board auch zukunftssicher. Mit seinem Preis von rund 150 Euro gehört das MSI MPG X570 Gaming Edge WiFi derzeit zu den günstigeren Boards mit X570-Chipsatz. Zweifelsohne gibt es günstigere Ryzen-Mainboards auf Basis älterer Chipsätze, doch der Preisvorteil schmilzt.

Das Betriebssystem und Programme speichern Sie auf einer flotten SSD von Samsung. Sie überzeugt durch Preis, Leistung und bietet mit 500 Gigabyte viel Speicherplatz für Bilder, Musik und andere große Datensammlungen.

Das Gehäuse be quiet! Pure Base 500 ist in vielen Varianten erhältlich, nämlich in schwarz, grau und weiß sowie jeweils mit und ohne Sichtfenster. Im Vergleich zu anderen Midi Towers fällt es mit einem Volumen von knapp 50 Litern kompakt aus. Das Gehäuse bringt Platz für bis zu fünf SSDs und zwei Festplatten mit. Auch eine große Grafikkarte passt bei Bedarf hinein. Zur Ausstattung gehören außerdem Dämmmatten und das Kabelmanagement.

Generell bietet das Gehäuse viel Raum für zukünftige Erweiterungen. Ein ab Werk bestückter Lüfterplatz wird von fünf weiteren, noch freien Plätzen begleitet. Auch ein großer Kühlturm passt bei Bedarf auf die CPU. Dank vier USB-Ports (2x USB 3.0, 2x USB 2.0) und einem Headset-Anschluss an der Oberseite des Gehäuses greifen Sie auf wichtige Funktionen zu, ohne unter den Schreibtisch zu krabbeln.

Gaming

​Bei unserem Gaming-PC ab knapp 1.300 Euro legen wir größten Wert auf ein leistungsfähiges Gespann von CPU, Arbeitsspeicher und GPU. Die GPU-Preise sind aktuell jedoch auf einem Rekordhoch (siehe oben). Für unsere Basis haben wir eigentlich eine Radeon RX 5700 XT ausgewählt. Statt rund 350 bis 400 rufen Händler aber Preise ab knapp 500 oder sogar bis über 600 Euro auf. Auch wenn die Aussage jetzt nicht viel bringt: Die jetzt für fast 500 Euro verlinkte Gigabyte-Grafikkarte gab es Mitte 2020 schon für unter 350 Euro.

Die 6-Kern-CPU ist mit 3,6 GHz getaktet und springt bei Bedarf auf bis zu 4,2 GHz. Sie ist kompatibel zu schnellem DDR4-3200-RAM. Vor diesem Hintergrund haben wir auch das RAM ausgewählt und uns für zweimal acht Gigabyte G.Skill Flare X DDR4-3200 entschieden. Es lässt sich häufig auch bei 3600 MHz stabil betreiben und beschleunigt so die CPU noch einmal ein bisschen. Generell genießt das RAM von G.Skill den Ruf guter AMD-Kompatibilität.

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GPUs mit Echtzeit-Raytracing

Ende 2020 startete Nvidias RTX 3000. AMD folgte mit RX 6000. Wann kommen neue Grafikkarten? Update: Nvidia CMP, mehr RTX 3060 ab Juli und RX 6600 XT…

Beim Motherboard haben wir eine Platine auf Basis von AMDs Oberklasse-Chipsatz X570 gewählt. Das garantiert Kompatibilität zum aktuellen Ryzen-Prozessor, bietet Leistung satt und ist zukunftssicher. Konkret fiel die Wahl auf das Gigabyte X570 Aorus Master. Es bringt 2,5 Gigabit LAN sowie einen zusätzlichen Gigabit Ethernet Anschluss, WiFi 802.11ax und sechs SATA-Anschlüsse mit. Gleich drei individuell gekühlte PCIe 4.0 M.2 Slots lassen Luft für den späteren Sprung zur NVMe-SSD.

In der USB-Abteilung finden Sie einen USB 3.1 Gen 2 Typ C Anschluss, dreimal USB 3.1 Gen 2 Typ A sowie vier USB 2.0 Anschlüsse. Bluetooth 5.0 sowie eine großzügige Audio-Abteilung auf Basis von Realteks ALC1220-VB HD runden das Angebot ab. Dass das Board vom selben Hersteller wie die Grafikkarte stammt, dürfte der Kompatibilität außerdem nicht schaden.

Für eine aktuelle Grafikkarte zu einem guten Preis müssen Käuferinnen und Käufer aktuell sehr viel Geduld mitbringen. Wir belassen die Radeon RX 5700 XT hier als Tipp. Die aktuellen Preise sollten Sie jedoch nur nach reiflicher Überlegung und bei entsprechend bedarfsseitiger Not akzeptieren.

Hinweis: Die neue Hardware-Generation findet in unserem aktuellen Update (noch) keine Beachtung. Sie ist derzeit durch Ebay und Co. deutlich teurer als die Vorgänger. Die aufgerufenen Mehrkosten stehen dabei nicht im Verhältnis zur Leistung - die tatsächlich zunimmt. An der Preisspirale drehen auch manche Händler mit. Wir haben uns entschieden, sie daher noch nicht aufzunehmen. Auch - wir wiederholen es - Verweise auf die Vorgängergeneration müssen wir mittlerweile anpassen. Der Markt und das aktuelle Mining-Comeback machen Grafikkarten wieder sehr rar und sehr teuer.

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