Eigenbau

PC-Konfigurationen: Einsteiger, Mittelklasse und Gaming

13.9.2021 von Tim Kaufmann

ca. 5:20 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. PC selbst zusammenbauen: So geht's + Konfigurationstipps
  2. PC selbst zusammenbauen: CPU-Tipps
  3. PC selbst zusammenbauen: RAM & Gehäuse
  4. PC selbst zusammenbauen: Netzteil & SSD und Festplatte
  5. PC selbst zusammenbauen: Grafikkarte
  6. PC-Konfigurationen: Einsteiger, Mittelklasse und Gaming
Geforce GTX 1060, 1070 oder Radeon RX 480?
© Ingo Bartussek - Fotolia.com

Kompakter Einsteiger-PC

Für die Steuererklärung oder als kleiner Server kann auch ein Mini-PC ausreichen, der wenig Platz verbraucht. Nahezu betriebsfertige Komplettsysteme wie Intels Mini-PCs aus der NUC-Serie verkaufen sich wie warme Semmeln. Hier müssen Sie nur noch Arbeitsspeicher und Laufwerk einbauen, was schnell geht und sehr einfach ist. Allerdings sind sie teurer und die CPU lässt sich nachträglich nicht mehr tauschen.

Insofern hat unser eigener Mini-PC für deutlich unter 400 Euro seine Existenzberechtigung. Als Grundlage haben wir uns für ASRocks DeskMini H470 Series entschieden. Hier erhalten Sie ein 15 x 15 x 8 cm großes Gehäuse, in dem bereits eine Hauptplatine von ASRock steckt. Sie basiert auf dem Intel-Chipsatz H470und unterstützt aktuelle Intel-Prozessoren mit LGA1200-Sockel. Dank HDMI- und DisplayPort-Anschluss können Sie sogar zwei Displays anschließen. 4K-Display steuert der DeskMini H470 aber nur mit 30 Bildern pro Sekunde statt der eigentlich notwendigen 60 an.

Die Ausstattung mit USB-Anschlüssen fällt vergleichsweise großzügig aus. An der Vorderseite finden Sie je einen USB 3.2 Gen1 Typ-C- und Gen2 Typ-A-Anschluss. Auf der Rückseite gibt es dann noch mal einen USB-C- und gleich vier USB-A-Anschlüsse mit den selben Geschwindigkeiten. Als Prozessor empfehlen wir Intels Core i3-10105 (Quad-Core mit bis zu 4,4 GHz). Das Modell ist im März 2021 in den Handel gekommen, reicht für Büroarbeit sowie Internet völlig aus und kostet etwa 130 Euro. Einen deutlichen Leistungssprung stellt der der 60 Euro teurere Intel Core i5-11400 mit sechs Kernen und bis zu 4,4 GHz aus der aktuellen Rocket-Lake-S-Serie dar. Nebenbei liefert er auch bis zu 20 Prozent mehr Grafikleistung.

Allrounder

Mit unserem Allround-PC können Sie mehr als nur die übliche Büroarbeit erledigen. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher gelten als das Minimum für Windows 10. Wir haben dem Allround-PC 16 Gigabyte spendiert. So kommt er auch mit stärkeren Belastungen, zum Beispiel bei der Bearbeitung von RAW-Digitalfotos klar und hält genügend Reserven für die nächsten Jahre bereit. Im Bereich CPU und Grafik bietet der Allround-PC Ihnen alle Möglichkeiten:

  • Wir empfehlen die Kombination aus AMD Ryzen 5 5600X und einer der zuvor genannten Einsteigergrafikkarten ab etwa 250 Euro. So ausgestattet kostet er ab 950 Euro.
  • Wer auf Spiele nur geringen Wert legt, der greift zum AMD Ryzen 5600G, der die GPU gleich mitbringt und die Anschaffung einer zusätzlichen Grafikkarte so überflüssig macht. Dann sinkt der Preis des Allround-PCs auf etwa 680 Euro.
  • Wer mehr Power für Spiele möchte, der kauft eine leistungsfähigere GPU als die oben erwähnten. Orientieren Sie sich dabei an unseren Empfehlungen im Abschnitt "Grafikkarte" und geben Sie aktuell nicht mehr aus als nötig!
  • Das MSI MPG X570 Gaming Plus basiert auf AMDs aktuellem High-End-Chipsatz X570. Es bringt Ihnen jede Menge schnelle USB-Anschlüsse (1x HDMI 1.4, 1x USB-C 3.1, 1x USB-A 3.1, 4x USB-A 3.0, 2x USB-A 2.0, 1x Gb LAN), genug PCI-Express-Lanes für zusätzliche Datenträger und bremst dazu eine potente GPU nicht aus.

Dank PCIe 4.0 und drei Jahren Garantie ist das Board auch zukunftssicher. Mit seinem Preis von rund 150 Euro gehört das MSI MPG X570 Gaming Edge WiFi derzeit zu den günstigeren Boards mit X570-Chipsatz. Zweifelsohne gibt es günstigere Ryzen-Mainboards auf Basis älterer Chipsätze, doch der Preisvorteil schmilzt.

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Das Betriebssystem und Programme speichern Sie auf einer flotten SSD von Samsung. Sie überzeugt durch Preis, Leistung und bietet mit 500 Gigabyte viel Speicherplatz für Bilder, Musik und andere große Datensammlungen.

Das Gehäuse be quiet! Pure Base 500 ist in vielen Varianten erhältlich, nämlich in schwarz, grau und weiß sowie jeweils mit und ohne Sichtfenster. Im Vergleich zu anderen Midi Towers fällt es mit einem Volumen von knapp 50 Litern kompakt aus. Das Gehäuse bringt Platz für bis zu fünf SSDs und zwei Festplatten mit. Auch eine große Grafikkarte passt bei Bedarf hinein. Zur Ausstattung gehören außerdem Dämmmatten und das Kabelmanagement.

Generell bietet das Gehäuse viel Raum für zukünftige Erweiterungen. Ein ab Werk bestückter Lüfterplatz wird von fünf weiteren, noch freien Plätzen begleitet. Auch ein großer Kühlturm passt bei Bedarf auf die CPU. Dank vier USB-Ports (2x USB 3.0, 2x USB 2.0) und einem Headset-Anschluss an der Oberseite des Gehäuses greifen Sie auf wichtige Funktionen zu, ohne unter den Schreibtisch zu krabbeln.

Gaming

​Aufgrund der Lage am Grafikkartenmarkt ist die Zusammenstellung eines Gaming-PCs eine undankbare Aufgabe. Heftige Abweichungen von den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller erschweren die Kalkulation. So empfiehlt Nvidia Händlern einen Preis von 329 Euro für die verhältnismäßig "kleine" RTX 3060. Der Straßenpreis schwankt unterdessen zwischen 500 und 800 Euro. Noch krasser sieht es in der Oberklasse aus: Die Nvidia RTX 3090 empfiehlt der Hersteller für 1.549 Euro. Im Handel gehen die Karten währenddessen für bis zu 3.500 Euro über die Ladentheke.

Aus diesem Grund ist der Preis der GPU in der Preisangabe für unseren Gaming-PC bis auf weiteres nicht mehr enthalten. Die von uns vorgeschlagene Grundkonfiguration kostet gut 900 Euro. Kombinieren Sie sie nach Bedarf und Budget mit einer Grafikkarte Ihrer Wahl. Vorschläge dafür finden Sie im Abschnitt über Grafikkarten auf der Seite zuvor.

Der AMD Ryzen 5 5600X ist dank seines attraktiven Preis-/Leistungsverhältnisses eine der Lieblings-CPUs der Gamer. Die 6-Kern-CPU ist mit 3,7 GHz getaktet und springt bei Bedarf auf bis zu 4,6 GHz. Wer noch mehr Leistung sucht, der greift zum AMD Ryzen 7 5800X für etwa 100 Euro mehr. Beide CPUs sind kompatibel zu schnellem DDR4-3200-RAM. Vor diesem Hintergrund haben wir auch das RAM ausgewählt und uns für zweimal acht Gigabyte G.Skill Flare X DDR4-3200 entschieden. Es lässt sich häufig auch bei 3600 MHz stabil betreiben und beschleunigt so die CPU noch einmal ein bisschen.

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Beim Motherboard haben wir eine Platine auf Basis von AMDs Oberklasse-Chipsatz X570 gewählt. Das garantiert Kompatibilität zum aktuellen Ryzen-Prozessor, bietet Leistung satt und ist zukunftssicher. Konkret fiel die Wahl auf das Gigabyte X570 Aorus Master. Es bringt 2,5 Gigabit LAN sowie einen zusätzlichen Gigabit Ethernet Anschluss, WiFi 802.11ax und sechs SATA-Anschlüsse mit. Gleich drei individuell gekühlte PCIe 4.0 M.2 Slots lassen Luft für den späteren Sprung zur NVMe-SSD.

In der USB-Abteilung finden Sie einen USB 3.1 Gen 2 Typ C Anschluss, dreimal USB 3.1 Gen 2 Typ A sowie vier USB 2.0 Anschlüsse. Bluetooth 5.0 sowie eine großzügige Audio-Abteilung auf Basis von Realteks ALC1220-VB HD runden das Angebot ab. Dass das Board vom selben Hersteller wie die Grafikkarte stammt, dürfte der Kompatibilität außerdem nicht schaden.

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