Eigenbau

PC selbst zusammenbauen: Grafikkarte

22.7.2022 von Tim Kaufmann

ca. 2:55 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. PC selbst zusammenbauen: So geht's
  2. PC selbst zusammenbauen: CPU-Tipps
  3. PC selbst zusammenbauen: RAM & Gehäuse
  4. PC selbst zusammenbauen: Netzteil & SSD und Festplatte
  5. PC selbst zusammenbauen: Grafikkarte
  6. PC-Konfigurationen: Einsteiger, Mittelklasse und Gaming
KFA
Dedizierte Grafikkarten benötigen viel Platz sowie Strom und erzeugen jede Menge Abwärme. Dafür sorgen sie für flüssige Grafik und tolle Effekte selbst bei anspruchsvollen Spielen.
© Hersteller

​Kaum eine Komponente hat einen derart großen Einfluss auf den Preis Ihres PCs wie die Grafikkarte. Faustregel: für Büroarbeiten und grafisch weniger anspruchsvolle beziehungsweise ältere Spiele reicht die Onboard-Grafik, die Teil der meisten CPUs ist. Wenn Sie Wert auf 3D-Rechenpower für Profi-Anwendungen und auf einen PC legen, der auch bei aktuellen Spielen nicht gleich in die Knie geht, dann bedarf es hingegen einer zusätzlichen („dedizierten“) Grafikkarte.

Den Grafikkarten-Markt dominieren die Hersteller AMD und NVIDIA. Ihre GPUs (Graphic Processing Unit, d.h. Grafikrecheneinheit) stecken auf den meisten Grafikkarten, egal von welchem Hersteller. Grafikkarten mit der selben GPU sind auch immer ähnlich schnell. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in Details wie der Speicherausstattung, dem Kühlsystem, dem Design, der Bauhöhe usw. Erst wenn Sie als passionierter Gamer tiefer in die Materie einsteigen, spielen die kleinen Leistungsunterschiede, die zum Beispiel durch werksseitiges Übertakten erzielt werden, eine Rolle für die Kaufentscheidung.

Welche konkrete Karte Sie wählen, hängt von der Zielsetzung und vom Budget ab. Beim Spielen geht es vorrangig um die Bildrate bei einer bestimmten Auflösung. Je mehr Pixel die GPU verarbeitet, um so feiner kann das Bild mit performantem fps-Wert (frames per second, Bilder pro Sekunde) gezeichnet werden. Außerdem spielt die Bildqualität eine große Rolle, die sich zum Beispiel in der Berechnung von Texturen (wichtig für die Darstellung von Flächen, etwa Nebel, Wasser, Textilien) und glatten Kantenverläufen ausdrückt. Bei Online-Actionspielen kommt es vorrangig auf eine hohe Bildwiederholrate bei vernachlässigbarer Grafikqualität an. Wer mehr Bilder pro Sekunde erhält, der ist dem Gegner vielleicht die entscheidenden Millisekunden voraus. Außerdem ruckelt es weniger.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Display die von der Grafikkarte angebotene Auflösung auch unterstützt. Anderenfalls ist die Investition in eine besonders leistungsfähige Grafikkarte Geldverschwendung. Die drei Parameter (Auflösung, Qualitätseinstellungen, Bildwiederholrate) sind voneinander abhängig. Mal schraubt man zugunsten der Bildwiederholrate die Auflösung etwas nach unten, ein andermal dreht man die Qualitätseinstellungen hoch und verzichtet dafür auf ein paar Bilder pro Sekunde. Welche Einstellung man wählt, hängt vom Spiel und vom Geschmack ab.​

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Oberklasse-Grafikkarten für 2K- und 4K-Gaming

Unter „2K Gaming“ versteht man das Spielen von Games mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln (WQHD), üblicherweise mit hohen Qualitätseinstellungen. Dafür sollten Sie zu einer GPU der Oberklasse greifen. Spätestens wenn Sie die Qualitätseinstellungen ein wenig runterschrauben ist sogar „4K Gaming“ möglich, also die Auflösung mit 3.840 x 2.160 Pixeln (UHD). Niedrigere Auflösungen wie 1.920 x 1.080 Pixel (FullHD) funktionieren selbstverständlich ebenfalls. Unser Favoriten sind AMDs Radeon RX 6800 XT und NVIDIAs GeForce RTX 3080. Obwohl noch nicht die Oberklasse, schlagen bereits diese Modelle derzeit mit 800 bis 1.000 Euro je Grafikadapter zu Buche. Wenn Ihnen WQHD-Gaming reicht, können Sie mit dem Griff zu einer Radeon RX 6800 oder einer GeForce RTX 3070 einige hundert Euro sparen.

Mittelklasse-Grafikkarten für 1080p-Gaming

Als 1080p-Gaming bezeichnet man das Spielen mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) bei hohen Qualitätseinstellungen. Bei kleineren Displays (circa bis 20 Zoll) reicht diese Pixelmenge immer noch für eine qualitativ hochwertige Darstellung aus. Auf größeren Displays leidet jedoch die Bildschärfe. Geeignete Karten lassen dann aber auch noch den Wechsel auf die 2K-Auflösung zu. Je nach Titel müssen Sie dann aber auf Qualität und/oder Bilder/Sekunde verzichten. Unsere Empfehlungen gelten der NVIDIA GeForce RTX 3060 und der Radeon RX 6600 (400 bis 500 Euro), bei etwas höherem Budget der RTX 3060 Ti beziehungsweise der 6700 XT. Mit letzteren sind Sie dann auch im Bereich Raytracing solide aufgestellt.

Einsteiger-Grafikkarten für sparsame Gamer

Auch eine günstige, dedizierte GPU ist der OnBoard-Grafik deutlich voraus. Gängige Modelle reichen für 1080p und je nach Titel auch 2K-Gaming aus. Ihnen geht die Luft aber früher aus, vor allem weil sie häufig über vergleichsweise wenig Arbeitsspeicher verfügen. Rechnen Sie also damit, dass Sie die Qualitätseinstellungen für aktuelle Titel in 2K weiter nach unten ziehen müssen als bei den Mittelklasse-Modellen. Die NVIDIA GTX 3050 für etwa 330 Euro ist eine gute Wahl in diesem Bereich.

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