Eigene PC-Konfiguration

PC zusammenstellen: Die größten Fehler beim Komponentenkauf

Falsch zusammengestellte Komponenten verderben den Spaß am selbst gebauten PC. Hier finden Sie die größten Fehler beim Kauf vom PC-Bauteilen.

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Nach der Vorfreude stellen Sie fest: Da passt was nicht. So vermeiden Sie Stolperfallen.

Mit einer ganzen Reihe von Artikeln helfen wir Ihnen beim Bau Ihres PCs. Für unseren jüngsten Beitrag werfen wir einen Blick auf typische Fehler beim Kauf von PC-Komponenten, die trotz aller Sorgfalt noch passieren können.

Hier folgen nun Fehler beim Kauf von PC-Bauteilen, die Sie vermeiden wollen. Dabei geht es nicht um den typischen Vergleich, wo Sie für Ihr Geld die meiste Leistung erhalten. Im Vordergrund stehen Praxistipps, die wir beim Bau zahlreicher PCs selbst gesammelt haben.

Fehler: Anforderungen und Budget passen nicht

Ein "High-End-Gaming-PC" für 500 Euro? Das kann nicht funktionieren, auch wenn es eine Werbung verspricht. Schließlich kostet schon alleine die dafür notwendige Grafikkarte (GPU) mindestens 500 Euro aufwärts. CPU, Mainboard, Arbeitsspeicher, SSD, Netzteil und Gehäuse sowie ein paar Kleinteile für mindestens 250 Euro zusätzlich kommen noch hinzu.

Bevor Sie die Komponenten auswählen sollten Sie sich über zwei Kernfragen Klarheit verschaffen:

  1. Welche Aufgaben soll der neue PC erledigen?
  2. Wie hoch ist Ihr Budget?

Bei unseren Vorschlägen für PC-Zusammenstellungen finden Sie konkrete Beispiele für einen Einsteiger-PC, einen Allrounder und einen Gaming-PC. Sie verschaffen Ihnen einen Eindruck von möglichen Aufgaben, der dazu notwendigen Leistung und den Kosten, damit verbunden sind.

Fehler: Unausgewogene Zusammenstellung

Manche PC-Bastler leisten sich Statussymbole wie die neueste Grafikkarte oder die angesagteste CPU. Dagegen spricht nichts, so lange auch die übrigen Komponenten entsprechend hochwertig gekauft werden können. Anderenfalls droht ein PC, bei dem günstige Bauteile die High-End-Komponenten auf ihr Leistungsniveau herunterziehen. Er ist teurer, bietet aber weniger Leistung als ein ausgewogen zusammengestelltes System.

Als Faustregel für eine ausgewogene Budget-Verteilung gilt, dass CPU und GPU jeweils nicht mehr als 40 bis 50 Prozent des Gesamtpreises ausmachen sollten. Rücken Sie mit einer der beiden Komponenten an die 40 Prozent heran, dann muss die andere etwas günstiger sein. Beispiel: Sie haben 500 Euro Budget und planen 40 Prozent (200 Euro) für die CPU ein. Dann bleiben für die GPU voraussichtlich nur noch um die 100 Euro, anderenfalls fehlt Ihnen Geld für die übrigen Bauteile.

Fehler: Teures Mainboard für höhere Geschwindigkeit

© Gigabyte

Das Gigabyte Z490 Aorus Xtreme Waterforce kostet rund 1.000 Euro. Braucht das der Normalsterbliche?

Einfache Mainboards sind schon für 50 oder 60 Euro zu haben. Die meisten Hauptplatinen kosten etwa 80 bis 300 Euro, aber auch Preise jenseits der 1.000 Euro werden von den Herstellern aufgerufen. Wer jetzt aber glaubt, dass ein 1.000 Euro Mainboard schneller ist als das für 60 Euro, der irrt.

Die Bauteile, die über die Geschwindigkeit entscheiden, stecken heute nicht mehr auf dem Mainboard. In den letzten Jahren sind sie - eines nach dem anderen - in die CPU gewandert. Alleine wegen der Geschwindigkeit lohnt sich der Griff zu einem teureren Mainboard deshalb nicht. Die hochpreisigen Modelle sind aber häufig besser ausgestattet, bieten mehr Bedienkomfort (zum Beispiel beim Übertakten von CPU und Arbeitsspeicher) und sehen dank Zierblechen und RGB-Beleuchtung auch schicker aus.

Fehler: Tray-Version der CPU kaufen

© Intel

Tray-CPUs erhält der Hardware-Händler in einem billigen Plastik-Tablett. Sie werden ohne Kühler und ohne Hersteller-Garantie geliefert.

Die selbe CPU, aber eine Handvoll Euro günstiger - wer würde da nicht zuschlagen? Aber was bedeutet eigentlich der Zusatz "Tray" in der Produktbeschreibung?

Mit AMD und Intel bieten beide großen CPU-Hersteller die meisten Prozessoren als "Boxed"-Versionen und in der günstigeren "Tray"-Variante an. Unser Rat: Kaufen Sie immer die Boxed-Version. Das bedeutet, dass die CPU einzeln verpackt in einem Karton geliefert wird. Der Hersteller bietet drei Jahre Garantie auf das Gerät und häufig liegt sogar schon ein passabler Kühler bei. Die Tray-CPUs klaubt der Lieferant hingegen einfach von einem Plastiktablett, es gibt keine Hersteller-Garantie und keinen Kühler dazu. Wer zu Gunsten der Tray-Version spart, der spart am falschen Ende.

Fehler: Nur einen RAM-Riegel kaufen

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Mit nur einem RAM-Riegel verschenken Sie viel Leistung. Zwei Riegel müssen Sie für maximale Geschwindigkeit in den richtigen Bänken platzieren.

Das neue Mainboard hat zwei Steckplätze für den Arbeitsspeicher. Also kauft man jetzt nur einen Riegel und hält sich den zweiten Steckplatz so für späteres Aufrüsten frei.

Wer so denkt, begeht einen der größten Fehler, die man beim Kauf von PC-Komponenten begehen kann. Der neue PC wird nämlich unnötig ausgebremst. Der Grund dafür ist, dass Arbeitsspeicher immer paarweise verbaut werden möchte. Nur so entfaltet er seine Leistung. Dass es dabei auch noch auf die richtige Montage ankommt, zeigt unser Beitrag PC zusammenbauen: Die 10 schlimmsten Fehler.

Fehler: Arbeitsspeicher schick, aber zu groß

© Archiv

Große Kühlkörper oder zusätzliche Elemente für die Beleuchtung können für Engstellen sorgen.

"Dicke Schlappen" am Auto brauchen einen entsprechend großen Radkasten. Was das mit dem PC zu tun hat? Mit Kühlblechen und Beleuchtung verziertes RAM braucht ebenfalls mehr Platz. In der Vorfreude auf die tolle Optik geht das aber nicht selten vergessen.

Das Resultat ist Arbeitsspeicher, der so groß ist, dass er den Einbau anderer Bauteile blockiert. Mit dem CPU-Kühler ist eine essentielle Komponente am häufigsten davon betroffen. Für dieses Problem haben wir keine Universallösung. Achten Sie bei der Auswahl darauf, an welcher Stelle die RAM-Riegel auf das Motherboard gesteckt werden und wie hoch sie sind. Der CPU-Kühler muss dazu passen. Halten Sie Ausschau speziell nach Kühlern, die über Aussparungen für große RAM-Riegel verfügen.

Eine Ebene höher gilt das genauso. Verspricht Ihr CPU-Turmkühler mit Ausmaßen von fast 20 Zentimetern eine Top-Leistung, aber das Gehäuse ist zu schmal? Sie werden sich nicht vor dem eigentlich für sofort gedachten PC-Einsatz noch mit Retouren oder dauerhaften Behelfslösungen wie einem offenen Gehäuse herumschlagen wollen.

Fehler: Keine SSD kaufen

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Magnetfestplatten verschwinden langsam aus PCs. Mit SSDs gibt es schon lange einen willkommenen und modernen Nachfolger.

Speicherplatz auf einer Festplatte ist noch immer billiger als der auf einer SSD. Der Rückschluss, dass die Festplatte die bessere Lösung ist, ist aber ein Fehler.

Weil die SSD ohne mechanische Bauteile auskommt, ist sie viel schneller als die Festplatte. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn Sie das Betriebssystem auf der SSD speichern. Aber auch beim Spielen (hier insbesondere beim Nachladen) und bei anderen Aktivitäten, bei denen viele kleine Dateien gelesen und geschrieben werden, spielt die SSD ihre Vorteile aus. Kaufen Sie deshalb eine SSD für Ihren neuen PC, die mindestens so groß ist, dass das Betriebssystem und Ihre Programme darauf Platz finden. Wir halten etwa 240 Gigabyte für die kleinste empfehlenswerte SSD-Größe. Dort gibt es genug Platz für Windows und die für Sie wichtigen Programme und keine Engpässe bei großen Windows-Updates.

Fehler: Beim Netzteil sparen oder es übertreiben

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Statussymbole unter den PC-Komponenten hatten wir oben schon einmal. In jüngerer Zeit haben sich fette Netzteile mit 800 oder 1000 Watt Leistung bei unerfahrenen Nutzern fast zu einem Statussymbol entwickelt. Aber ein PC ist kein alter Staubsauger, der mit mehr Watt gründlicher säubert bzw. besser arbeitet. Allenfalls mit zwei oder einer Luxus-Grafikkarte ausgestattete PCs, die dazu übertaktet werden, benötigen derart viel Strom. Dann lohnen auch Mehrausgaben für Mainboards. Stecken Sie Ihr Geld besser in andere Bauteile.

Sie können am Netzteil aber auch zu sehr sparen. Allzu billige Geräte liefern weniger Strom als angegeben. Die Folgen davon sind unterschiedlich. Sie reichen von einem PC, der sich nicht einschalten lässt, bis hin zum Überhitzen und beschädigter Hardware. Von nervigen Störgeräuschen billiger Netzteile wie Piepen, Pfeifen und Surren haben wir dabei noch gar nicht gesprochen.

Außerdem mangelt es vielen Billig-Netzteilen an der notwendigen Effizienz bei der Spannungwandlung. Was Sie bei der Anschaffung sparen, verlieren legen Sie später in Form höherer Stromkosten wieder drauf. Achten Sie auf die Effizienzangabe "80 Plus Gold" oder einen noch besseren Standard, wenn Sie das Netzteil aussuchen. In den PC-Bauvorschlägen finden Sie entsprechende Geräte.

Fehler: Zu kleines Gehäuse

Kleine Gehäuse erfreuen sich großer Beliebtheit. Einerseits ist das verständlich, sparen sie doch Platz. Außerdem wirkt "Viel Leistung auf engstem Raum" immer auch ein bisschen beeindruckend. Die Nachteile kleiner Gehäuse sollten Sie bei Ihrer Komponentenauswahl aber auch berücksichtigen:

  1. Kleine Gehäuse bieten wenig Raum für die Luftzirkulation und behindern sie obendrein durch von Kabeln und Bauteilen versperrte Wege. Große CPU-Kühler passen nicht in kleine Gehäuse. In der Summe herrschen in Cases mit kompakten Abmessungen höhere Temperaturen, was zu schneller und damit lauter drehenden Lüftern führt. Unter Umständen leidet auch die Leistung, weil der PC sie aufgrund höherer Temperaturen drosselt.
  2. Montage, Reparaturen und Aufrüstarbeiten leiden unter den beengten Platzverhältnissen. Sperrige Bauteile wie Mainboard, CPU-Lüfter und GPU lassen sich um so leichter einbauen beziehungsweise tauschen, je mehr Platz zur Verfügung steht.

Kaufen Sie Ihr Gehäuse deshalb eher ein bisschen zu groß als zu klein. Die Temperaturen und die Leistung der Komponenten werden es Ihnen langfristig danken.

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