ePerso im Detail

Neuer Personalausweis in der Praxis

5.3.2011 von Wolf Hosbach

Viel Gutes soll er können, der neue elektronische Personalausweis: nur noch ein Login auf allen Webseiten, sicheres Online-Banking, rechtssicheren E-Commerce und Unterschreiben wie in echt. Zu sehen ist davon noch nicht viel.

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Hurra! Der neue ePerso ist da. Doch so richtig angekommen ist er noch nicht. Kurz vor der Einführung erschüttern ihn Hackerangriffe, kurz nach dem Start im Dezember 2010 tauchen fehlerhafte Persos in Hessen auf und die AusweisApp macht Probleme. Auch von den viel gepriesenen Vorteilen ist noch nichts zu sehen.

Dabei soll der ePerso das gesamte Online-Banking, Online-Shopping und Online-Staatswesen umkrempeln. Das Bundesamt für Sicherheit im Informationswesen (BSI) verteilt derzeit 1,5 Millionen der ePerso-Lesegeräte unters Volk, aber die Staatsgeschenke werden die nächsten Monate in den Kisten mit unnützen Kabeln unter den Schreibtischen der Deutschen verstauben.

Der Hauptnutzen für die breite Masse der Anwender könnte sein, die vielen verschiedenen Logins im Web zu vereinfachen, denn statt unterschiedliche Benutzernamen und Passwörter einzutippen, legt der Anwender den Perso aufs Lesegerät und tippt seine PIN ein. Der de facto hohe Sicherheitsstandard würde ferner beim Online-Banking viel Sinn machen.

Noch nichts Konkretes

Auf der Promotion-Webseite des Innenministeriums gibt es eine ansehnliche Liste an Diensten, die ePersos von Kunden akzeptieren wollen.

Doch fragt man konkret nach, so zeigt sich, dass die Firmen zwar eine Zulassung für die Verwendung des ePersos beim Bundesverwaltungsamt in Köln beantragt haben, aber bislang noch keine dieser Anwendungen in die Tat umgesetzt worden ist. Ein Beispiel sind die VZ-Netzwerke, also StudiVZ oder MeinVZ, die ein vereinfachtes Login mit ePerso bieten wollen, der Zeitpunkt ist jedoch ungewiss.

Alle Mitglieder, die älter als sechzehn Jahre alt sind, können sich dann mit dem neuen Bundesdokument einloggen und sich als Person anderen gegenüber zu erkennen geben. Das soll das Vertrauen zwischen den Teilnehmern erhöhen und Identitätsdiebstahl verhindern.

Auch die Bundesagentur für Arbeit will den ePerso einsetzen, und zwar bei der papierlosen Beantragung des Kindergelds. Eltern können ab Anfang nächsten Jahres den Status Ihres Antrags einsehen und Stammdaten ändern. Ähnliche Beispiele wären die Steuererklärung per Elster oder die KFZ-Zulassung. Eine der ersten Anwendungen, die es nächstes Jahr geben wird, ist der Bremer Bürgersafe.

ePerso, StudiVZ
Der ePerso ist schon bei StudiVZ angekommen, verwenden kann ihn dort derzeit jedoch noch niemand.
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Die Einwohner der Stadt legen hier Dokumente in einer sicheren Umgebung ab. Ziel ist es, den Umgang mit dem neuen Ausweis zu üben und auch zu sehen, welche Daten er enthält. Die lassen sich mit der Anwendung nämlich auslesen.

Die Anbieterliste zeigt, dass die private Wirtschaft ebenfalls Vorteile im ePerso sieht. Auffällig viele Versicherungen sind aufgeführt, die die von der Branche lang ersehnten Vertragsabschlüsse online ermöglichen wollen.

Der Kunde ordert eine neue Police im Web, ohne dass ihm die Versicherung die Unterlagen noch per Post zusenden muss und er noch einmal Zeit zum Nachdenken hat. Schließlich möchte der Provider Domainfactory Domains mithilfe des ePersos verkaufen.

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