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Heimkino-Tipps

Netflix – bei 5.1 keine Stimmen und mehr: Ursachen und Lösungen für Tonprobleme

Wer Netflix mit 5.1-Lautsprechern genießt, hört u. U. keine Stimmen über den Center. Alternativ streiken die Rear-Speaker. Wir helfen bei Netflix-Tonproblemen!

Netflix-Heimkino

© EPSTOCK - Fotolia.com

Wir helfen, wenn Sie im Heimkino Probleme mit dem Netflix-Surround-Sound haben.

Der Streaming-Dienst Netflix ist für viele Film- und Serien-Fans nicht mehr wegzudenken. Auflösungen bis zu 4K-Ultra-HD mit HDR oder gar Dolby Vision und Mehrkanalsound bis hin zu Dolby Atmos sind sehr gute Argumente für ein entsprechendes Abo – vor allem für Besitzer klassischer (Wohnzimmer-)Heimkino-Geräte und Soundbars mit Surround-Funktion.

Doch völlig problemlos gestaltet sich Netflix dort nicht immer. Immer wieder beschweren sich Nutzer über Tonprobleme – oft beim Center-Kanal. Dieser überträgt plötzlich keine Stimmen mehr oder Soundeffekte fehlen, die eigentlich über den Frontkanal der Surround-Installation hörbar sein sollten. In anderen Fällen sind auch die rückseitigen Kanäle plötzlich stumm oder es ist gar kein Ton mehr zu hören.

In diesem Artikel liefern wir kurz einige Grundlagen und leiten daraus mögliche Fehlerquellen ab, die einen fehlerfreien Netflix-Sound erschweren. Wir geben Tipps, wie Sie vorgehen können, um dem oder den Problem(en) auf die Schliche zu kommen.

Lesetipp: Netflix: Filme und Serien mit Dolby Atmos und Dolby Vision

Natürlich setzen wir voraus, dass Ihre Geräte kompatibel mit Surround-Sound (mind. Dolby Digital) sind. Dazu setzen wir voraus, dass der gewünschte Netflix-Stream auch tatsächlich Mehrkanalsound bietet und eine entsprechende Tonspur ausgewählt ist. Im Audio- und Untertitelmenü sehen Sie bei den verfügbaren Sprachen in Klammern Zusatzinfos wie "5.1" oder "Dolby Digital Plus 5.1". Für Atmos-Filme auf Netflix wählen Sie übrigens in den meisten Fällen den Eintrag „Englisch [Original] (5.1)“ aus.

Netflix nutzt Dolby Digital Plus: Sie idealerweise HDMI

Netflix verwendet für Mehrkanalsound den Komprimierungsstandard Dolby Digital Plus. Dieser benötigt zwecks Übertragung mindestens eine HDMI-Verbindung. Diese können Sie vom Zuspieler, beispielsweise einen kompatiblen Fire TV, Apple TV oder eine Spielkonsole wie die Xbox One S oder X, zum AV-Receiver aufbauen. Alternativ nutzen Sie den Audio Return Channel (ARC) des Fernsehers, wenn die Netflix-App auf dem Smart-TV den Stream aufbauen soll. Wer über die TV-App Dolby Atmos mit dem AV-Receiver  nutzen will, braucht seitens des TVs Unterstützung für EARC (Enhanced Audio Return Channel). Dadurch erhöht sich die Bandbreite um ein Vielfaches. Nicht kompatible, ältere oder „noname“-Kabel können hier eine erste Fehlerquelle sein, über die der Ton stolpert.

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Wird die Tonverbindung optisch (S/PDIF bzw. TOSLINK) aufgebaut, muss der Zuspieler Dolby Digital Plus erst auf das Vorgängerformat Dolby Digital herunterrechnen. Erst so wird die Bandbreite ausreichend reduziert, damit optische Kabel die Anforderungen für den Datenstrom erfüllen. Hier kann eine weitere Fehlerquelle lauern: Geschehen Fehler bei der Konvertierung, prüfen Sie die Toneinstellungen auf dem Zuspielgerät. Stellen Sie Dolby Digital oder bei anhaltenden Fehlern "PCM" (Puls-Code-Modulation) als Ausgabeformat ein.

Lesetipp: PS4 - Blu-rays mit DTS-HD und Dolby TrueHD abspielen

Die PS4 (Pro) unterstützt in der Netflix-App übrigens kein Atmos, lediglich bei Blu-rays. Auf der Sony-Konsole können Sie also trotz bestehender HDMI-Verbindung lediglich die konventionellen Formate "Dolby Digital" oder "LPCM" (Linear PCM) nutzen. Damit bei Discs die HD-Tonformate und Dolby Atmos funktionieren, wählen Sie im Fall von Dolby Digital zusätzlich eine Übertragung via Bitstream aus.

Netflix: Gute Komprimierung, Fallen für Decoder

Netflix verwendet für Mehrkanalsound das Dolby-Digital-Plus-Format, eingebettet in einen Stream mit einer sehr guten Komprimierung. Der Stream bietet gleichzeitig alle Toninformationen sowie ein HD- oder UHD-Bild. Mit den Datenmengen von bis zu 25 Mbit/s, die Netflix für das Premium-Abo empfiehlt, können weitere Fehlerquellen drohen.

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Ist die Internetverbindung allgemein instabil oder beispielsweise die WLAN-Qualität schwankend, kann es zu Hängern kommen. Das kann sich je nach Gerät in einem Nachladen (Buffering), Bildstocken oder mit ganz ausfallendem Ton oder einzelnen, wegfallenden Surround-Kanälen äußern.

Ist ein schwacher Internetzugang der Übeltäter, wäre eine Möglichkeit also, die Leitung zu prüfen und „frei zu räumen“. Das heißt konkret: große Downloads reduzieren oder parallele Streams nach Möglichkeit vermeiden. Ein klassischer DSL-Speedtest gibt Ihnen Gewissheit, dass es nicht an Ihrem Provider liegt. Auf dem Netflix-Dienst fast.com können Sie übrigens auch einen Speedtest machen, der speziell auf Anforderungen beim Streaming abzielt.

Online-Foren und Berichten zufolge können auch AV-Receiver und TVs einzelner Hersteller Probleme mit dem Netflix-Ton bereiten. Vereinzelt kann es helfen, die Geräte ein- und wieder auszuschalten. An anderen Stellen kann auch ein Neustart der jeweiligen App helfen.

Lassen sich Tonprobleme mit Netflix  so nicht beheben und bleibt der TV, der AV-Receiver oder die Soundbar die Fehlerquelle, müssen Sie auf ein Firmware-Update hoffen. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit gleich alle anderen beteiligten Geräte auf noch nicht installierte Updates.

Checkliste: Surround-Sound auf Netflix

  • Helfen ein Neustart der App oder ein Ein- und Ausschalten der Geräte?
  • Prüfen Sie den HDMI-Kreislauf: Entsprechen die Kabel den gewünschten Spezifikationen? Das sind beispielsweise Support für UHD 4K, HDR, 3D, ARC, Ethernet, „kompatibel mit HDMI 2.0a/b“ und mehr.
  • Prüfen Sie die HDMI-Steckverbindungen (ggf. die für S/PDIF- bzw. TOSLINK): Befreien Sie sie von Staub und achten Sie darauf, dass die Kabel fest eingesteckt sind, ggf. einrasten und „kein Spiel“ haben.
  • Ist mein Zuspieler kompatibel? Besteht ein Support für Dolby Digital Plus, ARC oder besser EARC? Nehmen Sie das (Online-)Handbuch oder eine Suchmaschine Ihrer Wahl zur Hilfe.
  • Ist der Zuspieler nicht kompatibel, schalten Sie in seinen Einstellungen das Ausgabeformat auf Dolby Digital oder PCM um, bzw. LPCM (PS4).
  • Testen Sie nach Verfügbarkeit andere 5.1-Tonspuren des Streams.
  • Testen Sie Ihre Internetleitung ausgiebig auf Stabilität und Zuverlässigkeit.
  • Ist bis jetzt keine Besserung zu hören, prüfen Sie die Firmware-Versionen von Zuspieler bzw. TV, Soundbar oder AV-Receiver auf Updates.

Hilft alles nichts, lassen sich Fehler seitens Netflix oder Hardware-Defekte nicht ausschließen. Zur Not können Sie immerhin eine Stereospur auswählen. In den meisten Fällen funktioniert diese noch einwandfrei, weil viele der genannten Fehlerquellen nicht mehr greifen.

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