Festplatte partitionieren
Multiboot mit UEFI einrichten
Viele Betriebssysteme parallel auf der Festplatte - UEFI-BIOS mit seinem integrierten Bootmanager macht das sehr einfach. Wir erklären, wie sie die Festplatte richtig partitionieren.

Der BIOS-Nachfolger UEFI, das Unified Extensible Firmware Interface, arbeitet seit etwa 2011 in modernen Windows-PCs. Um herauszufinden, ob Ihr PC UEFI unterstützt, genügt ein Blick in das "BIOS". UEFI ist normalerweise grafisch aufwendiger als BIOS gestaltet, lässt sich per Maus steuern und erinnert an Windows oder Linux.
Ein weiterer, großer Vorteil des neuen Systems ist, dass ein Multiboot-Betrieb leicht einzurichten ist. Außerdem bootet UEFI schneller, denn es bringt bereits die wichtigsten Treiber mit, die Windows für den Start benötigt.
Zu den Vorzügen gehört auch die vollständige Unterstützung von 64-Bit-Architekturen moderner PCs sowie von Festplatten, die größer als 2 TB sind. Während ein BIOS-Rechner nur von maximal 2,2 TB großen Partitionen booten kann, sind beim UEFI-BIOS durch das GPT-Partitionierungsschema bis zu 18 Exabyte adressierbar. Theoretisch können Sie damit zum Beispiel den kompletten Speicherplatz einer 6-TB-Festplatte als Bootpartition nutzen und Windows auch problemlos davon starten.
Oberflächlich betrachtet ändert sich mit UEFI für Windows-Nutzer nicht viel, denn Sie können dort das Microsoft-Betriebssystem ganz genauso installieren wie auf einem BIOS-Rechner. Mit der Standard- Installationsmethode, die nach dem klassischen Schema abläuft - Setup-DVD einlegen und davon booten -, verschenkt man allerdings sämtliche Vorzüge von UEFI. Dann wird der BIOS-Nachfolger vom System nämlich schlichtweg ignoriert.

Partitionierung herausfinden: UEFI oder GPT?
Ob es sich bei Ihrem Systemlaufwerk um einen UEFI-Datenträger handelt, finden Sie leicht heraus. Drücken Sie dazu die Tastenkombination Windows + R und geben im Dialogfeld diskmgmt.msc ein. Daraufhin startet die Windows-Datenträgerverwaltung, die sämtliche am Rechner angeschlossenen Laufwerke auflistet.
Wählen Sie die Festplatte mit Ihrer Windows-Installation aus, und rufen Sie über das Kontextmenü deren Eigenschaften auf. Wechseln Sie dann zum Register Volumes. Steht bei Partitionsstil: der Eintrag GUID-Partitionstabelle (GPT), läuft Windows im UEFI-Modus. Das ist fast immer der Fall, wenn der PC mit einem vorinstallierten Windows 8 oder 8.1 ausgeliefert wurde, da Microsoft die Hersteller verpflichtet hat, hier UEFI einzusetzen. Bei älteren oder selbst aufgesetzten System lautet der Eintrag dagegen meistens Master Boot Record (MBR), da Windows auf herkömmliche Weise installiert wurde.

GPT-Partition zum Booten erforderlich
Damit Windows im UEFI-Modus läuft, setzt es zwingend eine GPT-Partition voraus. Läuft Ihr aktuelles OS auf einer MBR-Festplatte, führt leider kein Weg an einer Formatierung und Neuinstallation vorbei. Mit Windows-Bordmitteln können Sie die Festplatte zwar problemlos in ein GPT-Laufwerk konvertieren, doch dabei gehen sämtliche Daten verloren: Über die Windows-Datenträgerverwaltung löschen Sie zunächst sämtliche Partitionen der Festplatte. Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk, und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Zu GPT-Datenträger konvertieren.
Einen kleinen Lichtblick gibt es aber trotzdem: Befindet sich auf dem Laufwerk kein Betriebssystem, weil es beispielsweise nur als Datenlaufwerk genutzt wird, klappt die Konvertierung mit dem Freeware MiniTool Partition Wizard auch ohne Datenverlust. Die Software wandelt die komplette MBR-Festplatte per Mausklick ein GPT-Laufwerk um. Befindet sich auf der Festplatte eine Systempartition, verweigert das Tool jedoch die Zusammenarbeit.

Gutes Team: UEFI und Windows 7/8/8.1
Da UEFI ein 64-Bit-System ist, kann es auch nur mit 64-Bit-Betriebssystemen etwas anfangen. Mit den 64-Bit-Ausgaben von Windows 8 beziehungsweise 8.1, Windows 7 und Windows Vista mit integriertem Service Pack 1 sind Sie auf der sicheren Seite, da sie alle Anforderungen erfüllen, die ein zu UEFI kompatibles OS mitbringen muss. Das gilt auch für Windows Server 2012, Windows Server 2008 R2 und die 64-Bit-Version von Windows Server 2008.
Manche aktuellen PCs mit UEFI-BIOS können beim Systemstart das sogenannte Compatibility Support Module (CSM) laden und gestatten es damit zum Beispiel auch, die zu UEFI inkompatible 32-Bit-Version von Windows 7 zu installieren. Das 32-Bit-Windows unterstützt jedoch keine GPT-Partitionen und darf damit nicht auf der gleichen Festplatte liegen wie eine unter UEFI installierte 64-Bit-Version von Windows.
Besitzen Sie keine 64-Bit-Version von Windows, können Sie von der Microsoft-Webseite eine zeitlich begrenzte Testversion herunterladen. Beispielsweise steht die deutschsprachige 64-Bit-Ausgabe von Windows 7 Home Premium unter bit.ly/1vkFSoN zum Download bereit. Die ISO-Datei mit dem Betriebssystem brennen Sie anschließend auf DVD, etwa mit einem Gratis-Tool wie CDBurnerXP. Legen Sie die Setup-DVD dann in das DVD-Laufwerk des Rechners, und starten Sie die Installation.

Windows im UEFI-Modus installieren
Damit Windows über das UEFI-System startet, müssen Sie es im UEFI-Modus installieren. Das geht so: Nach dem Start des Rechners booten Sie nicht von der Installations-DVD, sondern starten Sie stattdessen den dort gespeicherten UEFI-Bootlader. Dazu rufen Sie zunächst das UEFI-BIOS auf, typischerweise durch Drücken von Entf oder F2 (die passende Taste wird normalerweise beim Hochfahren des Rechners angezeigt). Im UEFI-BIOS rufen Sie dann das Bootmenü auf. Haben Sie die Installations-DVD eingelegt, wird das DVD-Laufwerk dort doppelt aufgelistet. Wählen Sie denjenigen Eintrag aus, vor dem UEFI steht.
Das Windows-Setup startet nun im UEFI-Modus und verläuft genauso wie Sie es von einer normalen Installation kennen. Achten Sie darauf, dass vor der Installation genügend freier Speicherplatz auf dem Laufwerk vorhanden ist beziehungsweise eine ausreichend groß dimensionierte freie Partition zur Verfügung steht.

Multiboot-Systeme einrichten
Nach der gleichen Methode gehen Sie vor, wenn Sie anschließend noch weitere Betriebssysteme auf der GPT-Festplatte installieren wollen. Das Wichtigste: Für jedes weitere OS legen Sie eine eigene Partition an. Die Installationsreihenfolge spielt dabei streng genommen keine Rolle, weil die Bootloader der einzelnen UEFI-Systeme sich nicht mehr gegenseitig überschreiben. Dennoch scheint es sich zu empfehlen, Windows an den Anfang der GPT-Festplatte Windows zu legen. Einige Anwender berichten über Installationsprobleme, nachdem sie zuerst ein Linux-System aufgespielt hatten und anschließend Windows installieren wollten.

Partitionsgrößen mit GParted-Boot-DVD ändern
Haben Sie der Partition zu viel oder zu wenig Speicherplatz zugewiesen, können Sie das mit dem Linux-Tool GParted nachträglich und ohne großen Aufwand korrigieren. Die Gratis-Software gibt es unter free.nchc.org.tw/gparted-live/stable verpackt in einer praktischen Live-CD. Nach dem Booten der Live-CD wählen Sie in GParted über das Dropdown-Menü am rechten oberen Fensterrand die GPT-Festplatte aus. Anschließend klicken Sie auf die gewünschte Partition und ändern deren Größe über den Kontextmenü-Befehl Resize/Move per Schieberegler. Nach einem Klick auf Apply führt GParted die Änderungen durch.

Integriertes Bootmenü
Anders als bei MBR-Laufwerken sitzt der Bootloader bei einem GPT-Drive nicht mehr im ersten Sektor der Festplatte, sondern ist in einer eigenen kleinen, FAT32-formatierten Partition untergebracht, der sogenannten EFI-Systempartition. Diese ist vor dem Zugriff durch den Anwender geschützt, doch die dort gespeicherten Dateien und Ordner lassen sich mit sich Partitionierungstools wie Partition Wizard betrachten.
Dass sich auf der EFI-Systempartition gleich eine ganze Sammlung von Files findet, liegt daran, dass sie gleichzeitig auch als Bootmanager fungiert. Jedes zu UEFI kompatible Betriebssystem, das im UEFI-Modus in seine eigene Partition installiert wird, schreibt während des Setups seine Kennung in die EFI-Systempartition. Das Bootmenü erstellt sich damit vollautomatisch. Beim klassischen BIOS lässt sich ein Mischbetrieb von Linux und Windows bequem mit Zusatztools wie dem Bootmanager Grub durchführen.
Beim Systemstart liest das UEFI-BIOS die in der EFI-Systempartition des GPT-Laufwerks gespeicherten Bootloader aus und zeigt sie in einem Menü an. Welches OS dort nach welcher Wartezeit automatisch geladen werden soll, können Sie direkt unter Windows 7 und 8 festlegen. Rufen Sie die Systeminformationen mit Windows + Pause auf, und klicken Sie dann auf Erweiterte Systemeinstellungen/Einstellungen (bei Starten und Wiederherstellen). Nun können Sie unter anderem das Standardbetriebssystem sowie die Anzeigedauer des Bootmenüs einstellen. Noch mehr Möglichkeiten bietet das Tool EasyBCD. Mit dem Programm können Sie zusätzlich die Anzeigeposition der Bootmenü-Einträge sowie deren Bezeichnungen ändern.

Stolperschwelle Secure Boot
Können zu UEFI kompatible Betriebssysteme nach der Installation nicht starten, kann ein aktiviertes Secure Boot die Ursache sein. Mit dieser eigentlich gut gemeinten Funktion soll verhindert werden, dass nicht signierter und damit potenziell gefährlicher Code ausgeführt wird. Allerdings besitzen speziell ältere Live-CDs mit Linux-Distributionen und selbst Windows 7 keine entsprechende Signierung und können daher auf einem UEFI-System mit aktiviertem Secure Boot unter Umständen nicht starten.
Im UEFI-BIOS lässt sich diese Funktion abschalten. Bleibt die Suche danach erfolglos, wird Secure Boot vom Mainboard womöglich gar nicht unterstützt. Das können Sie direkt unter Windows verifizieren: Findet sich in der Registry der Schlüssel HKLM\System\CurrentControlSet\Control\SecureBoot\State\ mit dem auf 1 gesetzten DWORD-Eintrag UEFISecureBootEnabled, ist Secure Boot aktiviert. Ausschalten können Sie die Funktion über die Registry übrigens nicht - das geht nur über das UEFI-BIOS.
