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LTE - Alle Fakten und Infos zum mobilen High-Speed-Internet

LTE ist der neue Mobilfunkstandard und erzielt Top-Download-Raten. Wir haben alle Infos und verraten, welche Tarife es gibt und wie die Zukunft aussieht.

© Hersteller/Archiv

Wer LTE braucht, welche passenden Tarife es gibt und wie die Zukunft aussieht.

LTE erzielt Downloadraten von bis zu 300 Megbit pro Sekunde und bietet seinen Nutzern unterschiedliche Tarife. Deshalb sollte man sich einige Dinge genau überlegen, bevor man sich für oder gegen den neuen Mobilfunkstandard entscheidet, wie etwa:

Brauche ich LTE? Kann ich LTE bezahlen? Was muss ich tun, um LTE zu nutzen? Die Fragen, die im Zusammenhang mit dem neuen Mobilfunkstandard auftauchen, sind zahlreich. Und sie stehen im auffälligen Kontrast zu mancher Werbekampagne der Netzbetreiber, die LTE als allein selig machenden Standard in den Mittelpunkt stellt. Doch wo liegt die Wahrheit?

Wer braucht LTE?

Was die Netzbetreiber der mobilen Gesellschaft bieten müssen, ist eine hohe Transferrate. Mit welcher Technik die realisiert wird, kann dem Kunden egal sein. Schließlich bietet schon DC-HSPA+ Downloadgeschwindigkeiten von 42 MBit/s, und damit mehr als genug Kapazität, um einen HD-Video im unterbrechungsfrei anzuschauen. Für die Surfsession im Internet reichen weit geringere Datenraten.

Prinzipiell braucht kein Anwender mehr. Die Rechnung geht trotzdem nicht auf, denn Mobilfunk ist ein sogenanntes Shared Medium - die in der Luft vorhandene Bandbreite wird zwischen allen geteilt.

Und das wird bei steigenden Ansprüchen zum Problem: Denn um im top ausgebauten UMTS-Netz einen HD-Video- Film nach Blu-ray-Standard anschauen, würde man annähernd zwei Mobilfunkzellen für sich allein benötigen - die doppelte Zellenzahl steckt im DC (Dual Carrier) von DC-HSPA+.

Realistisch ist der alleinige Zugriff auf zwei Mobilfunkzellen angesichts der vielen Smartphone-Besitzer und der geringen Anzahl an Funkstationen natürlich nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Je mehr neue Datenkunden auf die vorhandene Bandbreite im UMTS-Netz zugreifen, desto schwieriger wird es, allein durch die Technologie-Updates der letzten Jahre mit dem steigenden Bedarf Schritt zu halten.

Mittlerweile ist es trotz HSDPA, HSUPA, HSPA+ und DC-HSPA+ bei einigen Netzbetreibern richtig eng geworden. Nun kann man zusätzliche Bandbreite auch durch ein engmaschigeres Netz an Mobilfunkzellen schaffen. Doch neue Standorte zu finden ist aufwendig, weil Mobilfunktechnik in der Bevölkerung umstritten und für den Betreiber teuer ist.

LTE- Entlastung für HSDPA

Hier bietet LTE eine Lösung. Zum einen nutzt es das auf Auktionen teuer ersteigerte Spektrum deutlich effektiver als UMTS. Zudem haben die Netzbetreiber das Spektrum zusätzlich, es steht also mehr nutzbare Bandbreite zur Verfügung.

Um das Ganze noch zu toppen, können die Netzbetreiber LTE-Mobilfunkstationen meistens an bereits vorhandenen Standorten zusätzlich installieren, im besten Fall inklusive einer Modernisierung der etablierten Technik.

Wenn es im Netz also eng in dem Sinne wird, dass viele Nutzer keine befriedigende Geschwindigkeit mehr zur Verfügung gestellt bekommen, ist es für den Netzbetreiber an der Zeit, auszubauen.

Kein Wunder also, dass die beiden Telekommunikations- Riesen Telekom und Vodafone als Erste den LTE-Ausbau forciert haben - sie müssen schließlich viel mehr Kunden versorgen als O2 oder E-Plus.

In den LTE-Netzen tobt im Moment der Kampf um die Ressource Bandbreite noch nicht ganz so hart wie bei UMTS; schließlich zieht der Verkauf LTE-fähiger Smartphones gerade erst an. In Deutschland misst der Download großer Dateien im Mittel Datenraten von 20 bis 36 MBit/s bei den großen Netzbetreibern. Damit ist unter günstigen Bedingungen sogar HD-Video-Genuss in höchster Qualität möglich.

Auf die Straße gebracht

Doch es bleibt die Frage, ob es sich lohnt, extra ein LTE-fähiges Smartphone zu kaufen und beim Tarif gegebenenfalls mehr zu bezahlen. Wie oft man wirklich im LTE-Netz eingebucht ist und wie oft in welches andere Netz, haben die connect-Netztest-Partner P3 communications akribisch während der Messungen protokolliert.

Dabei gab es Unterschiede zwischen den vier Smartphones, die der Telefoniemessung dienten, und jenen, auf denen die Datenmessungen liefen. Bei den Telefonie-Modellen war, wie es für 4G-Nutzer der Normalfall ist, zwar LTE als bevorzugtes Netzwerk eingestellt, für jeden Testanruf musste das Telefon aber auf UMTS oder GSM umschalten, da über LTE zurzeit noch nicht telefoniert werden kann.

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Das iPhone 5S ist bestens auf LTE vorbereitet und unterstützt auch die künftige Ausbaustufe der Kategorie 4 (Cat-4-Standard). Preis: 900 Euro

Selbst unter diesen erschwerten Bedingungen war bei der Deutschen Telekom das Telefon vor den Anrufen in knapp über 80 Prozent der Fälle ins LTE-Netz eingebucht. Bei Vodafone lag die Quote mit über 70 Prozent nicht viel schlechter, und das im LTE-Ausbau deutlich später gestartete O2-Netz konnte immer noch über 40 Prozent LTE-Anteil bieten. Bei den Smartphones mit reiner Datennutzung zeigte LTE sogar noch mehr Präsenz: In 85 Prozent der Fälle stand bei der Telekom LTE im Display, Vodafone kam sogar auf 87 Prozent, und auch O2 überschritt mit 62 Prozent die 50-Prozent-Marke.

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Und die Anbieter planen einen weiteren Ausbau. Wer also bei LTE einsteigt, kann sich sicher sein, auch in den Genuss des Turbos zu kommen. Das nennt man eine sichere Investition, die zudem hohe Datenraten abwirft.

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Das P875 Optimus F5 von LG ist mit seinen 199 Euro eines der günstigeren LTE-fähigen Smartphones auf dem Markt.

Die Tarife

Wer mit seinem Smartphone aufs Tempo drücken will, landet unwillkürlich bei LTE. Dass der UMTS-Nachfolger Fahrt aufgenommen hat, zeigen folgende Zahlen: Jedes vierte verkaufte Smartphone ist LTE-fähig. Neben der rasant wachsenden Anzahl an geeigneter LTE-Hardware schreitet auch der Ausbau der Infrastruktur voran.

Vor allem die D-Netz-Riesen Telekom und Vodafone geben Gas: So beliefert der Bonner Marktführer bereits über 100 Städte mit dem Datendienst und will bis 2016 stolze 85 Prozent der Bevölkerung mit bis zu 150 Mbit/s beglücken.

Damit kann Vodafone bereits dienen: Seit August 2013 bieten die Düsseldorfer LTE mit 150 Mbit/s in Düsseldorf, Dortmund, Dresden und München an und haben bei ihren hochpreisigen Tarifen Red Premium und Red Black das Tempo auf 150 Mbit/s erhöht. Neben LTE sind die Red- Bundles zudem mit Inklusivkontingenten für Sprache, Daten und Auslandsnutzung prall gefüllt.

Dafür darf der Kunde auch tiefer in die Tasche greifen: Bis zu 200 Euro pro Monat verlangt Vodafone. Viel billiger macht's die Telekom auch nicht: Für die exzellente Netzinfrastruktur und die opulenten Dreingaben bei den Complete-Comfort-Paketen kassieren die Bonner bis zu 150 Euro pro Monat.

Einzig O2, der dritte LTE-Netzbetreiber, schert preislich aus: Für maximal 50 Euro pro Monat sind in den Bundles neben 5 GB via LTE auch Daten fürs Ausland inklusive.Dafür ist bei den Münchnern das Tempo limit bei 50 Mbit/s erreicht.

Download: LTE-Tarife der Netzbetreiber in der Übersicht

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