WLAN 802-11ax vs. WLAN-ac

WiFi 6: Für wen lohnt sich das Upgrade?

6.7.2021 von Tim Kaufmann

WiFi 6 löst das in die Jahre gekommene WiFi 5 ab. Wir zeigen die Vorteile von WiFi 6 und sagen, für wen sich das Upgrade lohnt.

ca. 5:00 Min
Ratgeber
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Was bringt Wifi 6 und lohnt sich das jetzt schon?
Was bringt WiFi 6 und lohnt sich das jetzt schon?
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So richtig neu ist das 2018 vorgestellte WiFi 6 (WLAN 802-11ax) nun auch schon nicht mehr. Aber so ist das mit den WiFi-Standards. Zwischen der Finalisierung und der Verbreitung entsprechender Geräte vergeht Zeit. Erst jetzt, Anfang 2021, beherrschen so viele Endgeräte den neuen Standard, dass der Wechsel auf entsprechende Router beziehungsweise Access Points spannend wird.

Andererseits zeichnet sich bereits der Nachfolger namens WiFi 6E (WLAN 802.11ay) überdeutlich am Horizont ab. So entsteht die Frage, mit der wir uns hier beschäftigen wollen: Jetzt auf WiFi 6 wechseln oder besser auf WiFi 6E warten?

Das bringt Wifi 6

Fortschritt drückt sich in Sachen WLAN vor allem in Form von Geschwindigkeitszuwachs aus. Da ist WiFi 6 richtig stark - zumindest auf dem Papier. Der maximale Datendurchsatz steigt gegenüber dem Vorgänger WiFi 5 (WLAN 802.11ac) von 3,5 auf 9,6 Gigabit pro Sekunde (Gbps). Die Wifi Alliance, das Konsortium das hinter dem Standard steckt, macht daraus in ihrer Werbung die "fast vierfache Geschwindigkeit".

In der Praxis fällt der Geschwindigkeitsvorteil von WiFi 6 gegenüber 5 aber deutlich geringer aus. Er erreicht etwa das 1,4-fache - unter idealen Rahmenbedingungen und nur bei den Access Points (AP), die so genannte MU-MIMO-Streams bereitstellen. Die ebenfalls vom WiFi-6-Standard abgedeckten Basisstationen mit MIMO-Streams liegen deutlich darunter.

"MU-MIMO" steht für "Multiuser Multiple Input Multiple Output". Die Technik ermöglicht dem Access Point zeitgleich mit mehreren Endgeräten zu kommunizieren, also mit PC, Laptop, Handy und so weiter. Im Hinblick auf die Geschwindigkeit ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber einfacherer Technik wie MIMO, mit der der AP die Endgeräte nur der Reihe nach anfunken kann. Eingeführt wurde MU-MIMO im Rahmen des so genannten "Wave 2"-Updates für WiFi 5. Danach kann ein AP mit maximal 4x4 MU-MIMO vier Antennen enthalten, über die er bis zu vier Clients gleichzeitig mit WLAN versorgt.

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Auch Endgeräte können ihre WLAN-Geschwindigkeit durch den Einsatz mehrerer Antennen erhöhen. Dann bedient zum Beispiel ein 4x4 AP je einen Laptop und ein Smartphone mit 2x2 MU-MIMO gleichzeitig. Bei WiFi 5 funktioniert das nur in Senderichtung (vom AP aus gesehen), bei WiFi 6 auch in Empfangsrichtung. Das wirkt sich unter anderem da positiv aus, wo es auf geringe Latenzzeiten ankommt - zum Beispiel bei der Videotelefonie aber auch beim Gaming. Außerdem macht WiFi 6 den Weg frei für 8x8 MU-MIMO, was mehr Geschwindigkeit pro Client und/oder die gleichzeitige Versorgung von mehr Clients erlaubt. Wenngleich nicht jedes Gerät mit WiFi-6-Logo das so genannte "Uplink MU-MIMO" unterstützt, spiegelt der Standard mit diesen Neuerungen eine Realität wieder, in der nicht mehr nur der Laptop und ein Smartphone im WLAN agieren, sondern auch Tablet, Smartwatch, Streaming-Clients und Smarthome-Geräte.

Dasselbe gilt auch für die neue OFDMA-Technik (Orthogonal Frequency Division Multiplexing). Mit ihrer Hilfe nutzen WiFi-6-APs die Gesamtkapazität des Netzwerks, indem Sie die Kanalbreite dynamisch an den aktuellen Bedarf der einzelnen Endgeräte anpassen. Dank OFDMA erhält zum Beispiel der Fernseher einen breiten Kanal für die Übertragung des 4K-Videostreams von Netflix. Das Handy mit dem parallel laufenden Chat wird unterdessen über einen schmaleren Kanal versorgt.

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WiFi 6 bringt aber nicht nur mehr Geschwindigkeit, Effizienz und niedrigere Latenz. Auch in Sachen Sicherheit bedeutet die Technik einen Sprung nach vorne. Die potentiell unsichere Verschlüsselungstechnik WPA2 wird nämlich durch den Nachfolger WPA3 ersetzt.

Wifi 6E wird der größere Sprung

Der Nachfolger von WiFi 6 steht bereits fest - er wird WiFi 6E heißen und bringt eine große Verbesserung. Neben dem 2,4- und dem 5-GHz-Band wird sie auch das 6-GHz-Band nutzen. Das Mehr an Frequenzen bedeutet - vereinfacht ausgedrückt: mehr Geschwindigkeit für mehr Geräte. Außerdem gilt: Je höher die Frequenz, um so geringer die Reichweite, um so höher aber auch die Maximalgeschwindigkeit. Spezialanwendungen, die auf beide Charakteristika angewiesen sind, profitieren deshalb überproportional von WiFi 6E, zum Beispiel Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen.

Zuletzt hat es eine so sprunghafte Verbesserung vor fast 20 Jahren gegeben, als das 5-GHz-Band für WLAN-Kommunikation geöffnet wurde. Allerdings hat die Bundesnetzagentur bislang nur etwa die Hälfte der möglichen 6-GHz-Frequenzen für die WLAN-Nutzung freigegeben. Wann der Rest folgt, ist unklar. Das bedeutet, dass Sie die Vorteile von WiFi 6E zunächst einmal nur eingeschränkt nutzen können. Außerdem wird es noch dauern, bis sowohl Endgeräte als auch APs in der Breite mit WiFi 6E ausgestattet werden - nach unserer Einschätzung bis in das Jahr 2022 hinein.

Das zeigt ein Blick auf die Verbreitungsgeschwindigkeit von WiFi 6 genauso wie zum Beispiel der auf den Smartphone-Markt. Hier gehört Samsungs Galaxy S21 zu den ersten Geräten mit WiFi 6E. Gerüchten zufolge soll auch das für den Herbst 2021 erwartete iPhone 13 den neuen Standard unterstützen. Laptops mit WiFi 6E haben wir bislang noch keine entdeckt, dafür wurden erste Mainboards angekündigt. Die dafür notwendigen Chips von Qualcomm und anderen Spezialisten gibt es nämlich schon längere Zeit.

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Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie Sie heute WLAN-technisch ausgestattet sind und welche WiFi-6-Geräte Sie konkret kaufen möchten. Sorgen um die Kompatibilität müssen Sie sich keine machen. WiFi 6 ist kompatibel zu allen Geräten, die Sie bislang mit Ihrem WLAN verbinden.

Keine "Update-Pflicht" für Wifi 5 Wave 2 Besitzer

Wer heute schon über einen WiFi-5-AP oder Router der zweiten Generation ("Wave 2", d.h. mit 4x4 MU-MIMO) verfügt, für den fällt der Gewinn durch den Wechsel auf WiFi 6 am geringsten aus. Bei sehr vielen Geräten im WLAN-Netzwerk, wenn Sie über WLAN spielen oder mit WPA3 auf maximale Sicherheit setzen, dann kann WiFi 6 trotzdem interessant für Sie sein. Wenn es keinen unmittelbaren Handlungsdruck gibt, der Sie zu einer Neuanschaffung zwingt, sollten Sie aber vielleicht besser auf Wifi 6E warten.

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Kaufempfehlung für Besitzer von WiFi 4 und WiFi 5 Wave 1

Zum Upgrade raten wir, wenn Sie einen WiFi 5 AP mit 2x2 MU-MIMO, ein Gerät der ersten WiFi 5 Generation ganz ohne MU-MIMO oder einen noch älteren Access Point (zum Beispiel WiFi 4/WLAN 802.11n) besitzen. Hier sind die Vorteile durch den Wechsel auf WiFi 6 so groß, dass er sich schon heute lohnt. Vorausgesetzt natürlich, es steht genug Raum zur Verfügung, der mit WLAN versorgt werden muss und Sie kommen mit dem bisherigen Setup an die Grenzen.

WiFi 6 ist "Pflicht" für neue WLANs

Auch wenn Sie ein WLAN ganz neu aufbauen, zum Beispiel weil Sie umgezogen oder ausgezogen sind, sollten Sie unter WiFi 6 nicht mehr einsteigen. Achten Sie in jedem der drei Fälle darauf, dass Sie einen WiFi 6 AP mit mindestens 4x4 MU-MIMO kaufen. Die einfacheren Geräte mit 2x2 MIMO sind aus unserer Sicht nur eingeschränkt empfehlenswert.

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