Unnötig oder essentiell?

Wann lohnt sich eine Soundkarte?

26.10.2022 von Corinna Ingenhaag

Welchen Unterschied macht es, eine Soundkarte statt den Onboard-Chip zu nutzen? Ist intern oder extern besser? Was vor und bei der Anschaffung zu beachten ist!

ca. 5:55 Min
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Lohnt sich eine Soundkarte?
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Eine viel diskutierte Frage: Warum soll ich eine Soundkarte kaufen, wenn doch mein Motherboard bereits über eine Onboard-Lösung für die Verarbeitung von Audiosignalen verfügt? Dass die Frage so intensiv besprochen wird, liegt daran, dass es keine allgemeingültige Antwort darauf gibt. Denn klar ist: Natürlich kann man auch ohne eine dedizierte Soundkarte leben, schließlich kann auch ein Onboard-Chip digitale Audiosignale mittels DAC (Digital Analog Converter) in analoge verwandeln.

Die Frage ist vielmehr, möchte man das auch? Denn wer Wert auf eine hochwertige Audio-Performance legt, wird mit einer Onboard-Lösung womöglich nicht glücklich. Darum wollen wir einmal beleuchten, welchen Unterschied es macht, auf eine Soundkarte zu setzen, ob ein internes oder externes Modell zu empfehlen ist und worauf bei der Anschaffung zu achten ist.

Welchen Unterschied macht der Einbau einer Soundkarte?

Hier werden nicht nur Gamer die Ohren spitzen, denn auch beim Genuss von Filmen und der Verarbeitung von Musik ist die Soundqualität relevant. Aber ist sie mit einer Soundkarte wirklich besser? Grundsätzlich ja. Denn es gibt einige Faktoren, die den Sound der Onboard-Lösung beeinflussen und sogar stören können. Bei einer solchen Installation ist zunächst zu beachten, dass die Mother aller Boards, also das Mainboard, sich um ziemlich viele Dinge im PC kümmern muss. Sie beherbergt zahlreiche Chipsätze und Schnittstellen, den CPU-Sockel, den Kühler etc. Hier ist also ziemlich viel los und es herrscht Platzmangel auf der Platine. Ein recht kleiner Soundchip mit einer ebenso kleinen Verstärkereinheit ist die Folge. Dass sich dann nicht die gleiche Audio-Power entfalten kann, wie bei einer separaten Soundkarte, liegt auf der Hand.

Insbesondere bei hoher Lautstärke oder kräftigen Bässen zeigen sich die Unterschiede und die Soundkarte beweist, warum sie bei audiophilen Nutzern zum guten Ton gehört. Doch nicht nur das Platzangebot spielt eine Rolle. Auch andere Komponenten wie zum Beispiel Festplatten, Grafikkarten oder CPUs können im Betrieb für Störsignale bei der Audioausgabe sorgen – ein Rauschen oder Fiepen können dann die Folge sein. Diese Einflüsse werden von Soundkarten häufig besser abgefangen. Sie verfügen zudem häufig über eine spezielle Technik zum Abschirmen technischer Interferenzen. Hinzu kommt der Umfang der Anschlüsse. Die Anzahl der Slots ist bei Soundkarten meist höher und ermöglicht so zum Beispiel die Nutzung eines mehrkanaligen Lautsprecher-Systems.

Lohnt sich eine Soundkarte?
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Drinnen oder draußen? Interne oder externe Festplatte

Entscheiden wir uns für den Einsatz einer Soundkarte, stehen wir schon vor der nächsten Frage. Nämlich, ob wir einen internen oder einen externen Einsatz unseres Klangoptimierers wünschen. Und auch hier gibt es wieder keine richtige oder falsche Antwort. Es kommt erneut auf die individuellen Anforderungen an. Schauen wir uns also an, wann eine externe Soundkarte wie Musik in Ihren Ohren klingt und wann es doch die interne Lösung sein sollte.

Die Unterschiede und Performance-Merkmale

Die meisten hochwertigen Soundkarten sind interne Lösungen. Das bedeutet, sie werden im PC-Gehäuse verbaut. Das erfordert natürlich etwas technisches Geschick, ist aber machbar. Angeschlossen werden die Soundkarten über die PCI- bzw. PCIe-Schnittstelle des Mainboards. Hersteller wie Creative oder Asus bieten diverse interne Soundkarten an, die das Audiovergnügen maximieren sollen. Doch wie finden wir die richtige Soundkarte?

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Zu den wichtigsten Kriterien zählt der Signal-Rauschabstand (SNR, Signal to Noise Ratio). Er definiert das Verhältnis zwischen dem Ton-Signal und dem Rauschen in Dezibel. Je höher der Wert liegt, desto besser bzw. desto weniger Rauschen ist zu hören. Ab einem Wert von 100 dB liefern die Soundkarten bereits einen guten Klang. Weitere Indikatoren sind die Abtastrate (in Hertz) und die Auflösung. Erstere wird auch Sampling-Frequenz genannt, sie gibt an, wie häufig ein Signal abgetastet, also verarbeitet wird. Die Auflösung (in Bit) bestimmt die Tiefe der Abtastung.

Ebenfalls beachtenswert sind der Kopfhörerverstärker und die Anschlüsse der Soundkarte. Diese legen natürlich fest, welche Ein- und Ausgänge wir nutzen können, zum Beispiel für ein Headset, verschiedene Lautsprecher, Kopfhörer oder Mikrofone. Außerdem gibt es Soundkarten, die mit der Stromzufuhr über die PCIe-Schnittstelle nicht auskommen und noch einen separaten Anschluss für die eigene Energie benötigen. Das kann unter Umständen zu Platzproblemen im Gehäuse führen und ist darum vor dem Kauf zu beachten. Abgerundet wird das Audio-Portfolio dann noch von einer entsprechenden Software, die es ermöglicht, die Sound-Einstellungen zu definieren und Bearbeitungen durchzuführen.

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Die interne Soundkarte: Creative Sound Blaster AE-7

Die Sound Blaster AE-7 von Creative ist ein gutes Beispiel für eine interne Soundkarte. Sie liefert einen hochwertigen DAC (Digital-Audio-Wandler) mit einem Signal-Rauschabstand von 127 dB. Mit einer Abtastrate von 384 kHz und einer Auflösung von 32 Bit liefert sie eine ordentliche Wiedergabeleistung und verspricht einen klaren Sound.

Sie besitzt einen hochwertigen Kopfhörerverstärker, nämlich den Xamp-Doppelverstärker, der jede Hörmuschel separat mit Leistung versorgt. Zudem unterstützt die Soundkarte diskreten 5.1 Sound auf Lautsprechern und virtuellen Surroundklang bis zu 7.1. sowie Dolby Digital Live, eine DTS Connect-Kodierung und die Sound Blaster Surround Virtualisierung.

Als Schnittstellen stehen mit der Creative Sound Blaster AE-7 drei 3,5 mm 5.1 Line-Out Ports, ein optischer TOSLINK-Ausgang, ein 3,5 mm HP-Out und ein 3,5 mm Mikrofon- bzw. Line-in-Port zur Verfügung. Mit im Gepäck hat sie außerdem die Creative Sound Blaster Command-Software-Suite und ein Audio Control Modul, das für einen besonders hohen Komfort sorgen soll.

Die externe Soundkarte: Asus Xonar U7

Neben dem Einbau einer internen Soundkarte gibt es auch die Möglichkeit, eine externe Soundkarte anzuschließen. Das Gehäuse bleibt also zu und der Anschluss erfolgt via USB. Vor allem bei Laptops und Notebooks ist das eine praktikable Lösung, denn im Gegensatz zum PC lässt sich hier nicht ohne weiteres der Deckel abschrauben und eine Soundkarte installieren.

Versagt der verbauten Lösung im Notebook die Stimme, ist eine externe Soundkarte eine gute Lösung, um den defekten Onboard-Chip zu ersetzen, ohne dass aufwendige Reparaturen nötig sind. Auch die Erreichbarkeit der Anschlüsse ist ein Plus der externen Lösung. Wer häufig umsteckt, aber dabei nicht immer hinter den Schreibtisch klettern möchte, profitiert von einer externen Soundkarte.

Schauen wir uns dazu die Asus Xonar U7 MKII 7.1 USB-Soundkarte genauer an. Sie verfügt über einen Kopfhörerverstärker und liefert mit einer Sampling-Frequenz von 192 kHz und einer Auflösung von 24 Bit gute Richtwerte und überzeugt außerdem mit einem Signal-Rauschabstand von 114 dB. Neben 7.1-Kanal Surroundsound ermöglicht sie es außerdem, die analogen Signale von den digitalen zu trennen, um zum Beispiel einen Crosstalk (also das Übersprechen) und andere unerwünschte Effekte zu verhindern.

Beim Gaming ein echter Vorteil. Ein weiterer Vorzug der externen Soundkarte sind die Lautstärkeregler für Kopfhörer und das Mikrofon, die eine schnelle und individuelle Anpassung des Audio-Setups begünstigen. Zudem gibt es einen klickbaren Drehknopf zur Lautstärkeregelung und zum Umschalten zwischen Kopfhörer- und Lautsprecherwiedergabe. Ein entsprechendes Softwarepaket ist ebenfalls enthalten.

Wir stellen also fest, dass die Nutzung einer dedizierten Soundkarte durchaus sinnvoll sein kann, wenn man Wert auf einen vollen und ausgewogenen Klang legt. Beim Gaming kann es zum Beispiel wichtig sein, akustisch wahrzunehmen, ob der Feind sich von hinten nähert oder vielleicht doch schon neben einem steht. Wer hier mit einem unsauberen, rauschenden Sound arbeiten muss, ist durchaus im Nachteil. Bei Musikern und anderen Menschen, die mit Sound arbeiten, stellt sich die Frage nach dem Aufrüsten per Soundkarte meist erst gar nicht. Denn schließlich kommt die Soundkarte nicht nur bei der Audioausgabe zum Einsatz, sondern bereitet zum Beispiel auch Signale von einem Mikrofon auf. In solchen Fällen ist meist schnell klar: Eine Soundkarte muss her, um das Maximum aus den Audio-Signalen herauszuholen.

Doch trotz aller Soundkarten-Performance, kommt es auch immer auf das entsprechende Ausgabegerät an. Wer also in eine professionelle Soundkarte investiert, aber bei den Kopfhörern oder den Lautsprechern spart, wird trotzdem keine audiophilen Höhepunkte erleben. Andersherum ist es natürlich schade, nicht das volle Potenzial des High-End-Headphones oder der 7.1.-Anlage erleben zu können, weil wir uns mit einem Onboard-Soundchip begnügen. Dennoch muss man auch diesen zu Gute halten, dass sie in den letzten Jahren aufgeholt haben und inzwischen auch häufig gute Ergebnisse erzielen. Einige Platinen sind dazu zum Beispiel mit einem Kopfhörerverstärker und einem hochwertigen Digital-Analog-Wandler ausgestattet. Das Motto lautet also: Ohren auf bei der Komponenten-Wahl.

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