Leistung, Preise und Anwendungsgebiete

AMD Ryzen 7000: Wann und für wen lohnt sich das Upgrade?

14.10.2022 von Philipp Briel

Ende August stellte AMD seine neue Ryzen-7000-Prozessorgeneration (Raphael) vor, die rund einen Monat später ihren Weg in den Handel fanden. Wir verraten Ihnen, wann und für wen sich ein Upgrade lohnen könnte.

ca. 5:35 Min
Ratgeber
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Der neue AM5-Sockel kann auf PCIe 5.0, DDR5 und mehr zurückgreifen.
Der neue AM5-Sockel kann auf PCIe 5.0, DDR5 und mehr zurückgreifen.
© AMD

Seit dem 27. September sind die neuen AMD-Chips im Handel erhältlich. Mit dem Wechsel auf die neue Zen-4-Architektur versprich der Hersteller mehr Leistung und eine bessere Energieeffizienz. Doch auch die Preise sind gestiegen, zumal ein neues Mainboard durch den Wechsel auf Sockel AM5 bei der Kaufentscheidung mit eingeplant werden will.

Ob und wann sich für Sie ein Upgrade lohnt und wie sich die neue Generation im Vergleich zu Ryzen 5000 und der 12. Intel-Core-Generation Alder Lake schlägt, lesen Sie an dieser Stelle.

AMD Ryzen 7000: Vier CPU-Varianten mit hohen Preisen

AMDs neue CPU-Generation mit dem Codenamen Raphael startet zunächst in vier verschiedenen Ausführungen, die auf die neue Zen-4-Architektur und durch die Fertigung im 5-nm-Verfahren eine bessere Energieeffizienz versprechen:

  • AMD Ryzen 5 7600X mit 6 Kernen, 12 Threads und Taktfrequenzen bis 5,3 GHz
  • AMD Ryzen 7 7700X mit 8 Kernen, 16 Threads und Taktfrequenzen bis 5,4 GHz
  • AMD Ryzen 9 7900X mit 12 Kernen, 24 Threads und Taktfrequenzen bis 5,6 GHz
  • AMD Ryzen 9 7950X mit 16 Kernen, 32 Threads und Taktfrequenzen bis 5,7 GHz

Doch da Ryzen 7000 auf einen neuen Sockel namens AM5 setzt, gilt es bei einer Neuanschaffung auch die Kosten für ein neues Mainboard im Hinterkopf zu behalten. Zwar können Sie die meisten vorhandenen CPU-Kühler der Vorgängergeneration weiterverwenden, doch eine neue Platine ist Pflicht.

Vier neue CPUs bilden den Auftakt der AMD-Ryzen-7000-Serie.)
Vier neue CPUs bilden den Auftakt der AMD-Ryzen-7000-Serie.)
© AMD via Twitter

Und auch hier gibt es Unterschiede, denn mit X670 Extreme, X670, B650 Extreme und B650 stehen ganze vier Chipsätze zur Auswahl, die sich hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit aber auch in Puncto Preis stark unterscheiden.

Grundsätzlich gilt: Alle Ryzen-7000-CPUs passen auf alle entsprechenden Mainboards und Chipsätze. Die X670-Varianten richten sich hingegen an die Oberklasse, während die gerade erst erschienen B650-Modelle in der Mittelklasse heimisch sind.

Das Upgrade auf Ryzen 7000 ist teuer

Erste Mainboards mit dem B650-Chipsatz schlagen aktuell mit rund 220 Euro zu Buche. Die günstigste Ryzen-7000-CPU, der AMD Ryzen 5 7600X, noch einmal mit knapp 360 Euro und auch der neue, schnelle und verpflichtend eingeführte DDR5-Arbeitsspeicher mit AMD EXPO („Extended Profiles for Overclocking“) schlägt noch einmal mit mindestens 230 Euro zu Buche.

Der AMD-Ryzen-7000-Einstieg gestaltet sich also bereits auf der niedrigsten Leistungsstufe vergleichsweise kostspielig. Mindestens 810 Euro wollen also in die neue Plattform investiert werden.

Neuer DDR5-Arbeitsspeicher ist bei der AMD Ryzen 7000-Serie Pflicht.

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Mit steigender Leistung durch die schnelleren Varianten steigen die Preise zudem exponentiell weiter an: Das Top-Modell AMD Ryzen 9 7950X kostet rund 850 Euro, für das günstigste Mainboard mit X670 Extreme-Chipsatz werden noch einmal mindestens 600 Euro fällig, womit Sie schon bei Preisen eines Mittelklasse-Gaming-PCs sind.

Das CPU-Top-Modell AMD Ryzen 9 7950X kostet damit aktuell rund 240 Euro mehr als sein direkter Vorgänger in Form des Ryzen 9 5950X.

Spürbar mehr Leistung bei Ryzen 7000

Einen ersten Eindruck davon, wie sich die neuen AMD-Ryzen-7000-Prozessoren im Vergleich zur vorangegangenen Generation schlagen, hat AMD bereits selbst verraten. Die Top-Modelle Ryzen 9 7950X und 5950X setzen beide auf 16 Kerne und 32 Threads, unterscheiden sich aber hinsichtlich der weiteren Spezifikationen bereits deutlich.

Bei der neuen AM5-CPU bietet jeder Kern bereits einen Basistakt von 4,5 GHz, waren es beim Vorgänger noch 3,4 GHz. Im Boost sind sogar 5,7 GHz gegenüber 4,9 Ghz möglich.

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Interessant ist hier auch der Vergleich zum Intel-Pendant in Form des Core i9-12900K, der 16 Kerne mit 24 Threads kombiniert und Taktraten von 3,2 GHz beziehungsweise 5,2 GHz im Turbo-Modus bietet.

Mittlerweile ist aber auch die 13. Generation an Intel Core Prozessoren, namentlich Raptor Lake, gestartet. Hier thront der Core i9 13900K an der Spitze, der mit 24 Rechenkernen, 32 Threads und Taktraten von bis zu 5,8 GHz die Nase vorn zu haben scheint. In wenigen Tagen sind die neuen CPUs verfügbar und Tests geben Aufschluss, welcher Chip wann der bessere ist.

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Hier müssen Sie aber bedenken, dass Intel – anders als AMD – auf eine Kombination aus Leistungs- und Effizienzkernen setzt. Letztere sind im Falle des Core i9 13900K mit 2,2 GHz bei Weitem nicht so schnell wie die Performance-Kerne, die mit 3,0 GHz getaktet sind.

AMD selbst verspricht sogar, dass bereits das Einstiegsmodell Ryzen 5 7600X hinsichtlich der Leistung mit dem Intel Core i9-12900K mithalten kann. In der eigenen Präsentation sprach der Hersteller von einer durchschnittlich um fünf Prozent höheren Gaming-Leistung bei einer Full-HD-Auflösung.

Der Ryzen 5 7600X soll bei Spielen dem Intel Core i9-12900K überlegen sein.
Der Ryzen 5 7600X soll bei Spielen dem Intel Core i9-12900K überlegen sein.
© AMD via YouTube

Bessere Effizienz dank 5-nm-Architektur?

Ein weiterer Vorteil der AMD Ryzen 7000-Serie liegt im Fertigungsverfahren. Denn die neue CPU-Generation setzt auf eine 5-nm-Architektur, was eine leistungseffizientere Nutzung bei niedrigerem Strombedarf verspricht.

Gerade im Hinblick auf die gestiegenen Stromkosten ein nicht zu unterschätzender Faktor, der auf lange Sicht enorme Auswirkungen haben kann. In Vergleich dazu setzen die 12. und auch die 13. Intel Core-Generation beispielsweise auf eine 10-nm-Architektur, was zumindest in der Theorie auf eine höhere Leistungsaufnahme und damit einhergehend auch auf höhere Stromkosten schließen lässt.

Wie sich das letztlich auf den Praxiseinsatz auswirken wird, bleibt abzuwarten. Tests wie beispielsweise bei TechSpot deuten darauf hin, dass sich der High-End-Chip AMD Ryzen 9 7950X deutlich mehr Energie gönnt als sein Vorgänger, hinsichtlich der Leistungsaufnahme aber knapp unterhalb der des Core i9-12900K liegt – zumindest unter Last.

In Spielen hingegen gönnt sich Ryzen 7000 minimal mehr Energie als die vorangegangene Generation. Ganz anders sieht es schon aus, wenn man den Ryzen 5 7600X mit dem Top-Modell der 12. Intel Core-Generation vergleicht:

Hier ist die durchschnittliche Performance in verschiedenen Spielen nahezu dieselbe, die Leistungsaufnahme der AMD-CPU fällt aber deutlich niedriger aus. Zumal zwischen den reinen CPU-Preisen ebenfalls ein Unterschied von 270 Euro besteht, denn der Intel Core i9-12900K liegt noch immer bei einem Preis von 629,00 Euro.

Wir helfen, wenn Sie die neuen AMD-CPUs direkt kaufen möchten.

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Die im März 2022 eingeführte CPU-Variante setzt auf einen besonders großen 64-MB-L3-Cache, der den normalen Cache mithilfe einer 3D-Stacking-Technologie erweitert. Insgesamt stehen so also 96 Megabyte zur Verfügung. Der 7950X bietet hingegen 80 Megabyte.

Entsprechende Gaming-Chips samt 3D V-Cache hat der Hersteller für die neue CPU-Generation bereits für Anfang 2023 in Aussicht gestellt. Einen konkreten Termin gibt es allerdings noch nicht. Wer gerne spielt, sollte also entweder mit dem Upgrade noch warten oder zum Ryzen 7 5800X3D greifen. Zumal hier aufgrund des AM4-Sockels und dem DDR4-Arbeitsspeicher noch größeres Potenzial zum Sparen besteht, vor allem, wenn entsprechende Hardware bereits vorhanden ist.

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Für wen lohnt sich das Upgrade auf AMD Ryzen 7000?

Während Gamerinnen und Gamer, gerade im Hinblick auf die hohen Preise für Mainboards und DDR5-Arbeitsspeicher, mit dem Kauf aktuell noch warten sollten, zeigt sich doch in einigen Anwendungsgebieten eine deutliche Mehrleistung.

Gerade in Hardware-hungrigen Programmen kann die neue Ryzen 7000-Serie ihr Potenzial ausspielen. Besonders die neuen B650- und B650E-Mainboards für den Mainstream-Markt erlauben einen vergleichsweise günstigen Einstieg.

Bereits der Ryzen 5 7600X liegt in anspruchsvollen Anwendungen, beispielsweise im Bereich der Bildbearbeitung, hinsichtlich der Leistung oberhalb der des Intel Core i9-12900K oder zumindest gleichauf. Auch in Spielen kann die CPU sehr gut mithalten und arbeitet noch dazu deutlich effizienter.

Zumal Sie mit einem Wechsel auf die AM5-Plattform auch in die Zukunft investieren, denn AMD will den neuen Sockel mindestens bis zum Jahr 2025 weiter nutzen. Wenn die Preise für den schnellen DDR5-Arbeitsspeicher im kommenden Jahr weiter sinken, wird die neue Plattform zudem noch einmal deutlich attraktiver.

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