Was beachten?

Lohnt es sich, Grafikkarten zu übertakten?

17.8.2022 von Philipp Briel

Moderne Spiele stellen immer höhere Anforderungen an den eigenen PC oder das Notebook. Vor allem die Grafikkarte wird dabei oft zum entscheidenden Faktor, wenn Spiele ruckeln oder nicht in der maximal möglichen Detailstufe dargestellt werden können. Doch nicht immer ist ein Upgrade der bestehenden Hardware nötig. Eine weitere Option ist, die Grafikkarte zu übertakten. Aber lohnt sich das überhaupt?

ca. 3:05 Min
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Bei wenig fps ist das Übertakten der Grafikkarte eine Option. Ist das sinnvoll und lohnt sich das?
Bei wenig fps ist das Übertakten der Grafikkarte eine Option. Ist das sinnvoll und lohnt sich das?
© Oleksandr Delyk / Adobe Stock

Man hat sich monatelang auf ein neues Spiel gefreut, nur um dann feststellen zu müssen, dass es auf dem eigenen PC nicht flüssig oder in der maximalen Detailstufe läuft. Ist die Grafikkarte zu langsam, wird es kostspielig. Gibt es nicht auch eine günstigere Möglichkeit, um ganz ohne zusätzliche Investitionen mehr Bilder pro Sekunde aus aktuellen Games herauszuholen? Die gibt es, denn Grafikkarten lassen sich übertakten.

Was bedeutet Übertakten?

Die Berechnung von Bildinhalten erfolgt bei einer Grafikkarte über die sogenannte Graphics Processing Unit (GPU). Diese ist, hinsichtlich ihres Aufbaus, einer CPU sehr ähnlich und bietet einen gewissen Speichertakt, der für gewöhnlich in Megahertz (kurz: MHz) angegeben wird.

Genau diese Taktfrequenzen lassen sich, beispielsweise durch die Nutzung verschiedener Software-Lösungen, erhöhen. Man spricht vom sogenannten Übertakten (Englisch: Overclocking), denn der Takt der Grafikkarte liegt über dem Standardwert, mit dem die Hardware ausgeliefert wurde.

Standardmäßig werden Grafikkarten mit Taktraten ausgeliefert, die stets einen sicheren und stabilen Betrieb gewährleisten sollen. Diese werden von den Hersteller aber meist relativ niedrig angesetzt und verfügen entsprechend über gewisse Leistungsreserven, die das Übertakten ermöglichen.

Was ist beim Übertakten von Grafikkarten zu beachten?

Während es durch das Übertakten möglich ist, die maximale Leistung einer Grafikkarte zu erhöhen, gilt es dennoch, ein paar Punkte zu beachten. Erhöht man die Taktraten, steigt gleichzeitig die Leistungsaufnahme. Die Grafikkarte und das gesamte System genehmigen sich also mehr Strom.

Zudem erhöhen sich die Temperaturen der Grafikkarte, was allgemein zu einer höheren Systemauslastung der Hardware führt. Übertreibt man es mit der Übertaktung, kann dies zu Ausfällen oder Abstürzen und – im schlimmsten Fall – auch zu Schäden führen. Diese sind in der Regel nicht von der Herstellergarantie abgedeckt.

Verschiedene interne Schutzmechanismen machen einen vollständigen Hardware-Defekt zwar unwahrscheinlich, ganz auszuschließen ist dieser allerdings nicht. Beim Übertakten von Grafikkarten kann man in den meisten Fällen die Werte für Taktfrequenz, Stromaufnahme und Lüftung frei wählen oder einsehen. Es empfiehlt sich also, hier die Übertaktung vorsichtig und schrittweise vorzunehmen und den Regler nicht sofort auf Anschlag zu drehen.

Grafikkarte optimal einstellen
MSI Afterburner ist ein bewährtes Tool, das viele Feineinstellungen für die Grafikkarte ermöglicht.
© Screenshot: PC Magazin

Wie lässt sich eine Grafikkarte übertakten?

Während das Übertakten früher mit viel Aufwand verbunden war, ist der Prozess mittlerweile dank verschiedener Software-Lösungen sehr simpel geworden. Bereits innerhalb der Treiberpakete von Grafikkartenherstellern wie AMD oder Nvidia finden sich entsprechende Möglichkeiten zur Übertaktung.

Als empfehlenswerte, benutzerfreundliche und vielseitige Lösung hat sich bereits seit Jahren die Software MSI Afterburner etabliert, die nicht nur mit Grafikkarten von MSI, sondern unabhängig vom Hersteller arbeitet.

Das Programm erlaubt aber nicht nur das Übertakten der Grafikkarte, sondern bietet mit dem Benchmark-Tool Kombustor gleichzeitig auch die Möglichkeit, die Leistungswerte vor und nach der Anpassung zu messen.

Mit MSI Afterburner können Sie Ihre Grafikkarte bequem übertakten.

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Alternativ dazu bietet die AMD Adrenalin Software bereits ab Werk ebenfalls die Möglichkeit zur Übertaktung und das wahlweise mit einer manuellen Angabe der bevorzugten Leistungswerte oder mithilfe eines automatischen Tunings. Bei der Nvidia-Lösung GeForce Experience hingegen ist lediglich eine automatische Übertaktung möglich.

Lohnt es sich, eine Grafikkarte zu übertakten?

Die ausgehende Frage, ob es sich überhaupt lohnt, eine Grafikkarte zu übertakten, lässt sich allgemein nicht so leicht beantworten. Im Durchschnitt lässt sich durch das Übertakten die Grafikleistung um bis zu 10 Prozent steigern ohne Gefahr zu laufen, dass es zu Abstürzen oder Problemen mit der Hardware kommt.

Die Unterschiede hinsichtlich der Leistung zwischen der normalen Taktrate und den übertakteten Werten lassen sich zudem präzise mithilfe von Benchmark-Tools für Grafikkarten ermitteln.

Läuft ein aktuelles Spiel auf dem eigenen PC also beispielsweise nur mit 27 Bildern pro Sekunde, was allgemeinhin als nicht flüssige Darstellung gilt, lässt sich die Leistung mittels Overclocking mitunter auf 30 Bilder pro Sekunde erhöhen, was in einer besseren Spielerfahrung resultiert.

Das Übertakten lohnt sich also vor allem dann, wenn Sie das absolute Maximum aus ihrer Grafikkarte herausholen wollen. Gleichzeitig steigt aber auch der Stromverbrauch der GPU und damit auch des Computers, während sich auch die Temperaturen erhöhen. Damit einhergehend müssen die verbauten Lüfter schneller rotieren, womit das System auch noch lauter wird.

So empfiehlt es sich, innerhalb der Software verschiedene Profile abzuspeichern, um per Knopfdruck zwischen dem Hochleistungsmodus für Spiele und einem hinsichtlich des Stromverbrauchs und der Lautstärke optimierten Modus für alltägliche Anwendungen oder das Surfen im Internet zu wechseln.

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