Leistung, Verbrauch und mehr

GeForce RTX 4000: Wann lohnt sich das Aufrüsten?

10.10.2022 von Philipp Briel

Ende September hat Nvidia die neue Grafikkarten-Generation der GeForce RTX 4000-Serie offiziell vorgestellt. Mit der GeForce RTX 4090 und RTX 4080 erwarten Sie neue Karten mit beeindruckender Leistung. Gleichzeitig steigt aber auch der Stromverbrauch. Lohnt sich das Aufrüsten überhaupt? Und wenn ja: für wen?

ca. 5:05 Min
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Geforce RTX 4090
© Nvidia

Nach Monaten der brodelnden Gerüchteküche hat Nvidia Ende September die neue GeForce RTX 4000-Grafikkarten-Serie offiziell vorgestellt. Beide Modelle richten sich natürlich vor allem an Gamerinnen und Gamer, die die maximale Grafikpower benötigen.

Gegenüber der Vorgänger-Generation versprechen die RTX 4090 und RTX 4080 eine deutliche Leistungssteigerung. Doch damit einher geht auch ein gesteigerter Energieverbrauch. Doch sind die gebotenen Verbesserungen Grund genug, ein Aufrüsten zu rechtfertigen?

Nvidia GeForce RTX 4000-Serie: ein teurer Spaß

Wer sich für eine der neuen RTX-4000-Grafikkarten interessiert, muss tief in die Tasche greifen. Hier setzt sich der Trend fort, wenn man bereits bei der Vorgängergeneration beobachten konnte. Denn alle drei neuen Grafikkarten, die ab dem 12. Oktober den Weg in den Handel finden sollen, sind jenseits der 1000-Euro-Marke angesiedelt.

Die RTX 3080 mit 12 GB Speicher startet für 1.099 Euro, das rundum leistungsfähigere 16-GB-Modell schlägt mit 1.469 Euro zu Buche, während für die RTX 4090 fast 2.000 Euro aufgerufen werden. Von günstigeren Einsteiger-Varianten wie einer möglichen RTX 4070, 4060 oder 4050 fehlt aktuell noch jegliche Spur.

Dass die gestiegenen Energiekosten und die Inflation natürlich auch an Grafikkarten-Hersteller Nvidia nicht spurlos vorbeigeht, versteht sich von selbst. Doch das gilt ebenfalls für die Endkundinnen und Kunden.

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Proportional zum Preis der Hardware steigt bei der neuen Grafikkarten-Generation allerdings auch der Energieverbrauch. Bis zu 450 Watt genehmigt sich das Top-Modell RTX 4090. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, der bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen sollte.

Möglicherweise ist also die Neuanschaffung der Vorgängergeneration um die GeForce RTX 3090 oder RTX 3080 also die bessere Wahl, denn diese sind in den vergangenen Monaten spürbar im Preis gesunken. Zumal Sie mit verschiedenen Tricks wie Grafikkarten-Undervolting auch noch Strom und damit bares Geld sparen können.

Der Stromverbrauch steigt deutlich

Ein Vergleich mit den vorangegangenen Grafikkarten-Generationen aus dem Hause Nvidia zeigt, dass die Leistungsaufnahme der neuen RTX 4090 im Vergleich zum Vorgänger RTX 3090 um exakt 100 Watt gestiegen ist.

Die Leistung der neuen RTX-4000-Grafikkarten steigt in Relation zu den Stromkosten.
Die Leistung der neuen RTX-4000-Grafikkarten steigt in Relation zu den Stromkosten.
© Alexander Raths / Adobe Stock

Hier stehen nun 450 Watt beim neuen Top-Modell 350 Watt beim direkten Vorgänger gegenüber. Ein gewaltiger, aber nicht ungewöhnlicher Sprung, genehmigte sich die RTX 3090 wiederum ebenfalls 100 Watt mehr als ihr Vorgänger. Selbst das günstigste RTX-4000er-Modell, namentlich die RTX 4080 mit 12 GB Videospeicher genehmigt sich mit durchschnittlich 285 Watt mehr Energie als das Top-Modell des Vorjahres.

In gleichem Maße nimmt allerdings auch die Leistung der Grafikkarte deutlich zu. Zumindest hinsichtlich der Taktfrequenzen hat bereits die günstigste RTX 4080 im Vergleich zur letztjährigen Generation die Nase vorn. Sie soll, schenkt man den Angaben des Herstellers glauben, in vielen Spielen die doppelte Leistung der RTX 3080 Ti erreichen.

Das bedeutet allerdings auch, dass Sie möglicherweise ein neues Netzteil für die Nutzung der GeForce RTX 4000-Serie benötigen. Hersteller bequiet! empfiehlt im eigenen Blog beispielsweise ein Netzteil mit 750 Watt oder mehr Leistung für die RTX 4080 beziehungsweise 850 Watt und mehr für die RTX 4090.

GeForce RTX 4000 ohne PCIe 5.0 – Was bedeutet das?

Seit der 12. Generation der Intel-Core-Prozessoren sind die CPUs in der Lage, den neuesten PCIe-Standard 5.0 zu unterstützen. Auch die 13. Generation, Intel Raptor Lake, setzt wie auch Konkurrent AMD mit der CPU-Serie Ryzen 7000 auf PCIe 5.0 als Schnittstelle.

Die neuen Nvidia GeForce RTX 4000-Grafikkarten hingegen werden noch via PCIe 4.0 angebunden. PCIe (Peripheral Component Interconnect Express) verbindet in einem Computer die Peripherie wie Grafikkarten oder M.2-NVMe-SSDs mit der CPU beziehungsweise dem Chipsatz des Mainboards.

Im Vergleich zur vorangegangenen Generation nutzt PCIe 5.0 eine maximale Bandbreite von 128 Gigabyte pro Sekunde – doppelt so viel, wie im Falle von PCIe 4.0 mit 64 GByte/s in beide Richtungen beziehungsweise einseitig 32 GB pro Sekunde.

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Dass Nvidia auf das neue Interface verzichtet, hat aber zumindest in der Theorie keine negativen Auswirkungen auf die Zukunftssicherheit der Grafikkarten. Auch die RTX-4000-Serie wird über 16 Datenleitungen an den PC angebunden und nutzt die PCIe-Bandbreite nicht einmal ansatzweise aus.

Bereits der Sprung von PCIe 3.0 auf Version 4.0 zeigte in den meisten Spielen kaum einen messbaren Leistungsvorteil. Ob das bei der neuesten Generation genauso aussehen wird, müssen erst finale Tests unter Beweis stellen. Auf jeden Fall würde PCIe 5.0 bei Grafikkarten die Preise noch weiter in die Höhe treiben, da Nvidia hier ein neues Interface zur Verfügung stellen müsste.

Bietet die RTX-4000-Serie mehr Leistung?

Dass die RTX-4000-Serie bereits mit dem Einsteigermodell mehr Leistung bietet, hat Nvidia bei der Vorstellung eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch die ersten Leistungstests der neuen DLSS 3.0-Technologie, die auf Basis von künstlicher Intelligenz Bildqualität und Performance in Spielen verbessert, sehen verheißungsvoll aus.

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In aufwändigen Spielen inklusive Raytracing, wie dem Science-Fiction-Rollenspiel Cyberpunk 2077, soll der Leistungszuwachs am deutlichsten ausfallen. Hier wird sogar mehr als die vierfache Leistung im Vergleich zur RTX 3090 Ti in Aussicht gestellt.

Bei anderen Spielen steigt die Leistung immerhin um etwa das Zweifache. Der Leistungssprung fällt, auch gerade durch den Einsatz neuer Technologien, gewaltiger aus als noch im Vorjahr. DLSS (Deep Learning Super Sampling) bleibt in seiner neuesten und technisch eindrucksvollsten Version 3.0 allerdings den neuen RTX-4000-Grafikkarten vorbehalten.

"Zwei Mal mehr als vorher" - mehr verriet Nvidia anfangs nicht.
© Nvidia

Selbst eine noch immer mehr als leistungsstarke GeForce RTX 3080 aus dem vergangenen Jahr geht bei der Technologie leer aus. Das erzürnt natürlich viele Anwenderinnen und Anwender.

Lohnt sich das Aufrüsten auf die RTX-4000-Serie?

Ob sich die Investition in die neueste Generation der Nvidia-Grafikkarten für Sie lohnt, ist allerdings nicht so leicht zu beantworten. Das hängt einerseits davon ab, welche Spiele Sie auf ihrem PC überhaupt spielen wollen und wie ihre weitere Ausstattung aufgestellt ist.

Die größten Vorteile spielen die neuen Grafikkarten nur dann aus, wenn Sie ohnehin bereits einen leistungsstarken PC besitzen, der realistischen Licht- und Schattenberechnung Raytracing einen hohen Stellenwert einräumen und einen hochauflösenden Monitor verwenden.

DLSS 3.0 und ein flüssiges Spielerlebnis in 8K-Auflösung, also mit 7.680 x 4.320 Pixeln, sind die zwei wichtigen Kaufargumente für die neuen Grafikkarten. Doch ein 8K-Display dürften zum aktuellen Zeitpunkt die Wenigsten zu Hause stehen haben.

Wenn Sie das absolute Maximum aus Ihren Spielen herausholen möchten und immer die neuesten Games im maximalen Detailgrad erleben möchten, führt auf kurz oder lang kein Weg an der Nvidia GeForce RTX 4090 oder RTX 4080 vorbei.

In vielen Fällen ist aber das Vorgängermodell der RTX-3000-Serie, allem voran das Top-Modell RTX 3090 Ti, auch heute noch mehr als ausreichend für die aufwändigsten Titel. Selbst in 4K-Ultra-HD-Qualität.

Ob sich das Aufrüsten für Sie also lohnt, grenzt fast schon an eine Glaubensfrage und ist eine sehr persönliche Entscheidung. Hier gilt es, viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Vom Stromverbrauch über Ihr PC-Setup bis hin zu ihren Genre-Präferenzen. Zumal konkrete Tests unter realen Bedingungen der neuen GeForce-RTX-4000-Grafikkarten aktuell ohnehin noch auf sich warten lassen.

Und natürlich spielen auch die finanziellen Aspekte eine entscheidende Rolle. Nicht nur bei der Anschaffung müssen Sie deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen, auch nach dem Kauf müssen sie aufgrund der gesteigerten Leistungsaufnahme der neuen Grafikkarten mit höheren Stromkosten rechnen.

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