Geteiltes Netz - doppelte Freude

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23.12.2007 von Redaktion pcmagazin und Wolf Hosbach

Überall auf der Welt surfen und nichts dafür bezahlen - dieser Traum ist so alt wie das Internet. Mit Fon rückt er ein Stück näher.

ca. 4:05 Min
Ratgeber
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Die FON-Gemeinde träumt vom weltweit größten WLAN-Netz
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Geschenke nimmt man immer gerne. Das haben auch mehrere tausend Leute getan, die sich den Router La Fonera haben schenken lassen, der derzeit 25,82 Euro kostet. Die Schenkenden (FON.com) versuchen, weltweit das größte WLAN-Netz aufzubauen, das alle Mitglieder kostenlos nutzen können. Frei nach dem Motto: Lässt du mich bei dir mitsurfen, lasse ich dich bei mir mitsurfen. Das Mitsurfen managt der verschenkte La-Fonera-Router: Jeder Anwender stellt ein Gerät bei sich auf und verspricht, andere Fon-Leute darüber ins Internet zu lassen. Umgekehrt kann er sich selbst mit seinen Zugangsdaten bei anderen FONeranern einloggen.

FONeraner gibt es schon eine ganze Reihe. Wer also nach Spanien in den Urlaub fährt - das Heimatland von FON -, surft dort umsonst. Voraussetzung ist, dass er einen Hotspot findet. Das ist sicher das Hauptproblem im System, denn der Dienst ist nichtwie ein Handy-Netz weitgehend Flächen deckend, sondern eher willkürlich verstreut.

Ein HotSpot ist eben da, wo ein FONeraner wohnt oder sein Büro hat. Wenn man einen Zugang sucht, muss man damit rechnen, dass man im Auto vor einem fremden Haus landet und hofft, dass der dortige Router weit genug trägt.

Die Reichweite unseres Testgeräts war allerdings sehr ordentlich. Im Erdgeschoss quer durchs Haus und noch weit auf die Straße hinaus hatten wir gute Übertragungsraten. Besser ist die Abdeckung in den Studentenvierteln der Innenstädte, schlechter auf dem Land. Das gilt wohl auch für Ferienorte, denn selten leben Menschen dort fest. Zukünftige Sommer werden es zeigen.

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Viel Fon-Funk gibt es am Prenzlauer Berk
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Einen guten Überblick, wo sich die Hotspots klumpen, bietet die auf Google-Maps basierende interaktive Karte (maps.fon.com). Sie zeigt alle Fonero-Teilnehmer und alle aktiven Hotspots, die grün hervorleuchten.

Wer in der Fremde ist und in den Sendebereich eines Hotspots kommt, findet den Fon-Router auf seinem Rechner in der WLAN-Umgebung als "FON_xyz". Wenn der Besucher sich mit diesem Netz verbindet und den Browser öffnet, landet er auf der Seite wifi.fon.com.

Mitglieder loggen sich mit ihren Zugangsdaten an dieser Stelle ein. Besucher, die keine Mitglieder der Community sind, können auch surfen, sie müssen jedoch drei Euro bezahlen. Eine Ausnahme gibt es: Skype-Anwender dürfen überall kostenlos telefonieren.

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Die verschiedenen Mitgliedsformen bei Fon. Echte Nachbarschaftshelfer nennt man Linus
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Grund: Skype ist neben Google einer der Finanziers von Fon. Hotspot-Anbieter finden zwei WLANs, die ihr Router verwaltet: das schon erwähnte öffentliche "FON_xyz" und das private "My Place". Beide sind physikalisch getrennt durch ein eigenes Trägersignal (SSID). Das private Netz ist verschlüsselt, das Passwort findet sich an der Unterseite des Routers, das öffentliche nicht. Der Router hat die Adresse 192.168.10.1 und lässt sich über den Browser konfigurieren. Er baut auch die Verbindung zum Internet auf, wenn der Anwender dies wünscht.

Über die Webseite von Fon kann der Betreiber die Bandbreite einstellen, die er den Besuchern zur Verfügung stellen will. Dortwird auch protokolliert, wo man sich überall eingeloggt hat. Fon weiß, welche Besuche jeder Router bekommen hat. Wenn der Router eingeschaltet ist, der PC aber nicht, so können immer noch Besucher darüber surfen. Das heißt auch, dass für den Besitzer Kosten anfallen, wenn er nicht mit einer Flatrate angeschlossen ist. Wer über die rechtlichen und sicherheitstechnischen Probleme hinwegsieht, findet in Fon eine florierende Nachbarschaftshilfe für weltweiten Internet-Zugang.

FON und Sicherheit

Hackern ist es bereits mehrfach gelungen, die FON-Geräte zu hacken und die Schranke zwischen privatem und öffentlichem Netz zu überwinden. Da FON Zugriff auf alle Geräte hat, spielt die Firma regelmäßig Updates ein, die bekannte Sicherheitslücken beseitigen. Dennoch ist der Anwender - wie in jedem Netz - angreifbar. Der HotSpot-Anbieter sollte die Passwörter seiner privaten Netze oft wechseln und sensible Daten verschlüsseln.

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Der günstige La Fonera-Router bietet zwei getrennte WLAN-Netze an. Die Schranke wurde von Hackern schon überwunden
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Auch das Passwort der Box sollte man schnell ändern, denn es ist standardmäßig auf Admin eingestellt. Der Besucher sollte dieselben Schutzmaßstäbe gelten lassen wie beim Surfen von öffentlichen Hotspots aus, denn alle Daten sind unverschlüsselt und potenziell gefährdet. Eine SSL-Verbindung ist ein guter Schutz.

Für Anbieter ergeben sich auch rechtliche Probleme, denn sie sind unter Umständen mitverantwortlich, wenn etwas Illegales (Raubkopien, Hacken etc.) geschieht. In der FAQ-Hilfe liest man dazu nur: "Welches ist meine persönliche Verantwortung, wenn ein Fon-Benutzer etwas Illegales macht?"

Die Antwort lautet: "Bitte, prüf die Benutzerbedingungen und Begriffe unseres Benutzer-Services sowie unsere Vertrauensgrundsätze auf unserer Webseite." Das ist nicht hilfreich.

Im Nachhinein kann man nicht unterscheiden, wer was geladen hat - sonst ergäben sich datenschutzrechtliche Probleme. Aber immerhin weiß FON, wann Besucher eingeloggt waren.

Denn FON ist nicht anonym. Die Gesetzeslage und Gerichtsentscheidungen sind alles andere als eindeutig. Für den Anbieter spricht, dass er nicht wissen kann, was über sein Netz geschieht - anders als bei einem Web-Forum, das der Betreiber lesen kann. Somit weiß er nicht, was auf seinem Router passiert. Er bietet auch kein offenes Netz an, denn die Besucher sind bekannt. Eine richtungsweisende Gerichtsentscheidung in so einem Fall steht noch aus.

Unabhängig davon können etwa die Medienindustrien einen Hotspot-Betreiber abmahnen. Dieser muss sich dann auf eigenes Kostenrisiko wehren.

Communitys, die sich mit kostenlosen HotSpots auseinandersetzen:

FONfan.deDie Community bietet von Fon unabhängige Informationen und Hilfen, zum Beispiel eine FAQ.

FONboard.de In Forum werden Fragen von anderen Anwendern beantwortet.

Freifunk.net Ein alternatives Netz, basierend auf OpenSource. Hier teilt der Anbieter sein eigenes WLAN-Netz mit den Besuchern. Nichts für Anfänger, da hohe Sicherheitsstandards einzuhalten sind.

Sofanet.de Ebenfalls ein alternatives Netz, das nur mit T-Com-DSL-Anschlüssen funktioniert. Dafür wird eine komplette zweite DSL-Verbindung für die Besucher aufgebaut, der Anwender teilt also nicht sein WLAN, sondern sein DSL. Die Gebühren übernimmt der Besucher (via Sofanet). Der Anbieter bekommt als Gegenleistung Freivolumen bei anderen Sofanjeros. Er benötigt einen zweiten Router.

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