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Kinosterben oder Kinorevolution?

Die Zukunft des Kinos: Samsung Cinema LED vs. Dolby Cinema

Das große Kinosterben? Viel wird geschrieben über eine Branche, die angeblich tief in der Krise steckt. Aber ist dem wirklich so? Und wenn ja, welche Zukunft hat das Kino? Wir sehen uns den Zustand der Zunft einmal genauer an und stellen zwei Ansätze vor, die die Zukunft sichern sollen: Samsung Cinema LED vs. Dolby Cinema

Die Zukunft des Kinos?

© Samsung / Dolby / Roland Seibt

Quo vadis, Kino? Technologien wie Samsung Cinema LED und Dolby Cinema​ könnten die Zukunft bestimmen.

Die Geschichte des Kinos ist geprägt von großen Innovationen und genauso großen Krisen. Los ging es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Schaubuden auf Jahrmärkten. Mittels Stereoskopen wurden Besuchern dreidimensionale Fotos dargeboten. Thomas Alva Edisons Kinetoskop hob dies auf ein höheres Level. In einer Art Schaukasten konnte nun jeweils eine Person kurze Filme betrachten. Über den Erfinder des ersten Filmprojektors ist man sich nicht ganz einig. Etwa zeitgleich entwickelten die Gebrüder Lumière den „Cinématographe“ und die Deutschen Max und Eugen Sklandanowsky den „Bioscop“.

Wem die Ehre auch gebührt, das Kino feierte ab der Jahrhundertwende eine beeindruckende Wachstumsperiode. Im Jahr 1927 gab es weltweit bereits ca. 50.000 Kinos, davon in Deutschland etwa 4300. Und so ging es weiter. Denn die Technik entwickelte sich rasant. Vom Stummfilm zum Tonfilm, von Schwarzweiß zur Farbe. Wachstum durch Innovation würde man heute sagen.

Von Krise zu Krise

Doch es konnte nicht immer so weitergehen. Bereits ab den späten Fünfzigerjahren kamen durch die wachsende Anzahl an Haushalten mit Fernsehgeräten immer weniger Menschen in die Filmspielhäuser. Krise durch Disruption würde man heute sagen. Man reagierte mit dem Umbau der großen Kinosäle in kleinere „Schachtelkinos“. So konnten in einem Kino mit ähnlichem Personalaufwand deutlich mehr Filme gezeigt werden. Diese Kostenoptimierung hielt den rückgängigen Trend freilich nicht auf. Viele Kinos „starben aus“.

Im Prinzip waren die aufkommenden großen Multiplex-Kinos in den 80er- und 90er-Jahren nur eine konsequente Fortführung dieser Strategie. Noch mehr Säle bei ähnlicher Kostenstruktur. Für die kleineren Kinos wurde es noch schwieriger zu überleben, die Besucherzahlen stabilisierten sich jedoch ab den 90er-Jahren insgesamt. Innovationen wie 3D oder Breitleinwände sorgten sogar ein ums andere Mal für kurzfristige Booms, die aber nie anhaltendes Wachstum generieren konnten. Die „Kleinen“ konnten davon ohnehin nie wirklich profitieren. Zu hoch waren die Investitionskosten in die neuen Technologien.

Die Zukunft des Kinos?

© Samsung / Dolby / Roland Seibt

Das Cinemaxx in Essen ist mit über 5000 Plätzen Deutschlands größtes Kino. Auch hier setzt man auf Luxus. Besucher nehmen auf edlen Ledersesseln Platz. Cola und Popcorn stellt man auf dem Glastisch daneben ab.

Kinosterben 2.0

Seit mehreren Jahren liest man nun wieder vom großen Kinosterben. Tatsächlich sind die Besucherzahlen seit 2012 (mit Ausnahme von 2015) rückläufig, die Anzahl an Spielstätten ist jedoch sogar leicht gestiegen (siehe Grafik unten). Viel Lärm um nichts?Oder steckt die Zunft tatsächlich erneut in einer schwerwiegenden Krise? Klar ist: Die fetten Jahre sind erstmal vorbei! Gingen im Jahr 2001 noch 177,9 Mio. Besucher in deutsche Kinos, waren es 2016 nur noch 121,1Mio. (statista.de). Und die Herausforderungen werden nicht kleiner. Nach wie vor kosten illegale Raubkopien die Branche viele Millionen Umsätze. Zudemwerden TVs mit riesengroßen Bildschirmdiagonalen und UHD-Projektoren immer erschwinglicher und bringen das Kinoerlebnis immer besser in die eigenen vier Wände.

Und seit einigen Jahren hat manneue große Wettbewerber. Die großen Streaminganbieter und Pay-TV-Firmen investieren massiv in eigene Blockbuster, die am Kino vorbeigehen. Doch so mancher aus der Branche klagt auch über zu wenig gute Inhalte. Um die Jahrtausendwende sorgten Reihen wie Harry Potter und Herr der Ringe noch für lange Schlangenan den Kassen, zudem waren die Besucherzahlen besser planbar als heute. Nun hofft man jedes Jahr darauf, dass wieder massen weise Star Wars Fans in die Kinos pilgern. Doch der letzte Wurf ging daneben. „Solo: A Star Wars Story“ konnte bei Weitem nicht die erhofften Summen einspielen. Die Strategie, jedes Jahr ein neues Star Wars Spin Off auf den Markt zu bringen, scheint nicht mehr aufzugehen. Das ärgert nicht nur Disney, auch die Kinos hierzulande merkten den Flop deutlich.

Die Zukunft des Kinos?

© FFA

Die Besucherzahlen sind rückläufig. Dem Umsatz kann dies durch immer weiter steigende Ticketpreise noch nichts anhaben.

Eventkino kostet

Eins ist aber erkennbar: Die sinkenden Besucherzahlen können dem Umsatz noch nichts anhaben. Denn die Branche reagiert mit steigenden Ticketpreisen. Von 7,65 Euro in 2012 stieg der durchschnittliche Preis auf 8,63 Euro im letzten Jahr (siehe Grafik oben).Ob das die richtige Antwort ist? Die Branche sagt, sie gäbe die steigenden Preise der US-Studios nur an die Verbraucher weiter. Das wird der gemeine Kinobesucher nicht ewig mitmachen.

Der scheint aber ohnehin nicht mehr im Fokus zu stehen. Viele Kinobetreiber setzen auf Luxus. Der Kinobesuch wird zum Event stilisiert und spricht eine ältere und damit kaufkräftigere Zielgruppe an. Dieser Luxus findet mittlerweile auch im Multiplex statt. Cinemaxx bietet in Mülheim und Essen das sogenannte „First-Class“ an. Der Besucher sitzt auf Einzel- oder Doppelsitzen in Leder neben hochwertigen Glastischen mit Lampen, die sich per Handberührung dimmen lassen.

Das kostet. 14,90 Euro bzw. 19,90 Euro für 3D muss hierfür auf den Ticketschalter gelegt werden. Dazu kommen teilweise Filmzuschläge biszu 2,50 Euro, die Loge kostet 1,50 Euro und der Premium Seat ganze 3 Euro. Ob das Konzept aufgeht, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall wurde „First Class“ bislang noch nicht in weiteren deutschen Cinemaxx-Kinos ausgerollt

Die Zukunft des Kinos?

© Samsung / Dolby / Roland Seibt

Solo: A Star Wars Story konnte die Erwartungen an den Kinokassen nicht erfüllen. Tatsächlich entschied sich Disney sogar fürs erste für einen Stopp der Star Wars Spin-Offs. Das dürfte auch die Kinobetreiber nicht gerade erfreuen.

Innovationsarme Jahre

Der vermeintliche Heilsbringer kam im Jahr 2009. James Camerons Avatar ließ die Kinokassen kräftig klingeln. Doch auch 3D-Filme konnten der Branche nicht langfristig helfen. Der durchschnittliche jährliche Kinobesuch pro Einwohner ist seit 2002 von 1,99 auf 1,48 in 2017 gesunken (statista.de). Nur im Jahr 2015 durfte man wieder mehr Besucher an den Kassen begrüßen. Unter anderem „Fack ju Göhte 2“ bewegte wieder mehr Menschen vom Sofa ins Kino.

Doch nur auf fehlende Inhalte zu verweisen, käme zu kurz. Einer Statistik von Statista zufolge haben zwischen 2004 und 2009 nie mehr als 30 und meist deutlich unter 20 Prozent der deutschen Kinobetreiber überhaupt in ihre Kinosäle investiert. Verständlich bei weniger Besuchern, sicherlich aber nicht der Ansatz, um Menschen wieder zum Kinobesuch zu bewegen. Techniken, die den Heimkinobereich schon längst erobert haben, trifft man im Kino tatsächlich noch sehr selten an. Klar, die nötigen Investitionssummen sind hoch, das Potenzial aber auch. Und so verlässt heutzutage so mancher Filmfan das Kino enttäuscht.

Was also tun, um die Krise zu bewältigen? Eine mögliche Antwort kommt nun aus Südkorea. Der Samsung Cinema LED Screen, den wir auf der nächsten Seite vorstellen.

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