Kaufen oder Abwarten

Kaufberatung Hardware

Soll man zuschlagen oder noch ein wenig auf sinkende Preise oder neue Technik warten? Dieser Frage, die so alt ist wie die PC-Branche, haben wir uns angenommen und einen brandaktuellen Einkaufsratgeber für Sie zusammengestellt.

Inhalt
  1. Kaufberatung Hardware
  2. Komplettsysteme

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Kaufberatung Hardware

Bei stetig fallenden Hardware-Preisen darauf zu hoffen, dass das gewünschte Produkt in Kürze noch etwas billiger zu bekommen sein wird, scheint bei oberflächlicher Betrachtung zunächst eine erfolgreiche Strategie zu sein. Doch schon bald muss man sich dann fragen, wann man denn bitte zuschlagen soll.

Sinken die Preise immer weiter - wie in vielen Bereichen der PC-Peripherie üblich - müsste man im Prinzip bis zum St. Nimmerleinstag warten, bzw. dürfte erst kaufen, kurz bevor ein Produkt vom Markt verschwindet. Das wäre in den meisten Fällen nicht sonderlich ratsam, würde man dadurch doch stets mit bereits veralterter Technik einsteigen. Genauso wenig sinnvoll ist es - zumindest aus ökonomischer Sicht - immer die neueste und teuerste Ware zu kaufen.

Erfahrungsgemäß sinken die Preise für Spitzentechnik rapide, sobald ein Nachfolger auf den Markt kommt. Wer beim Kauf also stets mindestens eine Stufe unter dem Neuesten und Schnellsten bleibt, spart Geld und überdies recht häufig auch Probleme, mit neuer, noch unausgereifter Hardware, wackliger Firmware und unstabilen Treibern.

So sollte also nur derjenige zur schnellsten Grafikkarte oder dem schnellsten Prozessor greifen, der wirklich auf maximale Leistung angewiesen ist. Alle anderen bekommen spätestens nach einem halben Jahr die gleiche Performance für ein Drittel weniger.

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Kaufen oder Abwarten

Wer hingegen zu spät einsteigt, verpasst womöglich den besten Kompromiss aus Preis und Lebenszyklus eines Produktes. Dabei gibt es unter der PC-Hardware äußerst leicht verderbliche Ware - Grafikkarten sind da ein leicht nachvollziehbares Beispiel. Entsprechend gibt es je nach dem aktuellen technischen Stand und der Preisentwicklung günstigere und weniger günstige Momente für den Kauf.

Wer dabei strategisch vorgeht und nicht dem Kaufreiz nachgibt, kann Geld sparen bzw. teure und ärgerliche Fehlkäufe vermeiden. Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie die interessantesten Produktgattungen abgeklopft und helfen Ihnen dabei, die richtige Entscheidung zwischen kaufen und abwarten zu treffen.

Drucker und Multifunktionsgeräte

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Drucker und Multifunktionsgeräte sind mittlerweile ausgereift. Da auch die Preise extrem niedrig sind, können Sie beruhigt zuschlagen.

Auch wenn es der Industrie immer noch gelingt, die Qualität und die Geschwindigkeit der Drucker zu steigern, haben die meisten Geräte auf dem Markt einen so hohen Standard erreicht, dass es keinen Grund gibt, auf neuere, bessere Gerätegenerationen zu warten. Leider hat die Medaille auch eine Kehrseite: Zum einen sind die unter immensen Konkurrenz- und Kostendruck hergestellten Geräte in punkto Verarbeitungsqualität nicht mehr so hochwertig verarbeitet wie ihre Ahnen.

Zum anderen verleiten die in der Branche üblichen Dumping-Preise die Hersteller dazu, ihren Profit beim Verbrauchsmaterial zu suchen. Teilweise führt das soweit, dass eine volle Tintenpatrone oder Toner-Cardridge mehr kostet als das komplette Gerät. So widersinnig diese Entwicklung auch sein mag, so sehr zeigt sie doch auf, dass die Hersteller in punkto Preissenkungen bereits am Ende des Machbaren angekommen sind.

Größere Preisentwicklungen nach unten sind also in nächster Zeit kaum zu erwarten. Dieses Phänomen ist mittlerweile auch bei den einst teuren und für die Hersteller margenträchtigen Laser- bzw. Farblaserdruckern zu beobachten. Ebenso dürfte auch bei Multifunktionsgeräten kaum mehr Spielraum für Preissenkungen existieren. Geräte gut, Preise gut - da kann die Ampel nur auf grün stehen.

Blu-ray- und HD-DVD-Laufwerke

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Der Formatkrieg ist im vollen Gange, die Geräte sind teuer und mitunter unausgereift. Da kann man nur zu einem raten: Finger weg!

Es ist schon verlockend: Zum Preis eines halbwegs anständigen Blu-ray- oder HD-DVD-Players für das Wohnzimmer lässt sich auch ein kompletter PC inklusive BD- uder HD-DVD-Laufwerk zusammenstellen. Trotzdem erscheint es wenig sinnvoll, zuzuschlagen solange der Formatstreit noch im vollen Gange ist.

Egal wie lange der Krieg um den DVD-Nachfolger andauern wird, auf kurz oder lang wird es erschwingliche Kombigeräte geben, die "BD oder HD-DVD" zur akademischen Frage werden lassen. Klar, dass diese Laufwerke nicht nur alle Formate lesen, sondern auch schreiben können.

Genauso klar werden sie erheblich billiger und höchstwahrscheinlich auch schneller und zuverlässiger als die momentan angebotenen Geräte sein. Und sie werden auch neue Kopierschutzstandards unterstützen, mit denen aktuelle Laufwerke möglicherweise Probleme bekommen werden. Zugreifen sollte also wirklich nur, wer nicht verzichten kann. Für alle anderen steht die Ampel derzeit auf rot.

Festplatten

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500 GByte Kapazität für deutlich unter 100 Euro - worauf soll man da noch warten? Sicher nicht auf Hybrid-Platten, deren Geschwindigkeitsvorteil kaum messbar ist.

Nach langen Jahren der stürmischen GByte-Inflation ist im Festplattenlager so etwas wie Ruhe eingekehrt. Die Preise entwickeln sich derzeit nur moderat nach unten, so dass man durch Abwarten keinen wesentlichen Spareffekt erzielt. Nach und nach bringen die Hersteller Modelle mit einem Terabyte auf den Markt, die jedoch noch recht teuer sind.

Geht man nach dem Verhältnis Euro pro GByte fährtman derzeit bei Kapazitäten zwischen 320 und 500 GByte am günstigsten. Hier sind derzeit mit rund 20 Cent pro GByte die Schnäppchen zu machen.

Da bleibt für die nächste Zeit nicht allzu viel Luft nach unten. Auf technische Neuerungen wie Hybrid-Platten mit integriertem Flashspeicher zu warten, lohnt sich nach unseren Messungen im Labor, nicht. Das Fazit: Hier können Sie ohne neue zuschlagen.

Notebook

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Notebooks erfreuen sich steigender Beliebtheit. Entsprechend gehen die Hersteller mit immer neuen Innovationen auf Kundenfang. Wer warten kann, bekommt modernere Technik, hat aber so lange kein Notebook.

Kaum eine Sparte steht unter so starkem Innovationsdruck wie die der mobilen Computer. Dank immer neuer Chipsätze halten Notebooks in punkto CPU- und Grafikleistung - letztere war lange die Achillesferse aller Notebooks - Tuchfühlung zu der ihrer stationären Pendants. Weil der Markt heiß umkämpft ist, kann man davon ausgehen, dass der stete Fluss der Neuerungen niemals abbricht.

Derzeit sind digitale Videoausgänge (HDMI) und das neue, schnelle WLAN 802.11n der letzte Schrei. Im späten Frühjahr 2008 sollen uns dann AMDs Puma- und Intels Montevina-Plattform erfreuen. Und weil sich das Rad stets und beständig weiterdreht, ist das Warten auf neue Technik bei Notebooks eigentlich müßig. Weil es aber genauso wenige Gründe gibt, ausgerechnet jetzt zuzuschlagen, steht die Ampel für mobile Rechner auf Gelb.

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