Intel-CPUs der 13. Generation

Alle Infos zu Intels Raptor-Lake-Prozessoren

19.5.2022 von Alana Friedrichs

Intels Prozessoren gehen in die nächste Runde. Noch in diesem Jahr stehen mit Raptor Lake neue CPUs an. Wir sammeln schon jetzt alle Infos rund um die neuen Chips. +++ Update: Mehr Infos zum größeren CPU-Cache +++

ca. 4:20 Min
Ratgeber
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Dinosaurier frisst Intel Core Prozessoren
Verspeist Raptor Lake die Vorgängermodelle von Alder Lake zum Frühstück?
© Intel, Adobe Stock: Orlando Florin Rosu

Mit Raptor Lake wird Intel 2022 die Vorgängerprozessoren Alder Lake ablösen - und das nach nur rund einem Jahr. Bis es soweit ist. vergehen noch einige Monate. Dennoch ist das Internet bereits voll mit News, Leaks und Gerüchten rund um die kommende Prozessor-Serie.

Wir sammeln daher im Folgenden alle wichtigen Informationen zum Erscheinungstermin und Preise, sowie bekannten Specs der Modelle. Außerdem klären wir die Frage, was sich technisch bei den CPUs ändert und was man vom Vorgänger übernimmt.

Wann erscheint Intel Raptor Lake?

Wie bereits erwähnt sollen die Prozessoren noch in diesem Jahr an den Start gehen. Mit einem Release erster Modelle können wir laut neueren Leaks spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2022 rechnen.

Wie auch bei Alder Lake soll Raptor Lake ein Rundumschlag werden. Neben den K-Modellen stehen als vermutlich auch die Standard-Modelle sowie die sparsameren T-Modelle an. Auch mindestens eine mobile Prozessor-Serie ist mit Raptor-Lake-P geplant.

Laut Moore's Law is Dead plant Intel aktuell aber bereits mit einem Start der Desktop-Modelle der S-Serie im 3. Quartal. Im 4. Quartal sollen dann die mobilen Pendants von Raptor Lake H, HX und U folgen.

Nach unserer Einschätzung wird man hier erneut mit den übertaktbaren Enthusiast-Modellen der K-Modellreihe von Raptor Lake-S starten.

Welche Architektur verwendet Intel Raptor Lake?

Erneut will man bei Raptor Lake auf das Intel-7-Verfahren und eine Hybridlösung bei den Kernen setzen. Diese führte man mit den Vorgängermodellen von Alder Lake ein. Statt einem einzigen Kerntyp verbaut man zwei unterschiedliche Kerne, die je nach Bauweise für größere oder kleinere Tasks optimiert sind.

Bei den großen Kernen wird man auf Raptor Cove, eine erweiterte Golden-Cove-Architektur, setzen. Das berichtet etwa der Youtube-Kanal "AdoredTV". Die Verwendung eines Intel-7-Backports von Ocean Cove bzw. Redwood Cove, wie sie in Gerüchten angedeutet wurde, erscheint damit unwahrscheinlich. Bei den kleinen Kernen wird man weiterhin auf Gracemont setzen.

Letztere sollten gegenüber Alder Lake-S verdoppelt werden, sodass im Maximum 24 Kerne zur Verfügung stünden (8 große P- und 16 kleine E-Kerne) - das könnte für das vorraussichtliche Spitzenmodell Intel i9-13900K gelten.

Daneben soll es laut den Kanalbetreibern noch Prozessor-Kompositionen mit 1 P- und 8 E-Kernen sowie 6 P-Kernen ohne E-Kerne geben. Diese kommen dann bei günstigeren Modellen, etwa auf dem Notebook-Markt, zum Einsatz.

Intel's Raptor Lake - Early Info and SKU List

Quelle: AdoredTV

Was ist neu bei Intel Raptor Lake?

Neu ist bei Raptor Lake vermutlich ein verbesserter und vor allem größerer CPU-Cache, von dem besonders beim Gaming profitiert werden soll. Laut dem Leaker @OneRaichu (2) bietet Raptor Lake bis zu 68 MB L2- und L3-Cache. Die 68 MB teilen sich dabei wie folgt auf: 36 MB gemeinsamer L3-Cache, je 2 MB L2-Cache pro P-Kern und jeweils 4 MB L2-Cache für einen E-Kern-Cluster, bestehend aus 4 E-Kernen. Zum Vergleich: Die beiden Cachetypen kombiniert erreichten unter Alder Lake nur eine Maximalgröße von 44 MB (30 MB L3 und 14 MB L2).

Bei den mobilen Modellen will man unter anderem erstmals LPDDR5X-Speicher verbauen.

Auch zum Einsatz kommen AI-M.2-Module, wodurch Raptor Lake auf eine eigene AI-Rechenbeschleunigung zurückgreifen kann.

Eine weitere Neuerung von Raptor Lake soll der DLVR (Digital Linear Voltage Regulator) sein. Dabei handelt es sich laut Insider UnderFox um einen Spannungsregler, der als Spannungsklemme neben dem primären Regler platziert wird und die VID (Voltage Identification Definition = Nominalspannung ohne Overclocking/Undervolting) der CPU senkt. Der Stromverbrauch soll damit bei gleicher Leistung um bis zu 25 Prozent verringert werden können.

Außerdem sollen IPC, Kerntakt und Effizienz verbessert werden. Die Leistungssteigerung soll sich laut Intel dabei im "bis zu zweistelligen Bereich" befinden. Der Youtuber Moore's Law is Dead wird bei der erwarteten Leistungssteigerung genauer: Ihm zufolge soll die Performance um bis zu 15 Prozent im Single-Threat und 40 Prozent im Multi-Threat steigen. Bei der Boost-Taktrate erwartet @OneRaichu eine Steigerung von 200 bis 300 MHz gegenüber dem i9-12900KS, was einem Wert von 5,7 bzw. 5,8 GHz entsprechen würde.

Auch bei den Overclocking-Funktionen will man sich verbessern, ohne dabei aber bisher weiter ins Detail zu gehen.

Die neuen 700er-Chipsätze, die auf Raptor-Lake-fähigen Mainboards verbaut werden, sollen ebenfalle eine Reihe von Optimierungen mit sich bringen. Laut Twitter-Nutzer @unikoshardware soll sich in Intels PCH-Hardwaresheet ein Hinweis auf eine Erweiterung der PCIe-Gen4-Lanes sowie der USB-3.2-Ports befinden.

Was bleibt gleich bei Intel Raptor Lake

An Bord bleibt bei Raptor Lake der LGA-1700-Sockel, wie Intel auf einem Investorentreffen bestätigte. Auch den PCH-Chipsatz, DDR5-RAM (dann auch mit Unterstützung für DDR5-5600 ab Werk) und PCIe 5.0 bleiben im Dienst. Dies scheinen Informationen zu bestätigen, die Intel bei der Sata-IO ("Serial ATA International Organization") eingereicht hat.

Neben DDR5 soll Raptor Lake wie der Vorgänger Alder Lake auch das ältere DDR4 unterstützen. Somit bleibt Nutzenden hier mehr Zeit zum Aufrüsten. Das berichtet der in der Szene gut vernetzte Leaker "Moore's Law is Dead". Viele der Gerüchte bestätigte ein vermeintlicher Prototyp des i9-13900K (via "wccftech"), der im Januar 2022 ausfindig gemacht wurde. Allerdings empfiehlt Intel laut "TechPowerUp" Mainboardherstellern, sich bei Raptor Lake eher auf DDR5 zu fokussieren.

Die Verbrauchszahlen des Portfolios erstrecken sich außerdem erneut von 35 bis 125 Watt.

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Nach Raptor Lake wird Intel die 14. Generation mit der Bezeichnung Meteor Lake ins Rennen schicken. Ein Start scheint aktuell 2023, weniger als 12 Monaten nach Raptor Lake, geplant. Weitere Informationen zu künftigen Intel-Prozessoren finden Sie in unserer Übersicht "Neue AMD- und Intel-Prozessoren."

Intel Raptor Lake: Benchmarks und Screenshots

Einen ersten Benchmark zu Raptor Lake machte der Leaker @KOMACHI_ENSAKA ausfindig, archivierte Screenshots gibt es bei "Tom's Hardware". Später folgte ein weiterer, nur bedingt aussagekräftiger Ashes-of-the-Singularity-Benchmark, wie "Hardwareluxx" berichtet.

Einen ersten offiziellen Blick auf die Leistung von Raptor Lake gab es im Rahmen des Investors Meeting 2022. Ein Video der Präsentation teilte Andreas Schilling von "Hardwareluxx" auf Twitter.

Raptor Lake-H: Spezifikationen und Benchmarks

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Raptor Lake-H Spezifikationen
Core i9-13900K 8 P-Kerne, 16 E-Kerne / 32 Threads, 68 MB L3-Cache, 5,7 GHz Boosttakt, 125 W PL1, 228 W PL2
Core i7-13700K 8 P-Kerne, 8 E-Kerne / 24 Threads, 54 MB L3-Cache, 125 W PL1, 228 W PL2
Core i5-13600K 6 P-Kerne, 8 E-Kerne / 20 Threads, 44 MB L3-Cache, 125 W PL1, 228 W PL2

Raptor Lake-P: Spezifikationen und Benchmarks

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Raptor Lake-P Spezifikationen
Cire iX-13X00H 6 P-Kerne, 8 E-Kerne / 20 Threads, 2,5 GHz Basistakt und 4,2 GHz Boosttakt
tba. tba.
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