Desktop- und Mobile-CPUs der 12. Generation

Intel Alder Lake: News und Gerüchte zur neuen CPU-Generation

Noch 2021 startet mit Alder Lake Intels neue Prozessor-Generation. Wir sammeln alle Infos zum Flaggschiff i9-12900K und weiteren Modellen - inkl. Releaseterminen, Neuerungen und Benchmarks. Update: Weitere LGA-1700-Bilder.

Inhalt
  1. Intel Alder Lake: News und Gerüchte zur neuen CPU-Generation
  2. Intel i9-12900K und Co.: Specs und Benchmarks von Alder Lake

© Intel

Nach Rocket Lake kommt Alder Lake: Erste Modelle der neuen Intel-Prozessor-Generation sollen noch in diesem Jahr starten.

Mit seiner 12. Generation, besser bekannt unter dem Namen "Alder Lake", plant Intel Großes. Nicht nur soll eine ganze Armada von Modellen sowohl den Desktop- als auch den Mobil-Bereich abdecken. Gleichzeitig will man auch erstmals eine Mainstream-Serie mit dem sogenannten Big-Little-Prinzip an den Start bringen.

Tipp: Wer auf der Suche nach einer Übersicht zu vermutlichen Daten, Preisen und Leistungen der 12th-Gen-Prozessoren ist, wird auf der zweiten Seite bei Specs und Benchmarks fündig.

Intel Alder Lake: Erscheinungstermine und Preise

Dabei sollen erste Modelle noch in der zweiten Jahreshälfte 2021 erscheinen. Je nach Gerücht (1, 2, 3) wird mit einem Startdatum zwischen September und Dezember 2021 gerechnet. Ein Leak berichtete von einer Embargo-Aufhebung für erste Modelle am 25. Oktober 2021, namentlich die Desktop-Prozessoren der K- und KF-Serie.

Intel selbst bestätigte den Start erster Modelle selbst im Rahmen des Intel Accelerated Events und deutete an, im Rahmen einer weiterer Veranstaltung mit dem Titel Intel InnovatiON am 27. und 28. Oktober mehr verraten zu wollen.

Öffentlich verfügbar sein sollen die im Oktober vorgestellten Modelle laut "Wccftech" ab dem 19. November. Dabei beruft man sich auf ungenannte Quellen. Gemeinsam mit den Prozessoren starten sollen dann auch erste Modelle mit dem neuen Flaggschiff-Chipsatz Z690.

Die Launches weiterer Modelle sollen sich dann bis Q2 2022 hinziehen. So verrät eine geleakte Roadmap, dass die vPro-Modelle von Alder Lake-S und Alder Lake-P für professionelle Anwendungen erst in Q1 2022 erscheinen werden.

Preislich haben wir bereits erste Anhaltspunkte für die K-Modelle der Alder-Lake-S-Serie. Diese werden zum Release wohl etwas teurer ausfallen als die gleichwertigen Modelle der 11. Generation.

Basierend auf Informationen des Leakers @momomo_us hat Videocardz mögliche europäische Durchschnittspreise für die Prozessoren errechnet. Fügt man zu diesen noch eine Umsatzsteuer von 19 Prozent hinzu, rechnen wir mit einer UVP von 700 € (i9-12900K), 500 € (i7-12700K) bzw. 350 € (i5-12600K).

Kurze Zeit später fanden sich auch bei einem US-amerikanischen Shop erste Preise. Hier wurden UVPs von rund 600 US-Dollar (i9-12900K), 420 US-Dollar (i7-12700K) und 290 US-Dollar (i5-12600K) genannt. Die Preise fallen damit ein gutes Stück niedriger aus als beim vorherigen Leak. Screenshots der Preislistungen finden sich beim Twitter-Nutzer @harukaze5719.

Intel Alder Lake: Hybrid-System kombiniert große und kleine Kerne

Die größte Neuerung von Alder Lake wird mit Sicherheit das neue Big-Little-Hybrid-Konzept werden. Hierbei verbaut man zwei verschiedene Kerntypen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen sollen.

Kleinere Tasks fallen dann an die Little-Kerne, die Intel als E-Cores ("Efficient Cores") bezeichnet. Sie können diese besonders schnell und effizient bearbeiten. Intern wurden diese lange als Gracemont bezeichnet.

Größere Aufgaben übernehmen die P-Cores ("Performance Cores") genannten Big-Kerne, welche wie gewohnt Hyperthreading-fähig sind, also über zwei virtuelle Kerne verfügen. Die einzelnen Kerne sollen sich über das BIOS einzeln ansteuern und an- bzw. abschalten lassen. Für die Big-Cores fand sich intern auch der Begriff Golden Cove.

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Bei den großen P-Core-Kernen verspricht Intel eine Leistungssteigerung von rund 20 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration Rocket Lake, welche zu Beginn des Jahres erschien. Bei einigen Modellen will man in Kombination mit den kleinen Kernen die Leistung sogar verdoppeln.

Gefertigt werden die CPUs im Intel-7-Verfahren. Dieses war bis vor kurzem noch unter dem Namen 10-nm-Enhanced-SuperFin bekannt, wurde nun aber aus Gründen der Vergleichbarkeit mit der Konkurrenz umgetauft. Das Verfahren soll gerüchteweise eine Energieeinsparung von 15 Prozent gegenüber den 14-nm-Modellen bieten.

Das neue Hybrid-Verfahren könnte zudem besonders von Windows 11 profitieren, wie Intel auch auf dem Architecture Day Mitte August verlauten ließ. Bis dahin wurde das kommende Betriebsystem nur mit der einzigen bereits erschienenen Hybrid-Reihe von Intel, Lakefield, getestet. Dort stieg die Leistung mit Windows 11 je nach Benchmark um 2 bis 8 % an. Ähnliche Leistungssteigerungen wären auch bei Alder Lake möglich.

Für die Aufteilung der Aufgaben unter den beiden Kerntypen wird ein sogenannter Thread Director zuständig sein. Diesen stellte Intel im Rahmen der Konferenz Hot Chips 33 vor. Dabei werden die Tasks in vier verschiedene Prioritätsgruppen eingeteilt, deren IPC-Leistung darüber entscheidet, welchem Coretyp eine Aufgabe zugedacht wird.

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Intel Alder Lake: Chipsatz und Sockel

Gerüchteweise wird es zum Start von Alder Lake mit LGA-1700 und LGA-1800 vermutlich auch zwei neue Sockel geben. Somit wären gemeinsam mit dem neuen Prozessor auch ein neues Mainboards notwendig. Die Sockel sollen dann aber immerhin für mehrere Jahre bei Intel zum Einsatz kommen.

Als Codename für einen der Sockel stellte sich Ende Mai der Begriff "Socket V" heraus. Unklar ist, ob die beiden Modelle parallel erscheinen sollen oder nacheinander zum Einsatz kommen. Seit Ende Juni finden sich auf igorslab.de exklusive Daten und Zeichnungen, die bisherige Infos bestätigen und unter anderem neue 78x78- statt 75x75-Bohrungen zeigen. Später zeigten Leaker (1, 2) passende Fotos.

Die neuen Sockel sollen mindestens auch bei der Nachfolge-Generation Raptor Lake zum Einsatz kommen. Über eine noch längerfristigere Verwendung ist noch nichts bekannt.

Bei den neuen Chipsätzen wird man zu Beginn nur den High-End-Chipsatz Z690 anbieten, Mainboards mit weiteren Chipsätzen folgen erst 2022. In einem Leak wurden mittlerweile eine Vielzahl von Informationen zu den Chipsätzen bekannt. Wussten wir bereits zuvor von den Modellen H670, B660 und B610, erwähnen Treiberdaten nun auch einen W680-Chipsatz, wohl für Alder Lake Xeon sowie einen X699 HEDT.

Die vollständige Liste der Chipsätze, wie sie Videocardz listet, lautet wie folgt:

  • X699: HEDT-Enthusiasten
  • Z690: Mainstream-Enthusiasten
  • W685: Workstation-Enthusiast
  • W680: Workstation Mainstream
  • Q670: Business / Enterprise
  • Q670E: Business / Enterprise Laptop
  • R680E: R-Embedded Laptop
  • H670: Mainstream-Budget
  • B660: Mainstream-Budget
  • H610: Mainstream-Einstieg
  • H610E: Mainstream-Einstieg Laptop

Intel Alder Lake: Taktraten und Benchmarks

Im Juli 2021 tauchten Daten zu Intel Core i9-12900K auf, der mit 8 "großen" und 8 "kleinen" Kernen auf einen Basis-Takt von 3,9 und einen Turbo-Takt von 5,3 GHz gesichtet wurde. Basis ist ein Forenbeitrag aus China, der auch gleich Cinebench-R20-Testergebnisse für die 12. Generation parat hatte. Unterschieden wird beim i9-12900K zwischen einem frühen Engineering Sample (ES) und einem späteren Qualification Sample (QS):

  • Core i9-12900K (ES2): 9300+
  • Core i9-12900K (QS Calculated): 11300+
  • Core i7-12700K: 9500+
  • Core i5-12600K: 7400+

Wenig später folgten auf Twitter auch vorgebliche Specs für die drei Chips.

Im August tauchte ein Benchmark-Ergebnis zum Core i9-12900K unter Windows 11 aus dem BaseMark auf, der 12 Kerne mit 3.200 MHz nahelegt. Unklar ist, ob es ein Fake oder falsch interpretierte Daten sind.

Intel Alder Lake: RAM, iGPU und Effizienz

Weitere Neuerungen erwarten uns bei RAM und iGPU: Alder Lake setzt auf DDR5-RAM, genauer DDR5-4800, wobei DDR4 ebenfalls unterstützt wird. Bei der iGPU verbaut man eine Xe-GPU der 12. Generation. Wer von vornherein auf eine dedizierte Grafikkarte setzen möchte, wird aber wohl auch wieder auf Modelle ohne iGPU zugreifen können. Diese werden dann wie gewohnt durch das Suffix -F (z.B. i9-12900KF) gekennzeichnet.

Dazu bestätigte Intel PCIe 5 mit maximal 16 Lanes. Die CPU bringt vier weitere Gen-4-Lanes. Der 600er-Chipsatz bringt dazu x12 PCI-Express-4- und x16 PCI-Express-3-Lanes.

Den größten Abstrich wird man bei Alder Lake laut vorherigen Gerüchten bei der Energiesparsamkeit machen müssen. Wie ein geleaktes Dokument bescheinigt, sollen die Empfehlungen bei der TDP mit Alder Lake steigen. Bis zu 165 W TDP und eine Spitzenleistung von 540 W wird für das Topmodell angegeben. Wer mit einem neuen Prozessor der 12. Generation zum Jahresende plant, dürfte sich demnach neben einem neuen Mainboard auch gleich nach einem größeren Netzteil umschauen.

Zum Thema Stromverbrauch hat Intel Mitte August immerhin entgegengesetzt, dass ein Quadcore mit den kleinen E-Kernen 80% mehr Leistung bei 80% weniger Verbrauch (ISO Performance) gegenüber einem Zweikern-Skylake bieten soll. Außerdem sorge ein Hardware-Thread-Scheduler in Kommunikation mit dem OS-Scheduler des Betriebssystems für eine bestmögliche Leistung auf Basis von Temperatur- und Energieeinstellungen.

Erste Screenshots zum Verbrauch eines kommenden Alder-Lake-Prozessors teilte der chinesische Account "Wolfstame" auf der Social-Media-Plattform "Weibo" (via @9550pro). Darin ist eine nicht näher spezifizierte CPU zu sehen, die eine Temperatur von bis zu 93° Celsius und eine Package Power (vereinfacht: tatsächlicher Verbrauch) von durchschnittlich 350 W erreicht. Bei dem gestesteten Modell handelt es sich höchstwahrscheinlich um eines der 125-W-Alder-Lake-Modelle, sprich den i9-12900K, den i7-12700K oder den i5-12600K.

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