Digitale Fotografie - Test & Praxis
IR-Fotografie

Infrarotfotografie: Tipps, Einstellungen, Kameras

Mit Infrarotfotografie lassen sich tolle Stimmungen erzeugen. fc-Fotograf Klaus Ender hat uns verraten, welches Equipment man zum Einstieg in die IR-Fotografie braucht und mit welchen Einstellungen und Kniffen die besten Aufnahmen gelingen

© Klaus Ender

Insel Rügen, Kubbelkow. Ein kleiner Park mit schattigen Bäumen und einem kleinen Teich laden zu einem Spaziergang ein, und wer eine Kamera dabei hat, bekommt einiges zu tun. Das 670er-IR-Filter (und wenn möglich) ein umgebautes Gehäuse bringen im schummerigen Licht des Parks gute Ergebnisse.

Bäume und Sträucher erscheinen wie von Raureif überzogen, der Himmel ist pechschwarz und alles Rottönige bekommt ein weißliches Aussehen. Mit Infrarotfotografie kann man Stimmungen schaffen, die mit anderen Techniken nicht möglich sind. Doch was braucht man dazu, welche Kamera ist IR-tauglich und was sind die besten Einstellungen für gelungen Infrarot-Aufnahmen?  fc-Fotograf Klaus Ender hat uns verraten, was man zum Einstieg in die IR-Fotografie braucht und mit welchen Kniffen die besten Aufnahmen gelingen. Seine Tipps in einer kurzen Checkliste:

Ist meine Kamera IR-tauglich?

Ob die Kamera IR-tauglich ist, erfährt man vom Hersteller. Man kann das aber auch leicht selbst testen: Dazu nimmt man ein Foto von der IR-Diode einer Fernbedienung auf, während man einen Knopf der Fernbedienung betätigt. Das Foto sollte dann die leuchtende IR-Diode zeigen. Bleibt es dunkel, ist die Kamera für die Infrarotfotografie ungeeignet.

Ohne IR-Filter geht's nicht

Zudem benötigt man einen speziellen IR-Filter, der das sichtbare Licht sperrt und für die infraroten Wellenlängen durchlässig ist. Im Prinzip kann man jedes Objektiv für die Infrarotfotografie verwenden, solange man einen IR-Filter daran befestigen kann.

Wie verändern sich die Farben?

Machen Sie sich mit den Gesetzmäßigkeiten der IR-Fotografie vertraut: Grün und Rot wird weiß, Blau schwarz dargestellt. Je heller das Licht, desto extremer der Effekt.

Was sind die besten Bedingungen für gut IR-Aufnahmen?

Schulen Sie ihr Auge für Pflanzen, Hintergründe, Licht, Lichteinfall und Entfernungen. Die besten Ergebnisse sind im Frühjahr mit grünen Blättern, viel Sonnenschein und Seitenlicht zu erzielen.

Worauf ist beim IR-Filter zu achten?

Je niedriger die Wellenlänge des IR-Filters desto höher der Restanteil an sichtbarem Licht. Je größer die Wellenlänge des Filter,s umso "dunkler" ist dieser, desto weniger sichtbares Licht wird durchgelassen.

Belichtungszeiten und Fokussierung

IR-Filter verdunkeln das Bild. Die Belichtungszeiten sind länger. Es gilt: Ohne Umbaukamera sind keine Schnappschüsse möglich. Fokussieren Sie am besten manuell und verwenden Sie ein Stativ.

Weißabgleich

Nehmen Sie den Weißabgleich mit der Kamera mit vorgesetztem Filter vor.

Belichtungsmessung

Die Belichtungsmessung funktioniert mit Filter nicht zuverlässig. Testen Sie verschiedene Einstellungen. Als Faustregel bei Sonnenschein gilt: ISO 200, Blende 6 bis 8 und eine Belichtungszeit von 1 bis 2 s.

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