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TV-Geräte aus dem Ausland

Import-Fernseher: Das müssen Sie wissen!

Selbst bei gleichen TV-Modell-Typen gibt es Unterschiede. Nämlich dann wenn die Fernsehgeräte aus verschiedenen Ländern kommen. Wir klären Sie auf, was Sie bei Import-Fernsehern beachten sollten.

Reimport-Montage Siegel

© Dorothea Voss

Auch wenn das Modell scheinbar das gleiche ist, es kommt durchaus darauf an aus welchem Land man sich seinen TV bestellt.

Einer der großen Vorteile der Europäischen Union ist der grenzübergreifende Handel. Es kann aber auch Nachteile haben, preiswerte Geräte zu bestellen, die eigentlich für andere Länder gedacht sind. Das gilt insbesondere beim Import von Fernsehern aus dem EU-Ausland.

Vorsicht bei Import-TVs

Der Handel über Internetplattformen boomt und droht, dem Fachhandel den Garaus zu machen. Wer sich beispielsweise bei Preissuchmaschinen umschaut, findet dort viele Schnäppchen, die die unverbindlichen Preisempfehlungen erheblich unterbieten.

Um zu testen, wie gut der Lieferservice und die Qualität der Produkte sind, haben wir bei geizhals.at nach einem beliebten TV-Gerät von Samsung gesucht und es beim preiswertesten Händler bestellt.

Es handelt sich um das QLED-Modell 55Q60R, das mit 55-Zoll-Diagonale ursprünglich zum UVP von 1.349 Euro angeboten wurde, zum Zeitpunkt des Kaufs (Ende Oktober 2019) jedoch offiziell mit 450 Euro Cashback erhältlich war. Den daraus resultierenden Preis von 899 Euro unterbot der billigste Internethändler mit 790,53 Euro nochmals deutlich. Schnell war das Gerät mit der Kreditkarte bezahlt, auch Paypal wurde akzeptiert.

Erste positive Erfahrung: Die Lieferdauer von vier Tagen wurde unterboten, das Paket traf absolut unversehrt ein.

Samsung Reimport Screenshot

© Roland Seibt

Die Sprache Deutsch ist zwar vorhanden, aber statt „Deutschland“ findet man in der Länderauswahl nur „Andere“.

Direkter Vergleich

Um einen Vergleich mit definitiv heimischer Ware durch­führen zu können, haben wir ein baugleiches Gerät beim Münchner Händler unseres Vertrauens besorgt und dann beide Modelle parallel eingerichtet und getestet. Kartons und Hardware beider Geräte schienen identisch zu sein – doch halt: Auf dem lokalen Muster informierte ein Aufkleber, dass jetzt ein halbes Jahr HD+ kostenlos enthalten sei.

Bei genauerem Hinsehen erkannten wir, dass die Geräte sich stärker voneinander unterscheiden, als wir zunächst dachten, da es sich um ein Importmodell handelte. Meist erkennt man das Bestimmungsland am vollständigen Produktnamen.

Samsung nutzt als einziger Hersteller für diese Kennzeichnung die ersten Buchstaben. Die Namen der QLED-TVs für den deutschen Markt beginnen mit „GQ“, die Modellnamen für das restliche Europa hingegen mit „UE“. Dass auf dem Produktlabel „Made in Hungary“ steht, ist allerdings kein Hinweis auf ein Importgerät – denn dort werden auch unsere „einhei­mischen“ Exemplare gefertigt.

Reimport Samsung Screenshot

© Roland Seibt

In der App „Sportworld“ sind die prominentesten Einträge Gutscheine für jeweils ein halbes Jahr Sky Ticket und DAZN.

Der richtige Shop

Naja, ein paar Details hätten uns bei dem Internethändler, dessen Firmenlogo stark an die Fachhandelsgruppe Expert erinnert, auffallen sollen. In den Kontaktdaten steht eine Telefonnummer aus Österreich, die Faxnummer gehört jedoch zu einem ungarischen Anschluss.

Als Garantie werden „2 Jahr - Herstellergarantie“ genannt und danach explizit darauf hingewiesen, dass der Smart-TV-Dienst HbbTV fehlt. Das ist für ein deutsches Top-Gerät undenkbar.

Das allein wäre noch zu verschmerzen. TV-Geräte sind ja wohl globalisiert ausgelegt und unterstützen jede Menge Sprachen. Die Hardware scheint in unserem Fall identisch.

Installation des Import-Fernsehers

Schon beim ersten Schritt der Einrichtung, der Auswahl von „Deutsch“ als Menüsprache, sind wir enttäuscht, dass sich beim „UE“-Gerät als Land nicht „Deutschland“ wählen lässt. In Folge selektieren wir zwar den Satelliten Astra und die Vorgabe „HD+“, eine automatische Programmsortierung findet jedoch nicht statt. Der Kabelanschluss von Vodafone lässt sich auch nur recht umständlich installieren. Positiv überrascht waren wir hingegen, dass die Operator-App von HD-plus samt freiem Zugang für ein halbes Jahr funktionierte – dieser Dienst ist eigentlich exklusiv für Deutschland gedacht.

Auf Nachfrage erklärte uns Samsung, dass Dies wahrscheinlich für „UE“-Modelle bald abgestellt werde. Im Gespräch kamen auch die Garantiesituation zur Sprache und dass Samsung Deutschland es gar nicht lustig findet, Fernseher zu reparieren, die man nicht verkauft hat. Wenn der Händler bestimmte Angaben beim Verkauf fehlerhaft gemacht hat, entzieht sich Samsung Deutschland übrigens dieser Verantwortung.

Dagegen werden Lokalhändler und -kunden mit diversen Aktionen und Inhaltskooperationen belohnt, wenn sie „German Quality“ kaufen. Man streicht Cashback ein und spart viele Hundert Euro für Kurzabos von DAZN, Sky, Rakuten, waipu und anderen –  damit holt man den etwas höheren Kaufpreis locker wieder rein.

Samsung Reimport App

© Roland Seibt

In Importgeräten tauchen statt der Gutscheine für DAZN und Sky an ihrer Statt die passenden Pay-Apps auf.

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