Hausmannskost

Homefibre

Inhalt
  1. Grundlagen Heimvernetzung
  2. Homefibre

Strippenzieher

netzwerk

© PC Magazin

Das Auflegen von Netzwerkkabeln - hier in einem Patchpanel, erfordert genaues Arbeiten.

Wer ein Netzwerk ohne jegliche Einschränkungen anstrebt, wird wohl oder übel zum Kabel greifen müssen. Ein Netzwerk via Kabel ist - so richtig geplant und verlegt - schneller und zuverlässiger als alle Alternativen. Allerdings stellen die 5 bis 7 mm dicken und eher unflexiblen Kabel eine ernst zu nehmende innenarchitektonische Herausforderung dar.

Wohl dem, der in seinen eigenen Wänden entsprechende Leerrohre vorfindet, durch die er die Strippen ziehen kann. Wobei Leerrohr in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmen ist. Denn in ein Standard-Leerrohr vom Typ M20 passt gerade mal ein Netzwerkkabel. Ist im Leerrohr jedoch bereits ein Kabel verlegt hat man es schwer, ein weiteres hineinzuzwängen.

Macht das Leerohr im Gebäude mehrere scharfe Wendungen verschlechtern sich die Aussichten nochmals. Manchmal kann es bei bereits belegtem Leerrohr helfen, zunächst das alte Kabel herauszuziehen um dann zu versuchen, beide Kabel in einem Rutsch gemeinsam durch das Rohr zu zwängen. Zudem verbesserst verdünntes Spülmittel die Gleitfähigkeit der Kabel ganz enorm.

Als Werkzeug benötigen Sie eine Zugspirale, die Sie in jedem Baumarkrt erwerben können. Wollen die Kabel trotz kräftigen Zugs nicht durch die Rohre schlupfen, muss an beiden Enden gearbeitet werden. Während an einem Ende ein Helfer mittels der Zugspirale kräftig zieht, schiebt ein Helfer am anderen Ende das Kabel ins Rohr.

Netzwerkkabel dürfen Sie nach Herzenslust selbst verlegen. Sobald jedoch Eingriffe in das Stromnetz nötig werden, muss ein ausgebildeter Elektriker hinzugezogen werden.

Stehen keine Leerrohre zur Verfügung, drängt sich das Problem auf, die Kabel möglichst unsichtbar zu verlegen. Herkömmliche Sockelleisten bieten zwar meist etwas Platz, um ein Kabel in die Ecke zwischen Wand und Boden zu quetschen, spätestens aber in den Zimmerecken wird es schwierig. Helfen können Sockelleistenkanäle, in denen auch mehrere Kabel Platz finden.

Für sie gibt es Eckverbinder, die dank gemäßigter Radien auch für Netzwerkkabel geeignet sind. Leider scheitert auch die beste Sockelleise, wenn es gilt, Türöffnungen zu überwinden. In Altbauten mit ausgeprägten Schwellen kann man sich hier meist mit einer schicken Teppichschiene aus Metall helfen unter der man die Kabel versteckt.

Manchmal findet sich auch ein kleiner Spalt zwischen Türzarge und Wand, in dem man das Kabel unsichtbar rund um den Türrahmen verlegen kann. Einigermaßen unauffällig lässt sich auch ein kleiner Kabelkanal im Format 10x10 mm und die Zarge verlegen.

Im Fibre-Wahn

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Die Vernetzung via Lichtleiter ist nicht nur extrem störsicher sondern, auch sehr viel einfacher zu verlegen. Nachteil: Billig ist anders.

Will partout kein Netzwerkkabel ins Rohr, unter den Teppich oder unter die Türschwelle passen, bietet sich die Vernetzung via Kunstofffaserkabel an. Die als "Homefibre" oder (SI-)POF bezeichnete Lichtleiterlösung ist zwar weitaus billiger und einfacher zu verlegen als Glasfasertechnik aus dem professionellen Bereich - im Vergleich zur Kabellösung ist POF (Polymer Optische Faser) dennoch teuer.

Der Vorteil: Die Kunstofffaserleitungen messen gerade mal 1,1x3-bzw. 2,2x4,4 mm und lassen sich somit auch durch manches bereits belegte Leerrohr ziehen. Allerdings erreicht der SI-POF-Standard bislang nur 100 MBit/s. Zudem muss an jedem Ende der Faser ein Medienkonverter die Verbindung zum kupferbasierten Ethernet herstellen.

Dabei kostet ein Meter Kunstofffaser rund 1,40 Euro, ein einfacher Medienkonverter rund 50 Euro und eine elegante Unterputzdose mit integriertem Konverter rund 120 Euro.

Pfadfinder

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"Mami, er hat gar nicht gebohrt". Wer keine Löcher oder Kabel will, kann PowerLAN und WLAN kombinieren. Nachteil: Schnell ist anders.

Gernerell sind im häuslichen Bereich keine Probleme mit den Leitungslängen zu erwarten. Die maximale Segmentlänge beträgt stattliche 100 Meter. Wenn es also auf direktem Wege keine Möglichkeit gibt, die Kabel unauffällig zu verlegen, dürfen Sie ruhig einen Umweg einplanen.

Je nach bezogener Menge, kostet ein Meter Cat-6-Netzwerkkabel zwischen 60 Cent und 1,30 Euro. Somit sind ein paar Meter Umweg allemal billiger als teure Schienen oder Sockelleistenkanäle.

Sind die Netzwerkkabel verlegt, gilt es, die Kabelenden zu konfektionieren. Die einfachste und preiswerteste Lösung wäre, an jedes Ende einen RJ-45-Stecker zu crimpen. Die passende Crimpzange und die Steckerchen gibt es für kleines Geld im Elektrofachandel.

Deutlich eleganter und betriebssicherer ist es, das Kabel in einer Netzwerkdose enden zu lassen. Achten Sie dabei darauf, dass Kabel und Netzwerkdose zusammenpassen. Es macht wenig Sinn, ein teures Cat-7-Kabel in eine Cat-3-Dose zu verlegen.

Die anderen Kabelenden führen Sie zentral in einem so genannten Patch Panel zusammen. Von diesem wiederum können sie dann per Patchkabel Verbindung zum Router bzw. Switch herstellen. An Werkzeug benötigen Sie eine Abisolierzange sowie ein Auflegewerkzeug für die LSA-Klemmen, das im Baumarkt eher schwer zu erwerben ist.

Gemischtes Doppel

Neben der totalen Verkabelung gibt es eine Reihe, teils durchaus sinnvoller Mischformen. So können Kabel nur dort eingesetzt werden, wo ungebremster Speed von Nöten ist oder abschirmende Wände und Decken überwunden werden müssen.

keine Löcher bohren darf oder will, kann Hindernisse durch PowerLAN überbrücken, um dann wieder auf Kabel oder WLAN zu wchseln. Allerdings gilt in dem Fall: Steht am Anfang der Kette eine langsame Übertragung, kann dahinter auch ein 10-GBit-Ethernet nichts mehr reißen.

Kabel vs. PowerLAN vs. WLAN

Maximale Netzwerk-Performance bekommen Sie in der Praxis nur per Ethernetkabel. Im Gegensatz zu PowerLan und WLAN reicht ein GBit-Ethernet auch im praktischen Betrieb sehr nahe an die versprochenen 1000 MBit/s heran. Hingegen darf man bei PowerLAN und WLAN zufrieden sein, wenn der Datendurchsatz in der Praxis ein Zehntel der auf der Schachtel stehenden Übertragungsleistung erreicht.

Die von den Herstellern beworbenen maximalen Datenraten sind rein theoretischer Natur, die im realen Betrieb nicht mal über die Distanz einer Armlänge erreicht werden. Viel wahrscheinlicher ist, dass lediglich die in der Tabelle mit 10 MBit/s angenommenen Minimalwerte zustande kommen. Die in der Tabelle mit 120 MBit/s (WLAN) bzw. 180 MBit/s (PowerLAN) angenommenen praktischen Maximalwerte dürfen hingegen als absoluter Idealfall gelten.

Download: Tabelle

Kleine Netzwerkkabelkunde

Wenn man sich schon die Mühe macht, Strippen zu ziehen, dann bitte richtig. Kabel, Netzwerkdosen und ggf. das passende Patch Panel müssen für die angestrebte Übertragungsgeschwindigkeit passen. Um dem heutigen Datenaufkommen gerecht zu werden, sollten Sie ein GBit-Ethernet anstreben. Mindestvoraussetzung dafür ist ein Kabel der Kategorie Cat-5 bzw. die überarbeitete Fassung CAT-5e.

Download: Tabelle

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