Glasfaser in jedes Haus

High-Speed-Internet in Deutschland

11.4.2011 von Peter Stelzl-Morawietz

Internet mit 100 MBit/s in einigen deutschen Städten scheint zunächst schnell. Doch im internationalen Vergleich steht die Bundesrepublik beim Glasfaserausbau geradezu als Entwicklungsland dar.

ca. 2:05 Min
Ratgeber
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  1. High-Speed-Internet in Deutschland
  2. Glasfaser vs. Kabelanbieter
  3. Breitbandstrategie
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© PC Magazin

Zur Computermesse CeBIT, die Anfang März in Hannover stattfand, hat die Deutsche Telekom einmal mehr den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur angekündigt. Noch in diesem Jahr wolle das Unternehmen in insgesamt zehn deutschen Städten beginnen, so in Hannover, Offenburg und Potsdam.

Ansonsten aber hat der Ex-Monopolist in Sachen FTTB (Fibre to the Building) und FTTH (Fibre to the Home) wenig vorzuweisen: Es existieren in Hennigsdorf, Braunschweig und Dresden zwar einige Pilothaushalte mit schnellem Glasfaseranschluss, im Übrigen aber hat die Telekom vorwiegend in ihr VDSLNetz investiert.

Dabei fehlen die Glasfaserleitungen auf den letzten hundert Metern in die Gebäude, es lassen sich nur Übertragungsraten von maximal 50 MBit/s realisieren. Ist die Entfernung zwischen Verteilerkasten und Haus zu groß, sinkt die Bandbreite auf 25 MBit/s - das ist wenig mehr als ein "traditioneller" 16 000er-DSL-Anschluss bietet.

Andere Netzbetreiber sind da deutlich weiter als die Deutsche Telekom. Insbesondere MNet in München, Augsburg und Erlangen, NetCologne in Köln sowie Wilhelm.Tel im Norden versorgen schon eine größere Zahl von Haushalten mit Geschwindigkeiten von 100 MBit/s. Bundesweit gehen dem Interessenverband FTTH Council Europe zufolge aktuell weniger als 200 000 Haushalte per Glasfaser ins Internet - das wären gerade einmal knapp 0,5 Prozent.

In Schweden und Norwegen sind es laut FTTH Council Europe bereits über zehn Prozent der Haushalte und selbst Frankreich und Italien liegen deutlich vor Deutschland. Von Ländern wie Südkorea mit über 50 und Japan mit 35 Prozent ganz zu schweigen.

"FTTPR - Fibre to the Press Release"

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Das Verlegen von Glasfaserkabeln ist deutlich aufwändiger und teurer als die Aufrüstung des bestehenden Kabelnetzes.
© PC Magazin

Ist die Mitteilung der Telekom also nichts anderes als eine neuerliche Ankündigung? Schließlich hatte der Bonner Konzern schon vor rund einem Jahr in Aussicht gestellt, bis zum Ende des Jahres 2012 ein Zehntel der deutschen Haushalte mit Glasfaserleitungen zu versorgen.

Professor Hartwig Tauber, Chef bei FTTH Council Europe, äußert sich gegenüber dem PC Magazin angesichts der Ankündigung des Konzerns, nun mit zehn Städten starten zu wollen, skeptisch. Schließlich verbleiben nicht einmal mehr zwei Jahre Zeit, dieses 10-Prozent-Ziel noch zu erreichen.

Das Ausbauziel scheint derzeit auch deshalb weit von der Realität entfernt, weil die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen alles andere als klar sind. Müssen die Betreiber von Glasfasernetzen ihre Infrastruktur Mitbewerbern öffnen (Open Access)? Wenn ja, zu welchen Konditionen?

Soll die Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde die Kosten für die Nutzung der Netze durch fremde Provider festlegen? Oder sollen die Gebühren erst nachträglich auf möglichen Missbrauch aufgrund der Marktpositionen überprüft werden?

Wichtige Fragen sind derzeit noch nicht entschieden, sie spielen aber für den weiteren Ausbau der Glasfasernetze und die Investitionen eine entscheidende Rolle. Klar ist nämlich, dass das Verlegen von Glasfaserleitungen in jedes Gebäude deutlich teurer ist, als die bestehende Infrastruktur über Kupfer-oder TV-Kabel auszubauen. Fachleute rechnen vor, dass die FTTH-Erschließung fast zehnmal so teuer ist wie der Ausbau des vorhandenen TVKabelnetzes auf 150 MBit/s.

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