Malen mit der Kamera

HDR-Workshop

23.9.2011 von Oliver Ketterer

HDR ermöglicht dem gewöhnlichen Fotografen spektakuläre Effekte. Licht und Details erwachsen in Bildpartien, wo selbst Spitzenkameras komplett versagen. Jeder kann solch beeindruckende Bilder mit wenig Know-how, einer preiswerten Kamera und Software anfertigen. Photomatix erlaubt sogar Effektvarianten mit nur einem Knopfdruck.

ca. 2:30 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. HDR-Workshop
  2. HDR-Fotografie
  3. Photomatix Pro 4.0
zug, grafik, eisenbahn, hdr, aufnahme, foto
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© PC Magazin

Die noch recht junge HDR-Technologie ist eine fantastische Sache. Die fertigen Bilder beeindrucken durch ihren enormen Tonwert- und Kontrastumfang und das prächtige Farbenspiel, so wie einst die Gemälde von Monet, Renoir, Cezannes oder anderer impressionistischer Maler die Gemüter verzückten.

Anstelle von Pinsel und Leinwand setzt der HDR-Fotograf eine präzise Foto-Aufnahmetechnik und ein Hilfsprogramm für die spätere Verarbeitung ein. Es gibt etliche Tools für die Verarbeitung von Bildreihen. Luminance HDR ist eine Freeware, die man kostenlos aus dem Netz laden kann. Jedoch sind die Tone-Mapping-Möglichkeiten sehr überschaubar. Wer Adobe Bridge und Photoshop CS5 hat, kann damit Bildreihen verarbeiten.

Gute Ergebnisse zu erzielen ist aber besonders dann schwer, wenn man "Geisterbilder" eliminieren muss. Eine weitere Alternative ist HDR Efex Pro von Nik Software. Allerdings kostet das Programm 160 Euro. Wir haben uns für diesen Workshop entschlossen, Photomatix Pro 4.0 im Detail zu erklären.

Das Programm ist vielfach ausgezeichnet, leistet enorm viel, insbesondere beim passgenauen Überlagern der Bilder, beim Herausrechnen von Geisterbildern und bei der Qualitätserhaltung. Zudem ist es derzeit unter www.pixxsel.de als Download für 69 Euro zu haben.

High Dynamic Range Image

HDRI steht für High Dynamic Range Image. Das sind Bilder, die so viel Kontrast- und Tonwertumfang haben, dass normale Drucker und Monitore sie gar nicht darstellen können. Gewöhnliche Bilder werden im HDR-Umfeld als LDR-Bilder bezeichnet und das steht für Low Dynamic Range.

Digitalkameras können nur LDR-Bilder erfassen mit einem begrenzten Kontrast-bzw. Tonwertumfang, der erheblich unter dem liegt, was das menschliche Auge wahrnimmt und auch nicht einmal annähernd an das heran kommt, was wir von einem HDR-Bild erwarten.

Um ein HDR-Bild mit einer "LDR-Kamera" anzufertigen, bedient man sich deshalb eines Tricks, um den Kontrast- und Tonwertumfang drastisch zu erhöhen. Man nimmt von ein und derselben Situation mehrere unterschiedlich belichtete Bilder auf. Und zwar so, dass man gezielt Zeichnung für einen kritischen Bildbereich einfängt, also beispielsweise für die schattigen Bildbereiche und anschließend für die sehr hellen Bildpartien.

Natürlich braucht man auch ein "normal" belichtetes Bild als Grundlage. Anschließend werden die unterschiedlich belichteten Bilder überlagert und zu einem HDRI zusammengesetzt, welches dann die Bildinformationen aller LDR-Bilder beinhaltet.

Mit dem Tone-Mapping-Verfahren generiert man dann aus dem HDRI ein "normales" Bild, das sich durch viele Details und hohen Kontrast- und Tonwertumfang auszeichnet. Für das automatische Überlagern der Bilder und das notwendige Tone Mapping gibt es verschiedene Programme.

Technische Ausrüstung

Grundsätzlich kann man mit jeder Kamera Bildreihen erstellen, die man als HDR verarbeiten kann, solange die Kamera Über- und Unterbelichtung erlaubt. Das können heute meist sogar schon sehr preisgünstige Kompaktkamaras. Allerdings wird man die besseren, qualitativ hochwertigeren Ergebnisse mit einer digitalen Spiegelreflexkamera erzielen.

Das gilt insbesondere, wenn man möglichst "natürliche" Bilder haben möchte. Wir beschreiben hier den Weg zu hochwertigen Bildreihen. Wenn Sie mit einer Kompaktkamera arbeiten, versuchen Sie einfach, möglichst viele der DSLR-Vorgaben zu erfüllen, die wir im Kasten rechts beschreiben. Was Sie nicht einstellen können, lassen Sie einfach weg.

Freilich wird es Ihnen auch gelingen, mit einer Kompaktkamera Belichtungsreihen zu erstellen, die Sie später für die HDR-Verarbeitung verwenden können. Es ist nur - je nach Kameramodell und Ausstattung - weniger komfortabel und im Ergebnis nicht so präzise. Woran liegt das?

Die besten HDR-Resultate erzielt man mit Bildreihen, bei denen die einzelnen Fotos vollkommen identisch sind bis auf die Helligkeit, die man mit unterschiedlicher Belichtungszeit steuert.

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