Technik-Kauderwelsch erklärt

Glossar: Das verbirgt sich hinter Abkürzungen wie CCD oder MPEG

26.5.2009 von Redaktion pcmagazin und Sven Heinzer

Camcorder-Hersteller werfen mit technischen Begriffen oftmals inflationär um sich. Ob es sich dabei um Abkürzungen wie x.v.colour oder auch opulent klingende Begriffe wie 300-fachen digitalen Zoom handelt. In den meisten Fällen lohnt es sich, die Marketing-Wortschöpfungen genauer zu hinterfragen. Manchmal steckt faszinierende Technik dahinter, manchmal nur heiße Luft - magnus.de bringt Licht ins Dunkel der Technik.

ca. 2:05 Min
Ratgeber
  1. Glossar: Das verbirgt sich hinter Abkürzungen wie CCD oder MPEG
  2. Bildstabilisator
  3. x.xvYCC/xv.colour
Service/Wissen: Camcorder-Know-how
Ehrliche Haut: Das sich die 4 Megapixel auf die Fotoauflösung beziehen, wird auf dem AVCHD-Camcorder Sony UX 9 nicht verschwiegen.
© Archiv

1. Megapixel bei Camcordern

Von den Fotoapparaten kennt man die Jagd nach Pixeln schon lange, aber auch Camcorder protzen mit hoher Auflösung. Doch wie viele Pixel braucht der Filmer eigentlich? Die Frage lässt sich klar beantworten, wenn es rein ums Filmen geht. Hier setzt das jeweilige System die Grenze. PAL- Camcorder, also Standard-Definition-Modelle arbeiten in der Regel mit einer Auflösung von 720 x 576 Pixeln, das entspricht rund 400.000 Pixel. High-Definition-Camcorder, die in FullHD, also mit 1920 x 1080 Pixeln aufzeichnen, kommen mit rund zwei Millionen Pixel aus. Trotzdem schadet es in beiden Fällen nicht, etwas darüberzuliegen.Denn die höhere Auflösung des Chips sorgt dafür, dass feinere Details erfasst werden, die dann auch beim herunterrechnen auf die Systemauflösung nicht gänzlich verloren gehen. Zudem minimiert eine etwas höhere Auflösung Bildfehler wie Treppenbildung an schrägen Linien. Von ganz hohen Auflösungen profitieren Camcorder lediglich im Fotomodus, fürs Filmen können sie sogar schädlich sein.

Denn die Chipfläche ist begrenzt und je mehr Pixel sich dort tummeln, desto kleiner wird das einzelne Pixelelement. Dadurch wird der Chip weniger lichtempfindlich, was sich wiederum negativ in der Low- Light-Qualität eines Camcorders bemerkbar macht. In dieser Hinsicht ist weniger manchmal mehr.

2. DV, MPEG-2, MPEG-4

Service/Wissen: Camcorder-Know-how
B-Frames stehen sowohl mit vorherigen als auch nachfolgenden Frames in Beziehung. P-Frames funktionieren ähnlich, holen sich Bildinhalte jedoch aus der Zukunft - also aus nachfolgenden Frames.
© Archiv

Vor ein paar Jahren war DV noch synonym für digitales Filmen. Dabei stand das Kürzel sowohl für das Videoformat als auch für die Kompression der Filme. Diese basiert auf der Kodierung jedes einzelnen Bildes, ähnlich wie das Fotoformat JPG. Die Datenrate beträgt dabei rund 25 Megabit pro Sekunde.

Durch die einzelbildbasierte Kompression hat das Format den Vorteil, dass es den Prozessor eines Computers bei der Video-Nachbearbeitung nicht allzu sehr in Anspruch nimmt. Deshalb sind auch ältere Rechner in der Regel in der Lage, DV-Video zu bearbeiten.

Mit den DVD-Camordern hielt die MPEG-2-Kompression Einzug ins Filmen. Anstatt jedes Bild einzeln zu komprimieren, wird jeweils eine Gruppe von Bildern (Group of Pictures, GOP) hergestellt.

Diese besteht zum einen aus Indexbildern (i-Frames), die die kompletten Bildinformationen enthalten, Bildern, die nur die Veränderungen im Vergleich zu den vorhergehenden Bildern enthalten (B-Frames), sowie Bildern, die aus den vorhergehenden Informationen prognostiziert werden. Der Vorteil ist eine deutlich höhere Kompression und damit eine niedrigere Datenrate. Die liegt bei der Standard- Definition bei maximal 10 Megabit pro Sekunde.

Im HD-Bereich arbeiten vor allem HDV-Camcorder mit MPEG-2, hier liegt die Datenrate bei etwa 25 Megabit pro Sekunde. Verbreiteter ist beim hochaufgelösten Filmen jedoch MPEG-4. Es stellt eine Weiterentwicklung von MPEG-2 dar, die ursprünglich für Internetübertragungen bei sehr niedrigen Datenraten entwickelt wurde.

Da die Kompression komplexer ist, stellen MPEG-4-Videos bei der Nachbearbeitung deutlich höhere Ansprüche an PC-Hardware. Genutzt wird MPEG-4 vor allem im hochauflösenden AVCHD-Format. Die Datenraten gehen mittlerweile hoch bis auf 24 Megabit pro Sekunde.

Bildstabilisatoren, Einchip-, Dreichip- oder CCD - wir bringen Licht ins Technik-Kauderwelsch...

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