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Gaming-TVs

Spielkonsole & Co.: Das muss der Fernseher können

Nicht jeder gute Fernseher ist auch ein guter Gaming-TV. Hier erklären wir, welche Anforderungen ein Bildschirm für den Spielebereich erfüllen muss.

Gaming-TVs: Das muss der Fernseher können

© © REDPIXEL.PL / shutterstock.com

Nicht jeder Fernseher eignet sich auch fürs Zocken. Was aber macht einen Fernseher zu einem Top-Gaming-TV?

Wer unter dem Begriff „Gaming“ nicht lediglich Solitaire und Schachsimulationen versteht, weiß schon seit geraumer Zeit um die beständig wachsenden Anforderungen, die aktuelle Spiele nicht nur an die jeweilige Konsole oder den genutzten Computer, sondern gerade auch an den zum Einsatz kommenden Bildschirm stellen, auf dem das Spiel der Wahl gezockt werden soll. 

Da für ein ideales Spielerlebnis jedoch nicht eins zu eins dieselben Kriterien entscheidend sind, die einen Fernseher zu einem Top-Gerät in Sachen Film und TV machen, wollen wir an dieser Stelle einen genaueren Blick auf den Bereich Gaming bei Fernsehern werfen. 

Welche Anforderungen muss ein TV erfüllen, der sich perfekt für die neuesten Games eignet? Und wie lassen sich die Kriterien, die für einen Gaming-TV relevant sind überhaupt erheben? 

Schließlich darf kein Test der video bloß auf persönlichen Eindrücken beruhen, sondern muss seine Grundlage immer in harten Fakten und objektiven Messungen besitzen. 

Den ersten zuverlässigen Indikator, den wir für die Frage heranziehen können, ob sich ein Fernseher für den Spielbetrieb auch wirklich eignet, finden wir dabei bei der sogenannten Latenzzeit.

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Keine Zeit verschenken 

Beim Gaming entscheidet jede Millisekunde. Reagiert man zu langsam – egal ob im Shooter oder beim Autorennen – ist man verloren. Für jeden TV-Test der video messen wir daher die kritische Verzögerungs- oder auch Latenzzeit, die angibt, wie lange ein Videosignal braucht, um nach ausgelöster Eingabe am Display anzukommen. 

Die übliche Reaktionszeit eines Menschen für die Hand-Auge-Koordination beträgt üblicherweise zwischen 200 und 300 Millisekunden. 

Diese Zeit wird benötigt, um beispielsweise beim Aufleuchten einer Lampe ohne nachzudenken einen Buzzer zu drücken. Gute Gamer bekommen es in kaum mehr Zeit hin, sogar den richtigen Knopf eines Controllers zu drücken, um eine koordinierte Aktion auszulösen. 

Haben Monitor oder Eingabegerät eine Verzögerungszeit die beispielsweise bei 100 Millisekunden oder mehr liegt, bedeutet dies einen erheblichen Nachteil, weil man im Spiel prinzipiell schon vom nächsten Feind getroffen sein kann, bevor man den Hieb überhaupt sieht. Daher ist jede High-End-Gaming-Hardware stets auf die schnellstmögliche Reaktion getrimmt.

Input Lag Messung - Leo Bodnar Tester

© Roland Seibt / Montage: video

Der „Leo Bodnar Input Lag Tester“ ist HDMI-Generator und Analysator in einem. Das macht die Anwendung einfach und schnell.

Schnell im Heimkino 

Bevor Gaming auf Großbildschirmen zum Trend wurde, hat die Latenzzeit im Heimkino relativ wenig ausgemacht. Damals war es nur minimal störend, dass Menüknöpfe von Bluray- oder DVD-Filmen bis zu einer Viertelsekunde brauchten, um sich nach Drücken der Fernbedienung auch auf dem Display zu bewegen. 

Während eines Films spielt dieser Zeitverlust aber damals wie heute erst recht keine Rolle. Hier ist es eher das mit der Panel- Verzögerungszeit einhergehende Problem der Lippensynchronität, das schon mal nerven kann. Gute TV-Geräte speichern ein bis vier Bilder eines Films zwischen, um Bewegungen von Objekten zu analysieren und diese durch Zwischenbilder zu glätten. 

Ruckler und Flimmern gibt es dann nicht mehr, jedoch kommt das Bild später an. Um das zu kompensieren, verzögern gute TVs auch den Ton um genau dieselbe Zeit. Dumm nur, wenn die Surroundanlage ihn bereits vorher ausgibt. Über die LipSync-Optionen von HDMI zu sprechen, die dem entgegenwirken, brächte uns hier aber völlig vom Thema ab.

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Jedenfalls ist es genau diese komplexe Videoverarbeitung im TV, die auch das Spielen so richtig verderben kann. Latenzzeiten von 100 bis 150 Millisekunden sind nämlich keine Seltenheit. 

Fast alle Hersteller haben mittlerweile jedoch die Zielgruppe der Gamer erkannt und bauen einen Spielemodus ein, der nicht nur die Farben anpasst, sondern auch Latenzzeiten minimiert. 

Auf anderen Geräten sollte man die Bewegungskompensation abschalten und erhält zumindest ähnliche, wenn auch in der Regel nicht ganz so gute Ergebnisse.

Minolta CS 2.000

© Minolta

Das Spektralradiometer CS-2000 ermittelt präzise Werte für Helligkeit, Kontrast und Farbtemperatur.

Messung der Latenz 

Unter Fachmagazinen der Gaming- und TV-Branche hat sich mittlerweile ein kleines Gerät zum Standard für Messungen des Input-Lags entwickelt. Der portable batteriebetriebene Analysator von Leo Bodnar besitzt einen HDMI-Ausgang und einen ultraschnellen Fototransistor als Messeinheit. 

Drückt man den einzigen Knopf, wird ein HDMI-Testbild (momentan nur in 1080p60) generiert und zum TV geschickt. Die Fotozelle erfasst die Helligkeit des Bereiches am Display, wo man sie hinhält. Oberer Rand, Bildmitte oder unterer Rand liefern unterschiedliche Latenzzeiten, je nachdem, wie das Vollbild vom TV aufgebaut wird. 

Dann wird die Zeit vom Losschicken einer Bildfolge bis zum Aufleuchten des Panels errechnet und direkt auf dem zu testenden TV angezeigt, während schon die nächste Messung läuft. 

Dieses Testverfahren der Latenzzeit haben wir bei video im letzten Jahr eingeführt und seitdem jedes Gerät, das in unser Labor kam, auf diese Weise geprüft. Eine ausführliche Tabelle aller Latenzzeiten der von uns getesteten TVs finden Sie am Ende des Artikels.

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Higher Frame Rate 

Die „Frame Rate“ gibt bei Bewegtbildinhalten an, wie viele Bilder ein Clip pro Sekunde anzeigt. In Hollywood hat sich schon seit vielen Jahrzehnten die Maßzahl von 24 Frames (Bildern) pro Sekunde etabliert. 

Da wir alle diese Frame Rate ständig bei Filmen sehen, werden jene 24 FPS (Frames per Second) daher auch landläufig als „cinematisch“, sprich Hollywood-like wahrgenommen, während eine höhere Anzahl von Bildern, wie etwa 30 oder 60 FPS, die unseren Filmerfahrungen entgegensteht, tendenziell eher mit günstigen Soap- und anderen Fernsehinhalten in Verbindung gebracht werden. 

Während höhere Frame Rates im Kino somit unerwünscht sind, darf es beim Gaming gerne die maximale Anzahl an Bildern pro Sekunde sein. Da wir hier nicht über Jahre und Jahrzehnte zu einer bestimmten Wahrnehmung erzogen wurden, empfinden wir höhere Frame Rates hier auch nicht als unnatürlich. 

Im Gegenteil: Durch eine höhere Frame Rate wirken Spiel-Bewegungen auf dem Screen deutlich flüssiger und damit realistischer. Der ideale Gaming-TV sollte daher ein Panel mit 100 Hertz oder mehr besitzen, um das Abspielen von höheren Frame Rates möglich zu machen.

Input Lag Messung klassich

© Roland Seibt / Montage: video

Schon die in die Jahre gekommene Messnorm IDMS 1.03 definiert eine Latenzzeitmessung mittels Oszilloskop und Lichtsensor. Mittlerweile verwenden wir den Leo Bodnar Input Lag Tester.​

Synchronisation

Eng mit den Frame-Rates zusammen hängt der Bereich Synchronisation. Ein grundlegendes Problem mit Frame-Rates entsteht nämlich dann, wenn verschiedene Bildraten nicht ordentlich aneinander angeglichen werden. 

Versucht etwa eine Konsole, ein Spiel mit 120 FPS wiederzugeben und besitzt der verwendete Fernseher jedoch nur ein 50 Hertz-Panel, dann kann es leicht zu Problemen bei der Synchronisation kommen, die etwa ein ruckelndes Bild zur Folge haben. 

Adaptive Synchronisations-Verfahren wie etwa AMDs „FreeSync“ oder Nvidias „G-Sync“ beheben derartige Schwierigkeiten, indem die Bildwiederholfrequenz von Displays automatisch an die Frame Rate des jeweiligen Zuspielers angepasst wird. Während sich adaptive Synchronisationsverfahren bei Monitoren schon seit einigen Jahren wiederfinden, hinkten Fernseher in dieser Beziehung lange Zeit hinterher. 

Dies änderte sich erst im Sommer 2018 als Samsung für seine 2018er QLED-Modelle zum erstenmal AMDs „FreeSync“ bereitstellte, um auf diese Weise nun auch TV-Gamer in den Genuss dieser Synchronisations-Technologie kommen zu lassen.

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Burn-In 

Mit dem Begriff „Burn-In“bezeichnet man den Vorgang, bei dem sich Bildinhalte durch erhöhte Hitzeentwicklung eines Panels dauerhaft in einen Bildschirm einbrennen. Potenziell anfällig für einen derartig schadhaften Vorgang sind vornehmlich OLED-TVs, deren Panels sich durch ihre organischen LEDs schneller und stärker aufheizen als etwa LCD-Geräte mit anorganischen LEDs. 

Besonders kritisch wird es für OLEDs, wenn HDR-Inhalte zum Einsatz kommen. Prinzipiell stellt HDR für jeden Bildschirm eine Herausforderung dar, da für die erhöhte Bilddynamik sowohl mehr Flächen- als auch mehr Spitzen-Helligkeit benötigt wird als für Standard-Content. 

Mehr Helligkeit bedeutet jedoch auch mehr Energie und mehr Energie wiederum eine größere Wärmeentwicklung. Auch LCD-TVs werden bei HDR-Content zwar wärmer, erreichen hier jedoch nie die für „Burn-In“ kritischen Temperaturbereiche. 

Da sich die Hersteller von OLED-TVs dieses Problems durchaus bewusst sind, wurden – etwa mithilfe von Bildschirmschonern und anderen Hilfsmitteln der im TV verbauten KI – zahlreiche Schritte unternommen, um einem tatsächlichen Einbrennen vorzubeugen, wodurch „Burn-In“ bei neuen OLED-Fernsehern und herkömmlichen Film und TV-Inhalten nahezu keine Rolle mehr spielt.

Anders sieht es jedoch leider in Sachen Gaming aus. Hier stellen die häufig bei Spielen vorhandenen starren Instrumente nämlich ein erhöhtes Risiko für jedes OLED-Panel dar. Während bei einem Film einzelne Bildelemente selten länger als ein paar Sekunden an der gleichen Stelle stehen, sind Karten, Energie- und Ausdauer-Anzeigen bei Spielen jedoch in der Regel an feste Positionen gebunden. 

Im Worst Case bedeutet dies, dass über mehrere Stunden hinweg einzelne Bildfelder an der exakt selben Stelle mit extremer Helligkeit dargestellt werden müssen. Ganz klar kein Szenario, das man sich für seinen wertvollen OLED-Fernseher wünscht. 

Wer HDR-Gaming-Content also auch über längere Zeiträume am Stück spielen und dennoch hundertprozentig sicher vor Einbrenneffekten sein möchte, sollte im Zweifelsfall lieber zu einem LCD-Fernseher greifen, etwa zu dem TV, den wir zu unserer Referenz der Gaming-TVs gekürt haben.

Samsung 65Q8DN im Test

© Josef Bleier

video Gaming-TV Referenz: Samsung 65Q8DN

Die Referenz

Mit gerade einmal 20 Millisekunden Latenzzeit im Game-Modus gehört der GQ65Q8DN von Samsung (hier unser Test) in 65 Zoll zu den schnellsten je von uns getesteten TVs was Input-Lag betrifft. Egal wie anspruchsvoll die Spielsituation mit diesem Fernseher auch wird, der Q8 wird durch seine enorme Schnelligkeit mit allem fertig. 

Lesetipp: Samsung 65Q8DN im Test: Ein äußerst brillanter QLED-TV

Durch die adaptive Synchronisations-Technologie „FreeSync“ und ihre dynamische Refresh Rate ist Samsungs QLED zudem auch dazu in der Lage höhere Frame Rates problemlos ohne jedes Ruckeln wiederzugeben. 

Wie man es von einem Top-Fernseher heutzutage erwarten darf, ist der Q8 natürlich auch HDR-fähig und bietet wie unsere Labormessungen unten zeigen, hervorragende Farbwerte, die jedes Spiel stark in Szene setzen. 

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt des Q8 in Sachen Gaming besteht darin, dass es sich bei diesem Modell um einen QLED-TV und damit einen Fernsehern mit anorganischen LEDs handelt. Im von uns und dem TESTLAB durchgeführten extrem anspruchsvollen Burn-In Test zeigte der Q8 im Gegensatz zu seiner OLED-Konkurrenz keinerlei Geisterbilder. 

Auch dauerhaftes Einbrennen war für den Q8 selbst nach 72 Stunden HDR-Dauerbetrieb kein Thema. Wer heute also einen rundum starken Fernseher für den Bereich Gaming sucht, liegt mit Samsungs GQ65Q8DN richtig.

Testergebnisse im Überblick

TV Name Film-Modus Game-Modus
LG OLED 65 E8 83 ms 21 ms
Philips 65OLED 903 55 ms 38 ms
Sony KD65 AF9 100 ms 27 ms
Grundig Vision_849GUb 8960 39,3 ms -
Panasonic TX-43 FXW 754 100 ms 14 ms
Panasonic TX-49 FXW 784 99,2 ms 14 ms
Sony KD-49 F9005 102 ms 39,3 ms
Panasonic TX-65 FZW954 106 ms 21 ms
Sony KD-65AF8 101 ms 54 ms
LG 55 SK8500LLA 82 ms 14 ms
LG OLED 55 B8LLA 84 ms 21 ms
Metz Topas 55 TX 99OLED twin R 115 ms 39 ms
Panasonic TX 55 FZW804 106, 5 ms 21,5 ms
Philips 55OLED903 55 ms 38,7 ms
Samsung UE 55 LS 03N „The Frame“ 82 ms 20 ms
Sony KD 55 AF9 111 ms 28 ms
TCL 55 DC 760 24 ms 24 ms
Ok ODL 55651 U-TIB 35 ms 30 ms
TCL 55 DP 660 23 ms 23 ms
Hisense H65 U7A 60 ms 31 ms
LG 65 UK 7550 117 ms 13 ms
Panasonic TX 65 FXW 784 90 ms 14 ms
Samsung UE 65 NU 8049 80,2 ms 24 ms
Sony KD- 65 XF8505 82 ms 26,3 ms
Philips 65 OLED 803 55 ms 39 ms
LG OLED 77C8 91 ms 21 ms
Samsung GQ65Q8DN 71 ms 20 ms
Samsung GQ85Q900R 104 ms 28 ms
LG OLED65W8 92 ms 21 ms
Sony KD-65ZF9 96 ms 20 ms
Panasonic TX-65 FZW 804 106 ms 22 ms
Sony KD-55AF8 101 ms 56 ms
Philips 65OLED873 55,3 ms 38,7 ms

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