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Fritzbox als NAS einrichten - was Sie wissen müssen

NAS-Laufwerke kosten schnell dreistellige Summen. Einen solchen Netzwerkspeicher bekommen Sie im Idealfall aber auch zum Nulltarif. Alles, was Sie dafür benötigen, ist eine Fritzbox und ein USB-Laufwerk. Zusammengesteckt und passend konfiguriert ergibt das eine vollwertige NAS. Unsere Anleitung erklärt, wie Sie Ihre Fritzbox als NAS einrichten.

fritzbox als nas nutzen

© AVM

Fritzbox als NAS: Dank USB-Anschluss lassen sich aktuelle AVM-Router leicht zu Netzwerkspeichern aufrüsten.

Die Fritzbox als NAS: Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie den Router dafür einrichten müssen, wie der Datenaustausch funktioniert und wie Sie Ihre NAS-Ordner im Netzwerk für andere Benutzer freigeben.

Ein Tipp zum Start: ​Im Prinzip könnten Sie sich das USB-Laufwerk auch sparen, denn eine aktuelle Fritzbox verfügt über einen rund 512 MByte großen internen Speicher. Besonders weit kommt man damit aber nicht. Und spätestens, wenn große Datenmengen wie Backups oder CD-Abbilder gespeichert werden sollen, führt dann auch kein Weg mehr am USB-Laufwerk vorbei.

USB-Stick anstecken und einrichten

Damit die Fritzbox auf dem externen Speichermedium abgelegte Daten im Netzwerk bereitstellen kann, deaktivieren Sie im ersten Schritt den USB-Fernanschluss. Dazu klicken Sie im Fritzbox-Menü auf Heimnetz und rufen die USB-Geräte auf. Wechseln Sie nun zum Register USB-Fernanschluss und achten Sie dort darauf, dass vor der Option USB-Speicher kein Häkchen gesetzt ist. Ansonsten entfernen Sie es und speichern die Änderung mit Übernehmen.

Tipp: Die Option USB-Fernanschluss aktiv darf eingeschaltet bleiben, wenn Sie zum Beispiel Ihren Drucker im Netzwerk freigeben wollen.

Fritzbox Web Interface oeffnen

© Screenshot / PCgo

Das Fritzbox-Webinterface rufen Sie mit fritz.box oder über die IP-Adresse 169.254.1.1 auf.

Schließen Sie jetzt das USB-Speichermedium an einen freien USB-Port der Fritzbox an. Welche USB-Geschwindigkeit dafür eingestellt ist, finden Sie über Heimnetz, USB-Geräte und USB-Einstellungen heraus. Hier zeigt die Fritzbox unter der Kategorie USB-Stromsparmodus an, in welchem Modus der jeweilige USB-Port läuft und welches USB-Tempo damit möglich ist. Arbeitet der USB-Port im Power Mode, passt alles: Ihr USB-Laufwerk wird dann mit USB-3.0-Tempo angesteuert.

Handlungsbedarf ist dagegen beim Green Mode angesagt. Der USB-Port läuft hier zwar mit geringerem Energiebedarf, überträgt Daten aber nur mit USB-2.0-Speed und verhindert damit flotte Transferraten. Aktivieren Sie in diesem Fall den Power Mode für den USB-Port und speichern ihn mit Übernehmen.

fritzbox heimnetz speicher nas

© Screenshot / PCgo

Im Menü "Heimnetz, Speicher (NAS)" listet die Fritzbox alle am Router angeschlossenen Speicher auf. Im Beispiel ist der USB-Stick schon angesteckt.

Drei Methoden zum Datentransfer

Um Daten mit der Fritzbox-NAS auszutauschen, bieten sich wie folgt mehrere Metho-den an. Die erste lohnt sich hauptsächlich dann, wenn Sie den Netzwerkspeicher erst-malig einrichten und zu diesem Zweck mit Daten betanken wollen, beziehungsweiseviele Dateien auf einen Schwung kopierenmöchten. Die Methoden 2 und 3 bieten sichan, wenn die NAS bereits fertig eingerichtet ist und nur noch einzelne Dateien beziehungsweise kleinere Datenmengen über das Netzwerk ausgetauscht werden sollen. 

1. Daten vom PC kopieren

Schließen Sie das USB-Laufwerk an Ihren Rechner an und kopieren alle Dateien wie Dokumente, Filme, Musikstücke oder Fotos, die später im Netzwerk freigegeben werden sollen, ganz klassisch von der internen Festplatte auf den externen Datenträger. Hängt dieser an einem USB-3.0-Port des PCs, funktioniert das in der Regel deutlich schneller als mit den Methoden 2 und 3, bei denen der Datenaustausch über das Netzwerk abläuft.  Während USB 3.0 unter Idealbedingungen mehr als 300 MByte/s transferiert, schafft ein Gigabit-Ethernet-Netz nominell nur 125  MByte/s, in der Praxis gerne auch mal deutlich weniger. Greifen Sie über eine externe  Verbindung auf die NAS zu, etwa mit dem Smartphone oder Notebook, werden die Karten wieder neu gemischt. Maßgeblich für die Übertragungsgeschwindigkeit ist dann in erster Linie die Upload-Bandbreite der genutzten Internetverbindung.

2. Zugriff über das Fritzbox-Menü

Klicken Sie im Menü auf Heimnetz und Speicher (NAS), zeigt Ihnen die Fritzbox alle aktuell verfügbaren Speichermedien an. Das können der interne Speicher des Routers, eingerichtete Cloud-Speicher oder USB-Lauf-werke sein – auch mehrere, wenn die Fritzbox über mehrere USB-Ports verfügt. Klicken Sie auf den Link USB-Speicher, um auf den Inhalt Ihres USB-Laufwerks zuzugreifen. Die Fritzbox zeigt Ihnen nun die Verzeichnisstruktur des Datenträgers an, durch die Sie sich wie vom Windows Explorer gewohnt einfach durchklicken.

Um Ordner oder Dateien herunterzuladen, setzen Sie beim entsprechenden Eintrag ein Häkchen und klicken in der Menüleiste auf Download. Sollen Daten auf die NAS übertragen werden, erledigen Sie das über Upload und teilen der Fritzbox dann über Durchsuchen mit, welche das sein sollen.

Tipp: Verwenden Sie den internen Speicher, funktionieren Upload/Download gleich.

3. Direktzugriff über den Browser

Die in Methode 2 beschriebene Klickfolge können Sie abkürzen, indem Sie im Browser Ihrer Wahl die Adresse fritz.nas eingeben (den Punkt nicht vergessen). Nach der Anmeldung gelangen Sie direkt zur Verzeichnisstruktur des USB-Laufwerks. Der Dateiaustausch funktioniert wie oben beschrieben.

fritznas webinterface

© Screenshot / PCgo

Geben Sie "fritz.nas" als Browser-Adresse ein, um das NAS-Webinterface zu starten. Dateien und Ordner lassen sich dort komfortabel verwalten.

Benutzerrechte verwalten

Sind mehrere Benutzer im Netzwerk unterwegs, können Sie für jeden individuell festlegen, auf welche NAS-Inhalte er zugreifen darf. Das erledigen Sie in der Benutzerverwaltung über System und Fritzbox-Benutzer. Um einen neuen Benutzer anzulegen, klicken Sie auf Benutzer hinzufügen und vergeben einen Benutzernamen sowie ein Kennwort. Das Profil eines bereits angelegten Users bearbeiten Sie durch Anklicken des Stift-Symbols in der jeweiligen Zeile und können dort auch dessen Zugriffsberechtigungen festlegen.

Soll ein Benutzer Zugriff auf die an der Fritzbox angeschlossenen Speichermedien er-halten, setzen Sie in seinem Benutzerprofil ein Häkchen bei Zugang zu NAS-Inhalten. Bestimmen Sie dann über Verzeichnis hinzufügen, auf welche Ordner sich diese Erlaubnis bezieht. Eine Generalvollmacht erteilen Sie mit Alle an der Fritzbox verfügbaren Speicher, während Sie mit Verzeichnis auswählen nur bestimmte Ordner zulassen.

fritzbox nas benutzer rechte

© Screenshot / PCgo

Bei aktivierter Option "Zugang zu NAS-Inhalten" darf ein User auf die NAS zugreifen. Seine Zugriffsberechtigungen können Sie im Detail festlegen.

Wiederholen Sie den letzten Schritt, bis alle gewünschten Verzeichnisse für den jeweiligen Benutzer ausgewählt sind. In der Standardeinstellung darf ein Benutzer in jedem dieser Ordner Lesen und Schreiben. Darf er beispielsweise in einem bestimmten Verzeichnis gespeicherte Word-Dokumente nur öffnen, aber nicht verändern, entfernen Sie einfach das Häkchen bei der Option Schreiben. Vergessen Sie zum Schluss nicht, Ihre Konfiguration mit Ok zu speichern, sonst springt alles wieder auf Standard um.

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Cloud-Speicher in die Fritzbox-NAS integrieren

Der Speicherplatz der Fritzbox-NAS können Sie durch die Anbindung eines Cloud-Speichers vergrößern. Zwei Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein: Der Cloud-Speicher muss das WebDAV-Protokoll unterstützen und ein nicht schreibgeschütztes USB-Laufwerk muss bereits mit dem Router verbunden sein. Der Grund: Das USB-Laufwerk dient als Zwischenspeicher, der die lokalen Dateien mit dem Cloud-Speicher abgleicht.

Beachten Sie: Der freie Speicherplatz auf dem USB-Laufwerk muss mindestens so groß sein wie die Gesamtgröße der Dateien, die in der Cloud landen sollen.

fritzbox nas webdav einbindung

© Screenshot / PCgo

Unterstützt der Cloud-Speicher WebDAV, kann die Fritzbox direkt darauf zugreifen.

Den Cloud-Speicher verbinden Sie über Heimnetz, Speicher (NAS) mit der Fritzbox. Klicken Sie auf Online-Speicher, und tragen Sie unter Online-Speicher Einstellungen die Zugangsdaten ein. Dabei hilft Ihnen das Auswahlfeld WebDAV-Anbieter, in dem etliche Cloud-Anbieter wie Deutsche Telekom, Strato HiDrive oder GMX gelistet sind und deren WebDAV-Einstellungen sich auf Knopfdruck übernehmen lassen.

Lesetipp: Fritzbox Mesh-WLAN einrichten​

Ist Ihr Cloud-Provider nicht vertreten, wählen Sie den Eintrag Anderer Anbieter, und geben Sie dessen Web-DAV-URL ein. In beiden Fällen tragen Sie Ihren Benutzername und Passwort für den Cloudspeicher ein, gefolgt von Übernehmen. Die Fritzbox verbindet sich mit der Cloud und nimmt diese in die Liste der angebundenen Speicher auf.

Externer Zugriff auf die Fritzbox-NAS

Wollen Sie auch über das Internet auf die Fritzbox und daran angeschlossene Speicher zugreifen, bietet sich der DynDNS-Dienst MyFritz an. Dieser sorgt dafür, dass Ihre Fritzbox stets über die gleiche Webadresse erreichbar ist, sodass Sie zum Beispiel auch im Urlaub oder von einem Fremdrechner auf den heimischen Netzwerkspeicher und seine Inhalte zugreifen können. 

myfritz nas

© Screenshot / PCgo

Über die MyFritz-Webadresse (links) ist die FritzBox-NAS online immer erreichbar. Der Zugriff klappt dann auch mit dem Smartphone (rechts).

Und so konfigurieren Sie MyFritz: Erstellen Sie über Internet, MyFritz-Konto ein neues MyFritz-Konto. Dazu klicken Sie auf Neues MyFritz-Konto erstellen, und lassen Sie sich vom Assistenten lotsen.

Legen Sie dann durch Anklicken den Fritzbox-Benutzer fest, mit dessen Anmeldedaten Sie sich aus dem Internet am Router anmelden wollen. Den User können Sie nachträglich jederzeit unter SystemFritzbox-Benutzer ändern. Nach einem Klick auf weiter meldet sich Ihre Fritzbox beim MyFritz-Dienst an.

Um aus der Ferne auf die NAS zuzugreifen, können Sie sich nun auf der Webseite myfritz.net mit Ihren MyFritz-Kontodaten anmelden. Alternativ bietet sich die MyFritz-App an, die Fritzbox-Hersteller AVM kostenlos für Android- und -iOS-Mobilgeräte bereitstellt.

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