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Freesync mit Nvidia: Ruckelfrei spielen auch mit günstigen Displays

Mt der Treiberversion 417.71 setzen aktuelle Nvidia-Grafikkarten nicht mehr ausschließlich auf das proprietäre G-Sync zur Synchronisation der Bildraten von Monitor und Grafikkarte. Lesen Sie hierzu unsere Tipps.

Freesync mit NVIDIA: Ruckelfrei spielen auch mit günsitgen Displays

© Josef Bleier / Codemasters / Ubisoft / Montage: PC Magazin

Mit Adaptive Sync unterstützen Nvidia-Grafikkarten nun zusätzlich den VESA-Standard, auf dem auch AMD FreeSync basiert. Dafür hat Nvidia die neue Bezeichnung G-Sync Compatible ins Leben gerufen.

Unterstützte Grafikkarten: Geforce GTX 1000 und RTX 2000 

Die neue Offenheit von Nvidia kommt einer kleinen Revolution gleich. Denn wer eine GeForce-Grafikkarte sein Eigen nennt, kommt jetzt auch auf FreeSync-Monitoren in den Genuss variabler Bildraten. Bislang funktionierte FreeSync nur mit AMD-GPUs. G-Sync setzt auch weiterhin einen Pixelbeschleuniger von Nvidia voraus. 

Durch den neuen GeForce-Treiber bekommen Spieler nicht nur deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Wahl ihres Monitors, sondern können dabei auch viel Geld sparen. Die bisher für G-Sync erforderlichen G-Sync-kompatiblen Displays sind aufgrund von Lizenzgebühren und spezieller Hardware-Chips wesentlich teurer als FreeSync-Monitore. 

Letztere bekommt man bei ansonsten gleicher Ausstattung in der Regel mindestens 100 Euro günstiger. Bei Grafikkarten führt für Gamer nach wie vor kein Weg an Nvidia vorbei, weil AMD vor allem im High-End-Bereich keine konkurrenzfähigen GPUs im Angebot hat. 

Nvidia dominiert deshalb den Grafikkartenmarkt mit seiner RTX-2000-Serie und lässt sich diese Vormachtstellung auch entsprechend teuer bezahlen, teilweise mit Preisen im vierstelligen Bereich. Wie deutlich Nvidia-GPUs im Spielebereich dominieren, zeigen auch aktuelle Zahlen des Spieleportals Steam. 

Laut dessen Hardware-Statistiken für den Januar 2019 spielen fast drei Viertel aller Steam-User mit einer Grafikkarte von Nvidia, dagegen nur knapp 15 Prozent mit einer AMD-GPU.

Freesync mit NVIDIA: 12 G-Sync-Compatible zertifizierte Monitore

© Nvidia

Nvidia hat nur zwölf der über 500 erhältlichen FreeSync-Displays als G-Sync Compatible zertifiziert. Tatsächlich funktioniert das Adaptive-Sync-Verfahren von Nvidia aber mit deutlich mehr Monitoren.

Offiziell sind nur 15 FreeSync-Displays 100 % G-Sync Compatible

Monitore, denen zwar der für G-Sync notwendige Hardware-Chip fehlt, dafür aber variable Bitraten mittels FreeSync unterstützen, bewirbt Nvidia als G-Sync Compatible. 

Offiziell dürfen sie sich jedoch nur so nennen, wenn sie den internen Test des Herstellers bestanden haben. Dann garantiert Nvidia, dass sie im Adaptive-Sync-Betrieb weder pulsieren noch flackern und mindestens einen Bildwiederholfrequenzbereich von 2,4:1 abdecken, also beispielsweise von 60 bis 144 Hz. 

Bei einem als G-Sync Compatible zertifizierten Display wird Adaptive Sync automatisch im Grafikkartentreiber aktiviert. Derzeit haben allerdings nur 15 (Stand: März 2019) von über 400 von Nvidia getestete FreeSync-Bildschirme dieses Label erhalten, darunter zum Beispiel der Acer XFA240 und der Benq XL2740. 

Das macht sie jedoch nicht zum Pflichtkauf, denn Adaptive Sync lässt sich bei FreeSync-Monitoren auch manuell in den Nvidia-Treibereinstellungen zuschalten. In diesem Fall gibt Nvidia jedoch keine Garantie, wie gut die Ansteuerung mit variabler Bildrate funktioniert. 

Freesync mit NVIDIA: G-Sync Compatible-Monitor: Benq XL2740

© Benq

Einer von 15 G-Sync Compatible-Monitoren: der Benq XL2740.

Hier leistet die Web-Community gute Hilfe. So gibt es auf Reddit​ eine umfangreiche, laufend erweiterte Liste von FreeSync-Displays, die User auf ihre Kompatibilität zu Nvidia-GPUs abgeklopft haben – mit guten Ergebnis, denn die meisten Monitore laufen damit einwandfrei. 

Die Bezeichnung G-Sync behält Nvidia weiterhin bei und wird mit seinem Synchronisationsverfahren auch künftig in Konkurrenz zu FreeSync treten. Marketingtechnisch gilt G-Sync Compatible als neue G-Sync- Einstiegsvariante und damit nur als Vorstufe zu G-Sync. 

Mit G-Sync Ultimate kommt noch eine weitere neue G-Sync-Variante dazu, unter der Nvidia besonders leistungsstarke Monitore vermarkten will. Ehemals als G-Sync HDR bekannt, stellt G-Sync Ultimate sehr hohe Anforderungen an Displays. 

Dazu gehören etwa eine Bildwiederholfrequenz von 144 Hz oder besser sowie eine Helligkeit von mindestens 1000 cd/m². Das schaffen derzeit nur die allerwenigsten Geräte, darunter der rund 2500 Euro teure Asus ROG Swift PG27UQ.

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G-Sync Compatible in der Nvidia-Systemsteuerung aktivieren

Damit eine Nvidia-Grafikkarte ein FreeSync-Display mit variabler Bildrate ansteuern kann, müssen Sie folgende Schritte durchführen: Verbinden Sie den Bildschirm per DisplayPort mit dem PC, weil Adaptive Sync nur darüber funktioniert. 

Aktivieren Sie dann über das Bildschirm-Menü Ihres Monitors dessen FreeSync-Funktion. Jetzt geht es auf dem PC weiter. Installieren Sie den neuesten Nvidia-Treiber von der Nvidia-Webseite, und rufen Sie anschließend über einen Rechtsklick in der Taskleiste die Nvidia-Systemsteuerung auf. 

Wechseln Sie im Hauptmenü unter 3D-Einstellungen und 3D- Einstellungen verwalten zu Globale Einstellungen und Monitor-Technologie. Wählen Sie dort G-Sync Compatible aus und klicken auf Übernehmen

Der nächste Schritt führt im Hauptmenü über Anzeige zu G-Sync einrichten. Setzen Sie bei Punkt 1 ein Häkchen bei Enable G-Sync, G-Sync Compatible und entscheiden Sie sich für die Option Enable for windowed and full screen mode

Wählen Sie bei Punkt 2 Ihren FreeSync-Monitor und setzen bei Punkt 3 ein Häkchen bei Enable settings for the selected display model gefolgt von Übernehmen. Jetzt sollte Ihr FreeSync-Monitor mit der Nvidia-Grafikkarte zusammenarbeiten.

Freesync mit NVIDIA: Systemstueerung

© Nvidia / Screenshot & Montage: PCgo

G-Sync Compatible aktiviert man in der Nvidia-Systemsteuerung.

Was sind Freesync, G-Sync & Adapitve Sync?

FreeSync, G-Sync und Adaptive Sync funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Bei allen drei Technologien wird die Bildwiederholfrequenz des Monitors automatisch mit den von der GPU gelieferten Einzelbildern (Frames) synchronisiert. 

Schafft die Grafikkarte bei einer Spielszene zum Beispiel nur 50 Frames, stellt auch der Monitor nur 50 Hz beziehungsweise Bilder pro Sekunde dar. Ändert sich die Framerate im nächsten Augenblick auf 90, reagiert das Display dementsprechend und zeigt 90 Hz an. 

Diese Synchronisierung verhindert, dass die Grafikkarte mehr Bilder an den Monitor sendet, als dieser darstellen kann, und vermeidet dadurch, dass es zum sogenannten Tearing kommt, dem Zerreißen des Bildes. 

Adaptive Sync ist der offene VESA-Standard, auf dem auch AMD Free-Sync basiert. Dagegen setzte Nvidia bis vor kurzem ausschließlich auf das hauseigene G-Sync. 

Mit dem Treiber-Update auf Version 417.71 hat Nvidia seinen Grafikkarten nun aber die Adaptive-Sync-Unterstützung beigebracht und damit die Brücke zu FreeSync geschlagen.

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