Kaufberatung

Mobile Festplatten im Eigenbau

Wer eine mobile Festplatte selbst zusammenbaut, hat gute Gründe. Der Eigenbau ist leicht: Sie benötigen lediglich ein Gehäuse und einen passenden Speicher. Schwerer wird es bei der Auswahl der Komponenten, dennoch ist der Eigenbau von Vorteil. Denn Sie können das Festplattenmodell selbst wählen und damit nicht nur die Leistungseckdaten bestimmen. Sie haben zudem die Chance, eine HDD aus guter Charge und passend für Ihren Einsatzzweck zu bekommen. Intern bewerten Hersteller HDDs nach Qualitätskategorien, und die weniger guten Platten wandern häufig in externe Laufwerke. Der Selbstbau eröffnet also zumindest die Chance auf ein perfektes Produkt.

HDD-Festplatten im Eigenbau

Grundsätzlich sollten Sie bei der Gehäuseauswahl immer eines mit USB-3.0-, eSATA-Anschluss oder schneller wählen, also zum Beispiel USB 3.1 oder Thunderbolt. Zwar können die HDDs niemals den vollen Standard ausreizen, mit USB 2.0 erreichen Sie aber kaum mehr als 30 MByte/s in der Praxis, und das bremst sogar die schnellste Festplatte aus.

© ICY Box

Die ICY Box IB-366StU3+B bremst Festplatten nicht aus. Der Preis liegt bei rund 40 Euro im Versand.

Ein weiteres Problem ist jedoch der Controller im Gehäuse. Er soll für eine rasche Datenweiterleitung von SATA III z.B. auf USB 3.0 sorgen. Leider wird der Kunde an dieser Stelle beim Kauf im Dunkeln gelassen.  Die Controller-Leistungsdaten fehlen bei der Produktbeschreibung oft. Da hilft nur ein Test. Wir haben die ICY-Box IB-366StU3+B mit einer Seagate ST6000NM0024 kombiniert und erreichten Transferraten von über 220 MByte/s in der Spitze und durchschnittlich über 170 MByte/s. Das ist exzellent. Die ICY-Box können wir deshalb guten Gewissens wärmstens empfehlen.

Pro

  • Sehr guter GByte-Preis
  • Hohe Kapazitäten möglich
  • Gute Transferraten
  • Freie Festplattenwahl

Contra

  • Anfällig gegen Erschütterungen

Powerriegel im Eigenbau

„Nein, das ist kein USB-Stick“, werden Sie öfters sagen müssen, wenn Sie sich diese externe m.2-SATA-SSD-Schokopraline zusammenschrauben. Die Idee: m.2-SATA-SSDs gibt es für kleines Geld – 500 GByte schon unter 200 Euro – und ein Gehäuse kostet keine 30 Euro. Die „potenziellen“ Leistungsdaten sind in Anbetracht der technischen Spezifikationen der m.2-SSD enorm: Lese- und Schreibraten von über 500 MByte/s darf man erwarten. Darf man wirklich?

© ZTC

Günstiger Bausatz: m.2 SSD mit 500 GByte Speicher und ZTC-Gehäuse zusammen für rund 220 Euro.

Wir haben es getestet. Der JMicron Controller, der im ZTC-Thunder-Gehäuse (Amazon, 20 Euro) seinen Dienst verrichtet, kommt mit der Samsung EVO 850 (m.2) auf Leseraten von durchschnittlich 273 MByte/s. Beim Schreiben ist der Controller weniger in Bremslaune und erlaubt der SSD 309 MByte/s. Der enttäuschende Datentransfer mag an der Kombination von Controller und SSD liegen. Angaben zum Conroller oder eine SSD-Empfehlungsliste gibt es aber nicht. Wenn Sie den Powerriegel dennoch wollen, dann achten Sie bei Lieferung auf die winzigen Schrauben im Gehäuse.

Einfach, ein Adapter für alle Fälle

Auf so manchem Tüftler-Schreibtisch liegt womöglich noch eine SSD oder ein m.2-Chip herum – vielleicht von einem Notebook-Upgrade. Es gibt inzwischen für alle möglichen Speicherarten Adapter und Gehäuse – kein Grund also, beispielsweise eine m.2-SATA-SSD ungenutzt herumliegen zu lassen.

© LogiLink

Anschluss für jede SATA-Platte: Auch SSDs können so zur mobilen Festplatte umgemünzt werden.

Pro

  • Gute Transferraten (verglichen mit HDDs)
  • Sehr leicht, klein und mit „Stylefaktor“
  • Resistent gegen Erschütterungen
  • Kein zusätzliches Netzteil erforderlich

Contra

  • Relativ hoher GByte-Preis

Sie können, wie links beschrieben, ein Gehäuse für die SSD kaufen, oder für den Fall, dass Sie bereits einen SATA-Adapter besitzen, ein 2,5-Zoll-Gehäuse speziell für m.2-SSD-Chips erwerben. Diese erst in jüngster Zeit gefertigten Gehäuse gibt es bei Ebay – meist nur aus dem europäischen Ausland – zu bestellen oder bei sehr gut sortierten Elektrofachhändlern, wie etwa Reichelt.de. Bei Ebay beginnen die Preise für SATA-III-zu-USB-3.0-Adapter bei unter 20 Euro. Die SSD-Adapter zum klassischen 2,5“-Format sieht man derzeit häufig für ca. 15 Euro.

© Hersteller

Dieses Gehäuse nimmt jede m.2-SSD auf und verwandelt sie in eine herkömmliche 2,5“-SSD.

Pro

  • Günstige Lösung für Speicherverwertung
  • Sehr flexibel
  • Einfache Steckverbindung
  • Schneller Zusammenbau

Contra

  • Billige Controller

Gerade bei letzteren gilt aber: Hegen Sie keine zu hohen Erwartungen an die Datentransferleistungen. Dass in diesen günstigen Adaptern nur ebenso günstige Controller verbaut werden, versteht sich eigentlich von selbst. Diese Adapter sind vor allem billig und universell einsetzbar – mehr nicht.

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