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Selbstbestimmt online lernen und weiterbilden

E-Learning: Was ist das? - Das müssen Sie wissen

Lernen und Weiterbilden läuft heute per Notebook oder Smartphone. E-Learning-Kurse sind meist güns­tiger als klassische Wei­terbildungsseminare.

Workshops, Seminare und Projekte online leiten

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Gerade heute, in Zeiten von Fachkräftemangel, wächst die Bedeutung von Weiterbildung. Ob ein Auszubildender einen weiteren Berufsabschluss, eine Fachkraft eine Höherqualifizierung anstrebt oder eine Mitarbeiterin sich privat weiterbilden möchte, der richtige Kurs muss gefunden, finanziert und erfolgreich abgeschlossen werden. Und statt für das passende Seminar wochenweise in eine andere Stadt zu reisen, läuft der Kurs heute im Internet. 

Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom haben sich Apps, Online-Vorlesungen und Webinare zur praktischen Alternative zu klassischen Weiterbildungsformaten wie Volkshochschulkursen oder Fachbuchlektüre entwickelt. Knapp die Hälfte der Bundesbürger (45 Prozent) hat bereits digitale Lernformate genutzt. Dabei lernt jeder Fünfte mit kostenpflichtigen Angeboten. 

Besonders beliebt sind gemäß der Bitkom-Studie sogenannte Blended-Learning-Formate, also Kurse, die eine Kombination aus klassischem Präsenzunterricht und digitalem Lernen sind. Dabei kann sogar der Präsenzunterricht mit der passenden Anwendung via Web stattfinden.

Immer und überall lernen

Dass sich digitales Lernen großer Beliebtheit erfreut, verwundert nicht. Schließlich bietet das Lernen mit Smartphone und Computer durchaus Vorteile. Was die erwachsenen Schüler dabei am meisten schätzen, ist laut Umfrage, dass sie dank digitaler Angebote selbst bestimmen, wann und wo sie lernen wollen. Darüber hinaus entscheiden Lernende selbst, wie schnell sie eine Lektion oder Lerneinheit durcharbeiten. Wer Erklärungen oder Übungen mal nicht so schnell erfasst, wiederholt das Thema einfach so lange, bis der Lerninhalt sitzt. 

Dank modernen Medien lassen sich Inhalte auf vielfältige Art und Weise aufbereiten und vertiefen. Dazu braucht längst nicht jeder eine 3D-Brille. Doch bietet der gezielte Einsatz solch einer VR-Brille ganz neue Erfahrungen im Unterricht und einen lebendigeren Zugang zu den Lerninhalten. Was bei dem durch Medien individualisierten Untericht dennoch wichtig bleibt, ist aber der Austausch mit anderen Schülern und mit einem Lehrer. Die finden im digitalen Zeitalter gern in eigenen Chat-Räumen statt. Dort können unter anderem Fragen gestellt und vom Lehrer oder von Mitschülern beantwortet oder Sachverhalte geklärt werden. Eine Interaktion wie im klassischen Unterricht ist sowohl im direkten Kontakt über Video oder per Fragen im Chat-Raum oder per E-Mail möglich.

Digitale Weiterbildung während der Arbeit

Dass sich E-Learning auch bei der Weiterbildung in Unternehmen gut einsetzen lässt, haben auch viele Firmen erkannt. Schließlich sind klassische Präsenzseminare, die über mehrere Tage oder Wochen gehen, meist sehr teuer. So bieten Firmen ihren Mitarbeitern zum Teil auch speziell zugeschnittene digitale Weiterbildungsangebote an, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Auch dabei ist gewährleistet, dass die Schüler ganz flexibel in ihrem eigenen Tempo lernen. Zum Überprüfen der Lerninhalte lassen sich wie beim klassischen Unterricht Tests und Prüfungen einbauen. 

Und wer Fehler macht, muss nicht befürchten, vor Kollegen bloßgestellt zu werden. Vielmehr gehen intelligente Lernsysteme auf Defizite der Schüler ein und wiederholen Fragen, die nicht richtig beantwortet wurden. Bei betrieblichen Weiterbildungseinheiten können ebenso wie bei privaten Kursen zertifizierte Abschlüsse erreicht und bescheinigt werden. Darüber hinaus ist es bei den betrieblichen Angeboten möglich, Statistiken etwa über die Beteiligung anzufertigen. Inzwischen gibt es eine Reihe von Weiterbildungsangeboten speziell für Unternehmen. Dazu gehören zum Beispiel Keeunit.de​, Lecturio.de, Pinkuniversity.de, Udemy.com oder Weka-elearning.de

Wer aber lieber selbst festlegen will, was er sich neben dem Beruf an Fähigkeiten und Wissen aneignen möchte, sucht sich am besten selbst einen E-Learning-Kurs aus. Das Angebot ist außerordentlich vielfältig und umfasst ganze Ausbildungsgänge ebenso wie spezielle Seminare für bestimmte Berufsgruppen. Und Fremdsprachen sind natürlich gleichermaßen dabei wie Programmierkurse.

E-Learning: Edukatico

© Edukatico / Screenshot & Montage: pc-go

Über das Such- und Vergleichsportal Edukatico lassen sich E-Learning- Angebote für die verschiedensten Bereiche und Themen finden.

Fürs Leben und die eigene Weiterbildung lernen

Ob jemand also nach einem Auffrischungskurs für Buchhaltung oder Excel sucht oder sich vielleicht überlegt hat, berufsbegleitend noch einen Abschluss zu machen oder ob er seine Fremdsprachenkenntnisse ausbauen will, der passende E-Lernkurs lässt sich sicher finden.

Eine erste Anlaufstation kann dabei das Portal Edukatico (www.edukatico.org) sein. Dabei handelt es sich um ein Such- und Vergleichsportal für Online-Kurse der verschiedensten Anbieter. Zu finden sind dort auch kostenlose Kurse und Online-Vorlesungen von Universitäten und Videokurse. Dabei bietet Edukation eine gezielte Suche etwa nach Fachgebiet oder angestrebtem Abschluss an. So finden Interessierte schnell den richtigen E-Kurs unter den über 5.000 verfügbaren Angeboten aus 22 Fächern.

Eine ähnliche Plattform ist edudip (www.edudip.com). Zur Auswahl gibt es dort auch Online-Kurse und Webinare von Einzelanbietern. Für diese Experten bietet edudip eine Software zum Erstellen von Online-Kursen sowie eine App. Damit greifen Schüler mit Smartphone oder Tablet auf ihre Kurse zu.

E-Learning: Rosetta Stone

© Rosetta / Screenshot & Montage: pc-go

Sprachkurse für den Urlaub oder die Arbeit bietet zum Beispiel Rosetta Stone an.

Fremdsprachen für die Arbeit oder für den Urlaub aneignen

Wer als Erwachsener für Beruf oder Urlaub Englisch oder eine andere Fremdsprache lernen will oder muss, kann das ebenfalls per E-Learning oder App erledigen. Dabei eignen sich Letztere sehr gut dazu, auf dem Weg zur Arbeit nebenbei Vokabeln zu lernen. Und praktischerweise bieten die meisten Online-Lernportale für Sprachen auch eine App an. Dazu zählt zum Beispiel das Angebot von Rosetta Stone (www.rosettastone.de). Zum Üben von Vokabeln (etwa in Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch) eignen sich aber auch die Apps von Langenscheidt, IQ oder der Pons Vokabeltrainer. 

Wer mehr als nur Vokabeln lernen möchte, ist mit Sprachkursen wie Duolingo (Duolingo.com) gut bedient. Dabei ist Duolingo ein klassischer Sprachkurs, bei dem Fremdsprachen auch über eine App spielerisch in kleinen Einheiten unterteilt und durch häufige Wiederholungen gelernt werden. Verfügbar sind die Kurse für Englisch, Französisch und Spanisch.

Sprachkurse für Dänisch, Niederländisch, Indonesisch oder etwa Polnisch sind bei Babbel (www.babbel.com) verfügbar. Englisch und Französisch sind natürlich auch unter den 14 Sprachen zu finden. Die interaktiven Kurse gibt es für Einsteiger oder Fortgeschrittene. Sie umfassen kurze Lektionen, bei denen in einer knappen viertel Stunde in abwechslungsreichen Übungen Hörverstehen, Lesen und Schreiben sowie Sprechen geübt wird. Wobei sich die Aussprache über eine Spracherkennung prüfen und korrigieren lässt. Verfügbar sind die Babbel-Sprachkurse im Web sowie als App auf Smartphone, Tablet oder Apple-Watch.

Bei Busuu (busuu.com) oder Yabla (yabla.com) lernen Sprachschüler in einer weltweiten Community. Bei Fragen oder Problemen können Muttersprachler im Netz kontaktiert werden. Wer diesen erweiterten Service nutzen will, muss sich kostenpflichtig anmelden. Dabei lassen sich auch Sprachen wie Arabisch, Chinesisch, Japanisch oder Polnisch und Indonesisch lernen.

E-Learning: Busuu

© Busuu / Montage: pc-go

Bei den Online-Kursen von Busuu helfen viele Muttersprachler aus aller Welt beim Erlernen der gewünschten Fremdsprache.

Virtuelle Nachhilfelehrer

Ein umfangreiches E-Lernangebot gibt es natürlich auch für Schüler. Für die unterschiedlichsten Fächer, Schulformen und Bundesländer bieten die verschiedenen Online-Lernplattformen Kurse und digital aufbereiteten Schulstoff an. 

Statt in teure Nachhilfestunden zu investieren, können beispielsweise Schüler der Klassen 1 bis 7 auch am Computer mit Scoyo (www.scoyo.de) lernen. Für die ersten vier Schulklassen stehen unzählige Übungen in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch zur Verfügung. Dabei steht spielerisches Lernen im Vordergrund. Für Schüler der Klassen 5 bis 7 kommen Aufgaben in Physik, Biologie, Chemie oder Kunst hinzu. Insgesamt bietet Scoyo in dem Bereich über 4.000 Lernspiele, 14.000 multimedial aufbereitete Übungen und Tests. Um die digitale Nachhilfe nutzen zu können, ist eine kostenpflichtige Anmeldung (Abo-Modell) erforderlich. Danach erhält jedes Kind automatisch die für sein Land, seine Schulform und seine Klassenstufe passenden Inhalte angezeigt. 

E-Learning: Scoyo

© Scoyo / Screenshot & Montage: pc-go

Bei Scoyo lernen Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 7 unter anderem Deutsch.

Weniger umfangreich präsentiert sich der virtuelle Nachhilfelehrer auf den Seiten von Tivola (www.lernerfolg.de). Dort sollen Grundschüler durch tägliches Üben Wissen und Noten verbessern. Das spielerische Lernen läuft dabei ebenfalls über ein Abo-Modell. Und über einen Elternzugang behalten Erwachsene dabei stets im Blick, was ihre Sprösslinge lernen und wo sie möglicherweise noch Lücken haben. 

Online-Nachhilfe für Schüler ab der 5. Klasse bis zum Abitur gibt es auch bei Lernattack (www.lernattack.de). Schüler, die in den Fächern Mathe, Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Bio oder Physik und Chemie Lücken haben, üben dort den Lernstoff über Videos, interaktive Übungen oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Um das gelernte zu prüfen, stehen verschiedene Übungen bereit. Außerdem gibt es Übungsklausuren und zum Beispiel bundeslandspezifische Original-Abiturprüfungen als Vorbereitung für den Schulabschluss. Wer bei Lernattack angemeldet ist und sich für ein Abo-Modell entschieden hat, kann außerdem auf die dort verfügbare WhatsApp-Nachhilfe zugreifen. Dabei erhalten Schülerinnen und Schüler z.B. schnelle Hilfe bei Schulaufgaben.

E-Learning: Udacity

© Udacity / Screenshot & Montage: pc-go

Mit Online-Videos, die zum Beispiel das Gelernte zusammenfassen, lässt sich bei Udacity etwa das Programmieren lernen.

Von und mit YouTube lernen

Außer den ausgewiesenen Lernportalen gibt es natürlich auch auf YouTube unzählige Lernvideos für die unterschiedlichsten Bereiche. Zweifellos gibt es dort durchaus gelungene Beiträge und Dokumentationen. Als Ergänzung zu bestimmten Themen und Fragen sind sie sicherlich geeignet. Wer an kompletten Kursen interessiert ist, bei denen der Lernstoff geprüft und abgefragt wird, wird dort nicht fündig. Wer also vor hat, sich Wissen über einen längeren Zeitraum hinweg anzueignen, sollte sich auf einer ausgewiesenen Lernplattform umschauen. 

Die meisten Kurse sind nicht kostenlos. Die Gebühren, die für den jeweiligen Kurs oder Lehrgang anfallen, sind allerdings sehr unterschiedlich. Abhängig sind sie zum einen von der Kursdauer und zum anderen von der Kursart. Wer bei seinem Kurs Unterstützung durch einen Online-Tutor und vielleicht noch zusätzliches Material erhält sowie per App und PC lernen kann, muss tiefer in die Tasche greifen als bei einem Online-Seminar, bei dem lediglich Videos zum Ziel führen sollen. Kurse für betriebliche Weiterbildung lassen sich übrigens von der Steuer absetzen.

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