Digitale Fotografie - Test & Praxis
Digitales Negativ

DNG-Format am Smartphone: Das müssen Sie wissen

© Open Camera / Screenshot & Montage: ColorFoto

Selbst kostenlose Kamera-Apps wie Open Camera liefern am Handy die hochwertigen DNG-Dateien.

Neuere Handys speichern Fotos nicht nur in den Formaten JPEG oder HEIF, sondern wahlweise auch direkt im DNG-RAW-Format. Lichter und Schatten zeigen dabei als DNG-RAW-Datei mehr Feinzeichnung, und Sie korrigieren extreme Kontraste vielseitiger. Bildrauschen lässt sich in DNG-Dateien oftmals besser nachträglich dämpfen als bei JPG.

Stellen Sie also bei wichtigen Motiven Ihre Kamera-App am Handy einfach auf DNG um. Nicht alle mitgelieferten Kamera-Apps bieten eine DNG-Option – oft steckt sie im „Pro“-Modus. Fehlt die Einstellung bei Ihrer App zum Fotografieren, und unterstützt das Smartphone dennoch das DNG-Format, dann hilft eine „Fremdapp“. 

Nutzen Sie für Android-Geräte etwa Open-Camera (gratis), Lightroom CC (11,82 Euro monatlich) oder Snap Camera HDR. iPhone-Fotografen installieren für DNG-Fotos Flannl RAW Camera oder SilkyPix Shot (beide kostenlos), ProCamera (7 Euro) oder wiederum Lightroom CC. Drahtlos oder per USB- Kabel wandern Ihre DNGs bequem vom iPhone zu Mac- oder Windows-Rechner. 

Allerdings: DNG-RAW-Dateien werden auf Android-Handys meist nicht verlustfrei komprimiert. Eine typische 12-Megapixel-DNG-Datei aus einem Android-Gerät belegt zunächst rund 23 Megabyte – unnötig viel, weil unkomprimiert. Das kostet Speicherplatz und Übertragungszeit. 

Konvertieren Sie die Datei am Computer mit dem kostenlosen DNG Converter, sinkt die Dateigröße drastisch – zum Beispiel um rund 50 Prozent auf 11,7 Megabyte. Und das geht ohne jeden Qualitätsverlust, nur durch verlustfreie Komprimierung. Die rund 45 MByte großen HDR-DNG-Dateien aus Lightroom CC verkleinert der DNG Converter gar nicht. 

In unseren Tests belegten DNGs von iPhone oder iPad je nach Gerät stets nur rund acht bis zwölf MB, unabhängig von der Kamera-App. Hier muss man also nicht weiter umwandeln. 

Tipp: Unbearbeitete DNGs sehen oft schlechter aus als frisch fotografierte JPG-Dateien. Das gilt besonders für die HDR-DNG-Dateien von Lightroom CC mit ihrer gewaltigen Farbtiefe. Nach etwas verlustfreier Korrektur beeindrucken die DNG-Dateien jedoch mit Tonwertreichtum und Detailzeichnung.

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