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Ratgeber: Analog

Die Zukunft des Analogsignals

Ob im Kino, bei TV-Übertragungen oder Playern zu Hause: Das Ende des Analog-Zeitalters rückt näher. Nun gehen die Blu-ray-Player auch bei YUV-Anschlüssen den entscheidenden Schritt. Welche Neuerungen birgt die HD-Zukunft?

© Hersteller/Archiv

Ayre DX-5

Die Vereinbarung stammt aus dem Jahr 2009, doch die Folgen finden nur langsam und fast heimlich ihren Weg in die Geräte. Wer neuere Blu-ray-Modelle inspiziert, wird in der Regel den Anblick der YUV-Buchsen vermissen. Die Film- und die Geräte-Industrie haben den "Sonnenuntergang" der Analog-Ausgänge eingeläutet.

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Das analoge Bild-Differenzsignal YUV (YPbPr) galt lange als Garant für hohe Bildqualität. Im Foto sieht man die fürs Heimkino bis vor Kurzem üblichen Cinch-Buchsen.

Vermissen dürfte die drei kleinen Buchsen wohl kaum jemand. Schon längst hat ihnen HDMI den Rang abgelaufen. Nur für einen sachten Übergang in die digitale Welt waren sie noch nützlich. Einst allerdings ebneten sie High Definition den Weg ins Heimkino. Nur mit ihnen konnten sich Heimcineasten erstmals via Beamer oder Flachbildschirmen über die superscharfen Bilder begeistern.

Aus Kopierschutzgründen verschwinden die verdienten Buchsen nun. Die entsprechende Übereinkunft stammt vom Industrieverbund AACSLA (Advanced Access Content System License Administrator). Sie zeichnet bereits dafür verantwortlich, dass seit Anfang 2011 Komponenten-Ausgänge an neuen Blu-ray-Modellen nur noch die Standardbildpunktzahl ausgeben dürfen. Ab 2014 ist auch das nicht mehr erlaubt. Dann haben sie endgültig ausgedient.

Darauf reagieren die Hersteller schon jetzt. Ob günstige oder kostspielige Modelle, bei vielen aktuellen Playern fehlen die Buchsen bereits. Etwas verwunderlich ist, dass die einfache Composite-Video-Buchse noch zu finden ist. Aber sonst ist die frühe Reaktion verständlich: HDMI hat sich an allen Bildmaschinen durchgesetzt, und wohl niemand zieht Analog-Video der Digitalqualität noch vor. Da sparen die Hersteller gerne Kosten.

Denon hatte bereits im Jahr 2008 einen "Transporter" angeboten, der ausschließlich HDMI besaß. Die damals relativ erfolglose Idee war ihrer Zeit lediglich voraus.

Digitalproblem Audio

Und wie sieht es mit den analogen Audiosignalen aus? Droht hier womöglich ebenfalls der Ausstieg? High-Ender würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Denn anders als beim Bild gelten im Audiobereich nach wie vor gerade die Analog-Ausgänge als absolute Qualitätsgaranten.

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Der Blu-ray-Spieler UD7007 von Marantz hat keine YUV-Ausgänge mehr. Stereo-Audio gibt es aber nach wie vor analog - sogar über professionelle XLR-Ausgänge.

Dies gilt insbesondere für Musik. Manchem Cineasten sind Analogbuchsen aber auch für den Surround-Filmsound lieb und teuer. Der Grund für die radikale Digital-Ächtung: Vor allem HDMI, aber auch die optischen und Koax-Ausgänge haben mit Jitter-Problemen zu kämpfen, die den Klang beeinträchtigen.

Das liegt an prinzipbedingten Ungenauigkeiten beim Signaltransport. Insbesondere HDMI-Verbindungen muss man mit komplizierten Abgleichtechniken zwischen Spieler und AV-Receiver begegnen. Pioneer hat hierfür Precision Quartz Lock System (PQLS) entwickelt, Denon kennt Denon Link HD. Der Nachteil der beiden Techniken: Sie funktionieren nur markenintern. Man darf sich also ausschließlich Equipment desselben Herstellers ins Heimkino holen.

Analog für High-End-Musik

Für die Analogbuchsen spricht weiter, dass sich insbesondere High-End-Fabrikate auf die Fahnen schreiben, bei der Wandlung der Digital- in Analogsignale äußerst viel Sorgfalt walten zu lassen. Hoch entwickelte Rechen-Algorithmen sowie fein aufeinander abgestimmte Spielerkomponenten stehen im Fokus. Entsprechende Blu-ray-Player sollen dabei vor allem Musik von CDs oder SACDs in hochwertiger Form dem Verstärker zuspielen können. Die Zahl der Kunden, die einen solchen audiophilen Blu-ray-Star haben wollen, ist jedoch sehr klein. Viele ziehen eine Lösung mit separatem CD-Künstler vor.

Dennoch konnten sich die Firmen die High-End-Chance für ihre Kunden bewahren: Laut der AACS-Übereinkunft müssen nur analoge Video-Ausgänge verschwinden. Bei den Audiobuchsen bleibt alles beim Alten. Entsprechend agieren die Anbieter.

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video hat nachgehakt: Alle Firmen, die bislang viel Wert auf Klang gelegt haben, werden auch zukünftig Analog-Ausgänge anbieten. Das gilt vor allem für High-End-Marken wie McIntosh, Krell oder Ayre. Die Spezialisten aus den niedrigeren Preisklassen wie Denon bleiben - abgesehen von einem neuerlichen Transporter - ebenfalls am Analog-Ball. Marantz -Produktmanager Heiko Pantzer meint spontan aus dem Bauch heraus sogar: "Wenn es eines Tages keine analogen Audio-Ausgänge mehr an BD-Playern geben darf, bauen wir sehr wahrscheinlich keine mehr."

Doch auch wer Blu-ray-Player der schlichteren Bauart vorzieht, braucht sich tonal nicht umzustellen. Ob Samsung, Sony oder Panasonic, die bekannten Verbindungen soll es meist weiterhin geben. So ist für Analog also doch noch nicht aller Tage Abend.

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