Desktop-Prozessoren

CPU-Kaufberatung 2020: Begriffe und Features erklärt

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Man muss kein Tech-Profi sein um die für sich beste CPU auszuwählen.

CPU-Begriffe und Features erklärt

Cores und Threads

Jede CPU beherbergt einen Kern, der die Rechenarbeit übernimmt. Traditionell widmet er sich immer der Abarbeitung eines einzigen Threads, was wir vereinfacht mit "Teilprogramm" übersetzen. Zum Beispiel können die Threads einer Textverarbeitung die Verarbeitung der Texteingabe, das Speichern des Dokuments oder das Drucken sein.

Weil auf PCs immer mehr Programme gleichzeitig laufen, ist auch die Zahl der abzuarbeitenden Threads enorm gewachsen. Deshalb spendieren die Hersteller Desktop-CPUs typischerweise mehrere Kerne. So lässt sich die Leistung viel effizienter steigern als durch die Optimierung des einzelnen Kerns, die parallel jedoch weitergeht. Vor diesem Hintergrund haben sich neue Begriffe eingebürgert:

  • "Multicore" als Oberbegriff für CPUs mit mehreren Kernen
  • "Dual Core" als Bezeichnung für einen Prozessor mit zwei Kernen; genauso stehen "Quad Core", "Hexa Core", "Octa Core" und "Deca Core" für vier, sechs, acht und zehn Kerne

Außerdem können die Kerne einiger CPUs jeweils zwei Threads "gleichzeitig" bearbeiten. Dann spricht man vom "Multithreading" beziehungsweise bei Intel von "Hyperthreading". Solche CPUs werden zum Beispiel mit "4 Cores, 8 Threads" beschrieben. Weil die Abarbeitung nicht wirklich gleichzeitig erfolgt, ist ein Achtkerner einem Vierkerner mit Multithreading üblicherweise unterlegen, sofern beide der selben CPU-Generation entstammen.

Tipp: Zweikerner reichen theoretisch für Surfen, E-Mail und Prime Video aus, aber ihnen geht sehr schnell die Puste aus. Vierkerner und günstige Sechskerner sind auch für den Alltagsbedarf und einfache Spiele die bessere und zukunftssichere Wahl. Wer aktuelle, leistungshungrige Spiele spielt, der sollte sich unter einem Vierkerner keinesfalls zufrieden geben, vorzugsweise einem mit acht Threads, oder gleich zu einem Achtkerner greifen. Mehr lohnt sich aber auch kaum. Anders sieht das bei intensiver Bild-, Video- und Audiobearbeitung aus. Hier kann eine CPU mit 12 oder gar 16 Kernen einen deutlich früheren Feierabend bescheren.

Taktfrequenz und IPC

Die Taktfrequenz der Prozessorkerne wird typischerweise in Megahertz (MHz) oder Gigahertz angegeben. Sie drückt aus, wie häufig jeder Kern seine Transistoren pro Sekunde zwischen 0 und 1 umschalten kann. Wie viele Befehle ein Kern je Takt erledigt (englisch "Instructions per Clock", kurz "IPC"), lässt sich daraus aber nicht ablesen. Dieser Wert fällt modellabhängig derart unterschiedlich aus, dass sich die Taktrate nur zum Vergleich von CPUs innerhalb der selben Marke und Generation eignet.

Marken- und generationsübergreifend vergleichen Sie CPUs mit Hilfe von Benchmarks, die die reale Leistung von CPUs bei der Erledigung verschiedener Aufgaben systematisch messen. Viele Benchmark-Ergebnisse finden Sie online, wenn Sie nach der Modellbezeichnung der CPU und dem Wort "Benchmark" suchen. Mit einer Suche wie "Ryzen 7 3700X vs. Core i7-9700F" gelangen Sie sogar häufig direkt zum Vergleich zweier in Frage kommender CPUs. Oder Sie folgen einfach später unseren Empfehlungen.

Adaptive Sync nutzen

In der Liste des G-Sync-Kompatibilitätsprogramms von Nvidia sehen Sie FreeSync-Monitore, die auch mit Geforce-Grafikkarten funktionieren.

Integrierte Grafik

Für die Grafikausgabe benötigt der PC einen Grafikadapter, auch "Grafics Processing Unit" oder kurz und bündig "GPU" genannt. Intels Desktop-CPUs bringen die GPU üblicherweise gleich mit. Nur wenn die Modellbezeichung ein großes "F" enthält, wie zum Beispiel beim Core i9-9900KF, glänzt die GPU durch Abwesenheit.

Bei AMD ist es gerade anders herum. Hier steht ein "G" in der Modellbezeichnung für das Vorhandensein einer GPU, zum Beispiel beim Ryzen 5 4600G. Früher sprach AMD hier von so genannten APUs (Accelerated Processing Units, auf Deutsch "Beschleunigte Recheneinheit"). Der Begriff hält sich, auch wenn er aus AMDs Marketingmaterialien mittlerweile verschwunden ist.

AMD und Intel haben die Leistungsfähigkeit integrierter GPUs zwar immer wieder gesteigert. Trotzdem hinkt sie der dedizierter GPUs um Jahre hinterher. Abschreiben sollten Sie diese Lösungen trotzdem nicht. Wer surft, Videos streamt und den PC für Büroarbeit nutzt, der ist mit einer iGPU völlig ausreichend bedient und kann das Geld für eine zusätzliche Grafikkarte sparen.

AMD oder Nvidia?

Wer eine Grafikkarte kaufen möchte, findet hier starke wie preiswerte Angebote für seinen Gaming-PC. Wir haben Empfehlungen für GPUs von 100 bis 500…

Für einfache E-Sport-Spiele wie zum Beispiel Fortnite reichen aktuelle iGPUs ebenfalls. Das gilt zumindest, wenn Sie die Spieleinstellungen so ändern, dass das Bild nicht allzu detailliert berechnet wird. Stellt sich ein höherer Bedarf an Grafikleistung erst später heraus, dann können Sie eine dedizierte GPU jederzeit problemlos dazustecken. Mit der iGPU wird sie sich bestens vertragen.

"Boxed" oder "Tray"?

Im Handel finden Sie CPUs sowohl "Boxed" als auch in einer "Tray"-Version. Die Kürzel weisen zunächst einmal auf die Verkaufsverpackung hin. "Boxed" bedeutet, dass die CPU in einem hübschen Originalkarton geliefert wird. Die Tray-Version klaubt der Händler hingegen von einem Plastiktablet und steckt sie einfach in eine Noname-Verpackung. Tatsächlich steckt aber noch mehr dahinter. Boxed-CPUs sind geringfügig teurer. Dafür bieten beide Hersteller drei Jahre Garantie auf diese CPUs und in vielen Fällen liegt ein passender CPU-Lüfter bereits bei. Außerdem erwischt man bei Tray-CPUs eher mal einen Rückläufer. Deshalb lautet unsere Empfehlung: Wann immer möglich, sollten Sie zur Boxed-Version einer CPU greifen.

Auf der nächsten Seite finden Sie unsere CPU-Empfehlungen für verschiedene Einsatzzwecke.

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