Desktop-Prozessoren

CPU-Kaufberatung 2020: AMD vs. Intel im Vergleich

Welche Desktop-CPU von AMD oder Intel erfüllt Ihre Anforderungen? Antworten liefert unsere CPU-Kaufberatung 2020 in wichtigen Preis- und Leistungskategorien.

© Golubovy - shutterstock / PC Magazin

Intel und AMD sind langjährige Konkurrenten. Wir schicken aktuelle Ryzen- und Skylake-X-Chips ins Duell.

Die CPU ist das Herz des PCs und ein Fehlkauf schlägt sich maßgeblich auf den Spaß beim Spielen und die Geschwindigkeit beim Arbeiten nieder. Die Auswahl der richtigen CPU ist aber nicht leicht, wimmelt es doch vor kryptischen Begriffen wie Cores (Kernen), Taktrate und Cache. Bevor wir zu konkreten Empfehlungen kommen deshalb zunächst eine Einführung in die Grundlagen.

AMD oder Intel?

Im PC-Markt sind AMD und Intel die wichtigsten CPU-Hersteller. Jahrelang war Intel dem Mitbewerber in Sachen Leistung deutlich voraus. Das hat sich seit 2017 grundlegend geändert. Damals hat AMD mit der Zen Core Architektur und den darauf basierenden Ryzen- und Ryzen-Threadripper-CPUs nahezu über Nacht gleichgezogen. In vielen Fällen bieten die CPUs heute sogar das bessere Preis-/Leistungsverhältnis. Es muss also längst nicht mehr immer Intel sein.

Wichtig ist nur, dass CPU und Mainboard zueinander passen. Eine AMD-CPU benötigt ein Mainboard mit AMD-Chips, eine Intel-CPU ein Mainboard mit Intel-Chips. Hingegen funktionieren Intel-SSDs auch in Computern mit AMD-CPUs genauso problemlos wie AMD-Grafikkarten in Intel-basierten PCs.

AMD: Athlon, Ryzen und Threadripper erklärt

AMDs aktuelles CPU-Angebot besteht aus zwei Familien. Zur kleinen Familie von Athlon-CPUs (gedacht für Low-Budget-PCs) gesellt sich die große Gruppe der Ryzen-CPUs. Innerhalb von Ryzen unterteilt AMD weiter in Ryzen 3, 5, 7 und 9 sowie Ryzen Threadripper. Innerhalb des Modellnamens einer CPU stehen Zusätze und Großbuchstaben für besondere Eigenschaften:

  • Ein "Pro" kennzeichnet AMDs Chips mit Zusatzleistungen für Geschäftskunden, die für private Nutzer und Kleinunternehmen eher keine Rolle spielen (zum Beispiel einen garantierten Verfügbarkeitszeitraum)
  • "G" steht für CPUs mit integriertem Grafikchip (s. unten)
  • "E" steht auf CPUs, die sich an PC-Hersteller richten und zum Beispiel durch den Betrieb mit einer fix definierten Wattzahl bestimmte Bauformen ermöglichen. Modelle ohne den "E"-Zusatz bieten mehr Flexibilität.
  • "X" und "XT" weist von Ausnahmen abgesehen auf in der Leistung gesteigerte Varianten eines Ursprungsmodells hin. So handelt es sich zum Beispiel beim Ryzen 5 3600X um eine etwas leistungsfähigere Variante des Ryzen 5 3600, die wiederum vom Ryzen 5 3600XT übertroffen wird. Gelegentlich legt AMD CPUs auch ohne eine solche Kennzeichnung neu auf. Begegnet Ihnen die selbe CPU in einem Shop mehrfach, dann könnte das daran liegen.

CPUs werden generationsweise weiterentwickelt, was sich in den Modellbezeichnungen niederschlägt. AMD nummeriert seine Ryzen-Generationen in 1000er-Schritten. Deshalb trugen Modelle der ersten Generation Namen wie "Ryzen 3 1200" und "Ryzen 7 1700", während CPUs der dritten Generation zum Beispiel "Ryzen 3 3200" und "Ryzen 7 3700" heißen. 4000 hat AMD auf dem Desktop-Markt übersprungen und im Oktober 2020 gleich Ryzen 5000 vorgestellt.

Eigenbau

Sie können PCs einfach selbst zusammenbauen. Wir liefern Tipps und Konfigurationen für Einsteiger-, Mittelklasse- und Gaming-PC.

In der Praxis werden Sie außerdem folgenden Bezeichnungen begegnen:

  • Ryzen 1000: "Summer Ridge"
  • Ryzen Threadripper 1000: "Whitehaven"
  • Ryzen 2000 APUs: "Raven Ridge"
  • Ryzen 2000: "Pinnacle Ridge"
  • Ryzen Threadripper 2000: "Colfax"
  • Ryzen 3000 APUs: "Picasso"
  • Ryzen 3000: "Matisse"
  • Ryzen Threadripper 3000: "Castle Peak"
  • Ryzen 4000 APUs: "Renoir"
  • Ryzen 5000: "Vermeer"

Intel: Core i, Celeron und Pentium Gold erklärt

Bei Intel heißen die CPU-Familien Celeron und Pentium Gold sowie Core i. Die Core-i-CPUs setzen sich wiederum aus den Unterkategorien Core i3, i5, i7 und i9 zusammen. Innerhalb des Modellnamens einer CPU stehen Großbuchstaben für besondere Eigenschaften:

  • "F" kennzeichnet Intels CPUs ohne integrierte Grafikeinheit (siehe unten).
  • "K" weist auf CPUs hin deren Leistungsfähigkeit sich durch Übertakten besonders gut steigern lässt.

CPU-Generationen nummeriert Intel einfach durch und ist zuletzt bei Generation 10 angekommen. So ergibt sich ein aktueller CPU-Name wie Core i5-10600K, bei dem die "10" nach dem Bindestrich die Generation angibt. Intel hat seinen Desktop-CPU-Generationen zuletzt die folgenden Namen verpasst:

  • Generation 8: Coffee Lake S
  • Generation 9: Coffee Lake S Refresh
  • Generation 10: Comet Lake S

Grobe Einordnung der CPU-Leistung

Mit diesem Wissen können Sie die Leistungsfähigkeit von CPUs nun bereits grob einschätzen:

  • Innerhalb einer Generation steigt die Leistung wie oben angegeben an, d.h. ein Ryzen Threadripper ist schneller als ein Ryzen 9, der wiederum flotter als ein Ryzen 5 ist und ein Core i9 eilt einem Core i7 voraus.
  • CPUs einer neuen Generation sind typischerweise schneller, aber auch teurer als ihre Vorgänger.
  • AMD Athlon und Ryzen 3 sowie Celeron, Pentium Gold und Core i3 spielen alle in der Einsteigerklasse.
  • Die Mittelklasse bilden Ryzen 5 und Core i5.
  • Die Oberklasse besteht aus Ryzen 7 und Core i7.
  • Ryzen Threadripper und Core i9 sind High-End-Prozessoren.

Auf der nächsten Seite beantworten wir typische Fragen. Was bedeuten Cores und Threads, brauchen Sie einen integrierten Grafikchip und was bedeutet Boxed oder Tray? Anschließend finden Sie unsere CPU-Empfehlungen für Gaming, professionelles Arbeiten oder den gehobenen Multimedia-Office-Alltag.

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