Breitband ist gefragt

Interview mit Hakan Ekmen, CEO Telecommunication bei umlaut

Statement Testpartner umlaut

Als branchenübergreifendes Technologieberatungs- und Ingenieurunternehmen mit weltweit 4500 Experten untersucht und begleitet unser langjähriger Testpartner umlaut die Weiterentwicklung der Mobilfunk- und Festnetze kontinuierlich.

Wir haben mit Hakan Ekmen, CEO Telecommunication bei umlaut, über deren Netztestverfahren sowie die Bedeutung und den aktuellen Leistungsstand der stationären Internetzugänge hierzulande gesprochen.

© umlaut

Hakan Ekmen, CEO Telecommunication bei umlaut

In Zeiten von Covid-19 ist der Breitbandausbau in Deutschland noch stärker in den Fokus der Regierung, Öffentlichkeit und Medien gerückt. Welchen Stellenwert hat das Festnetz heute im alltäglichen Leben, auch vor dem Hintergrund, dass mobile Konnektivität eine immer bedeutendere Rolle spielt?

2020 hat sehr deutlich gezeigt, dass das Breitband-Festnetz das Rückgrat des Internets ist. Die Corona-Krise zwang Unternehmen und Mitarbeiter verstärkt auf digitale Infrastrukturen zurückzugreifen.

Mitarbeiter sind plötzlich auf das Homeoffice und eine gute Breitbandverbindung angewiesen, sie benötigen zuhause die digitale Anbindung an das Unternehmen. Geschäftsprozesse müssen – wo möglich – digitalisiert und in das Internet ausgelagert werden.

Fehlende Mobilität im Alltag wird durch Mobilität im Internet ausgeglichen. Auch mobile Konnektivität gewinnt an Bedeutung, ist aber in vielen Bereichen an das Breitband gekoppelt, da auch mobile Daten letztendlich auf Glasfaser & Co – also fixe Breitbandverbindungen – angewiesen sind.

Stichwort Homeoffice. Sie haben die Breitband-Netze in verschiedenen Ländern analysiert. Wie gut steht Deutschland im internationalen Vergleich da?

Deutschland hat im Bereich Homeoffice besser abgeschnitten als viele vielleicht erwartet haben. Nehmen wir Videokonferenzen als typische Internetanwendung: Über 95% der Festnetzanschlüsse sind für Übertragungsraten in HD-Qualität geeignet, Homeoffice mit Videochat ist hier also in der Regel problemlos möglich.

Einschränkungen ergeben sich, wenn der Familienanschluss geteilt wird und das Homeoffice in Konkurrenz zu UHD-Streaming mit bis zu 15 Mbit/s tritt. Je nach Region ist hierzu nur noch knapp die Hälfte der Breitbandanschlüsse fähig. Insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern herrscht an dieser Stelle noch Nachholbedarf.

Auch auf internationaler Ebene steht Deutschland gut da. Beispielsweise zeigt ein Vergleich mit Großbritannien, dass Deutschland im Bereich In-Home-Connectivity bei steigenden Anforderungen besser abschneidet. Nichtsdestotrotz gibt es im Flächenland Deutschland mit seinen dicht besiedelten Metropolregionen viele Gebiete mit Nachholbedarf.

Es gibt unterschiedliche Ansätze, Fest- und Mobilfunknetze im großen Stil zu testen. Welche Vorteile bietet die von umlaut verwendete Methodik hinter dem Festnetzbenchmark?

Aussagekräftige Crowdsourcing-Tests setzen eine ausreichend große Datenbasis voraus. Da bei unserem Crowdsourcing-Ansatz diese Bedingung erfüllt ist, können wir für unsere Netzuntersuchungen hier zahlreiche Vorteile nutzen. Klassische Netztests erfordern eine intensive Vorbereitung und aufwendige Durchführung. Deren Ergebnisse sind zwar reproduzierbar und qualitativ hochwertig, sie bieten jedoch immer nur einen zeitlich begrenzten Einblick. Beim Crowdsourcing hingegen werden die Daten durchgehend erhoben; es können größere Zeiträume untersucht und in Echtzeit analysiert werden. Die Ergebnisse stehen schneller zur Verfügung und sind prinzipiell marktnäher.

Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine zeitnahe Analyse und Auswertung von großen Datenmengen sein kann. Mit zeitnahen Auswertungen haben wir zahlreiche Studien im Hinblick auf Covid-19 erstellt. Beispielsweise haben wir die Änderungen im Bewegungsverhalten der Bevölkerung untersucht und konnten messen, inwieweit Maßnahmen der Regierung erfolgreich waren.

Ein anderer Schwerpunkt waren die Reiserouten von Besuchern bekannter Hotspots wie beispielsweise Ischgl oder dem Kreis Gütersloh (Tönnies). Unsere Auswertungen korrelierten teilweise erschreckend mit den regionalen Infektionsherden, die vom Robert Koch Institut veröffentlicht wurden. Diese Analysen halfen, die Zeit zu überbrücken, bis es Helfer wie die Corona Warn App gab.

Wir sehen dennoch das Crowdsourcing nur als eine Ergänzung zu traditionellen Messmethoden, die wir beispielsweise auch im großen Mobilfunknetztest der connect verwenden.

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