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Blu-ray-Brenner-Test

14.12.2007 von Redaktion pcmagazin und Guido Lohmann

Lange Zeit sah es aus, als würden die DVD-Nachfolger noch auf sich warten lassen. Jetzt scheint Blu-ray das Rennen zu machen - zumindest an der Zahl der Brenner gemessen. Aber ein erstes Hybrid-Laufwerk könnte die friedliche Koexistenz einläuten.

ca. 4:40 Min
Ratgeber
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Brenn, Scheibe brenn
Brenn, Scheibe brenn
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Lange Zeit sah es aus, als würden die DVD-Nachfolger noch auf sich warten lassen. Jetzt scheint Blu-ray das Rennen zu machen - zumindest an der Zahl der Brenner gemessen. Aber ein erstes Hybrid-Laufwerk könnte die friedliche Koexistenz einläuten.

Blu-ray-Brenner-Test
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Selten war eine Markteinführung mit solch lang anhaltenden Geburtswehen verbunden, wie die des DVD-Nachfolgestandards Blu-ray. Bereits 2003 berichteten wir über die neuen Speichermedien, die mit 25 und sogar 50 GByte für die Zukunft wie gemacht schienen. Doch dann dauerte es schier endlos bis die letzten Spezifikationen vom Blu-ray-Konsortium verabschiedet wurden.

Nach dem Motto "was lange währt, wird endlich gut" scheint Blu-ray jetzt auf dem richtigen Weg, die Nachfolge der erfolgreichen DVD antreten zu können. Die Grundvoraussetzungen sind gegeben. So gibt es mittlerweile eine akzeptable Anzahl neuer Filme auf Blu-ray zu kaufen. Allein bei Amazon finden sich rund 300 Angebote, die allerdings bei älteren Filmen oft keine Vorteile gegenüber der billigeren DVD-Version aufweisen. Das Angebot für HD-DVD-Filme ist der Zahl nach geringer, wenn gleich die tatsächlich verkaufte Stückzahl in Deutschland derzeit noch etwas größer zu sein scheint als bei Blu-ray-Medien.

Den Durchbruch könnte Blu-ray die Überlegenheit im Brennermarkt verschaffen. Während Toshiba bislang nur einen Notebook-Brenner für HD DVDs vorweisen kann, gibt es mit Hitachi/ LG, Sony/NEC, Philips/LiteOn, Plextor und Pioneer gleich mehrere Anbieter von Brennern für Desktop-PCs. Damit ist nicht nur die Auswahl größer. Die Konkurrenz lässt überdies hoffen, dass die Brennerpreise in absehbarer Zeit und deutlich vom derzeitig hohen Niveau herunterkommen. Gleiches steht für die Rohlinge zu erwarten, die Blu-Ray-Brenner (noch) zu einer teuren Backup-Lösung machen.

Einfach wie eine DVD

Von den Startschwierigkeiten einmal abgesehen, zeigt sich Blu-ray als robustes Speichermedium mit guter Software-Unterstützung. Die Rohlinge sind dank einer in der Blu-ray-Spezifikation vorgeschriebenen, harten Beschichtung unanfälliger gegen Kratzer und Fingerabdrücke. Auch die Datensicherheit könnte sich als höher erweisen als die von DVDs und vor allem deren beschreibbarer Varianten. Anstelle eines organischen Materials verwenden die derzeitigen Rohlinghersteller anorganische Materialkombinationen wie etwa Silizium und Kupfer, die durch den Laser beim Beschreiben verschmolzen werden. Diese Materialien sind im Gegensatz zu denen einer DVD nicht gegen UV-Licht empfindlich.

Die Software-Unterstützung ist ebenfalls ausgereift. Als Brennsoftware verwendeten wir in unserem Test die aktuelle Version von Nero 7 Premium. Die Handhabung unterscheidet sich bis auf die Einstellung für die Fehlerkorrektur (dazu später mehr) nicht von der eines DVD-Rohlings. Alle Brenner kamen auch anstandslos mit dem wiederbeschreibbaren BD-RE-Format zurecht. Natürlich überprüften wir auch, ob die Laufwerke als BD-Player taugten und Blu-ray-Filme unter passender Software-Umgebung reibungslos abspielten. Als Versuchskaninchen dienten die Filme Ice Age 2 und - als erster BD-Dual-Layer-Film - "Königreich der Himmel".

Erfreulicherweise hatten die Laufwerke mit keinem der beiden BD-ROMs Probleme. Die dürfte eher der Heimanwender bekommen, wenn er versucht, ein Blu-ray-taugliches Abspielgerät aus seinem PC zu machen. Alle beteiligten Komponenten von der Abspiel- Software bis hin zur Grafikkarte müssen leistungsfähig genug sein und vor allem den Bestimmungen des BD-Formats entsprechen. Unter der Adresse http://de.cyberlink.com/ multi/support/bdhd_support/diagnosis. jsp bietet Cyberlink den "BD/HD Advisor" an, der das System auf seine High-Defenition-Fähigkeiten abklopft.

Deutliche Unterschiede

Obwohl die neue Technik und deren Entwicklung teuer ist und immer mehr Hersteller Kooperationen eingehen, blieben wir von einem Einheitsbrei in Form gleichförmiger Hardware verschont und so gab es positive, leider auch negative Ausnahmen. Positiv fiel der neue GGW-H10N von LG auf, der auch HD-DVDs liest. Wer also über den Rechner Videos anschauen will, braucht sich wegen des Formats keine Gedanken zu machen. Mit einem Preis weit jenseits der 1000 Euro ist das Laufwerk allerdings nicht gerade ein Schnäppchen. Billiger kommt man weg, wenn man sich stattdessen einen reinen Blu-ray-Brenner und den HD-DVD-Player von Toshiba zulegt. Vorausgesetzt natürlich, im Wohnzimmer-PC ist genug Platz für beide.

Nicht so gut schlugen sich die Laufwerke von LiteOn und Philips. In unserem - zugegeben schon etwas betagten - Pundit-Rechner von Asus zankten sich die SATA-Laufwerke derart mit der ebenfalls am SATA angeschlossenen System-Festplatte, dass das Rechner-BIOS gleich beiden die Anerkennung verweigerte und das System gar nicht erst hochfuhr. Wer also eines der Laufwerke in einen älteren Rechner einbauen möchte, sollte sich vorher vergewissern, dass er volles Rückgaberecht hat.

Brennen und lesen

In den Tests mussten die Laufwerke nicht nur zeigen, ob sie funktionieren, sondern auch, wie schnell sie die verschiedenen Medien brennen und lesen können. Dazu muss erwähnt werden, dass Nero standardmäßig das Defect Management (in der deutschen Version Störverwaltung genannt) aktiviert - und zwar nicht nur bei wiederbeschreibbaren Rohlingen, sondern auch bei BD-Rs. Das Defect Management sollte man, wenn einem die Datensicherheit am Herzen liegt, eingeschaltet lassen. Allerdings bringt das auch Nachteile mit sich. Zum einen sinkt die Brenngeschwindigkeit auf die Hälfte, da die geschriebenen Daten jeweils überprüft werden. Im ärgsten Fall - beim LG GBW-H10N - erhöhte sich die Brennzeit sogar von knapp 25 Minuten auf über eine Stunde. Zum anderen reserviert sich die Störverwaltung 256 MByte Platz auf der BD.

Blu-ray-Brenner-Test
Die Blu-ray-Brenner in der Übersicht
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Im Labor haben wir die Störverwaltung deaktiviert, da die Geschwindigkeit nur so den Angaben entsprechen kann. Da außerdem ohnehin jeder Brenner die von ihm beschriebenen Medien wieder einlesen musste, konnten wir gleich überprüfen, wie es denn um die Datenintegrität bestellt ist. Das positive Ergebnis: Keiner der Brenner hatte Probleme die Daten komplett einzulesen. Leider konnten wir keine Brenn-Messungen mit Double-Layer-Discs durchführen, obwohl einige Brenner damit umgehen können - es sind schlicht keine Medien rechtzeitig verfügbar gewesen.

Obwohl einem DVD-Brenner mittlerweile nachgeschmissen werden, haben wir auch die Brenngeschwindigkeit mit DVDs und CDs gemessen. Bei DVDs beschränkten wir uns allerdings auf den Test mit einer DVD+R.

Fazit

Blu-ray ist nach wie vor ein teurer Spaß. Die Medien können es bei einem Gigabyte-Preis von rund 40 Cent mit kaum einer anderen Speicherart aufnehmen. Die Laufwerke sind mit über 400 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen. Aber immerhin scheint die Technik schon relativ ausgereift zu sein. Und mit 4X-Brennern geht es auch schon recht flott. Wer Blu-ray-Filme gucken will, könnte ebenfalls auf seine Kosten kommen. Ein Stand-Alone-BD-Player kostet auch nicht weniger, hat aber den Nachteil, dass nicht sicher ist, wie er mit dem kommenden BD+- Verfahren zu Recht kommt. Mit einem Blu-ray-Brenner im PC sollte es da keine Schwierigkeiten geben.

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