Anwendungen, Pro/Contra und mehr

Blockchain: Anwendungen, Zukunft und Distributed Ledger erklärt

Inhalt
  1. Blockchain: Was ist das - Nur ein Hype oder die Zukunft?
  2. Blockchain: Anwendungen, Zukunft und Distributed Ledger erklärt
Bockchain: Was ist das

© Quelle: Shermin Voshmgir, Blockchains, Smart Contracts Dezentrale Web, Technologiestiftung Berlin, 2016. (Creative Commons 3.0)

Diese Skizze zeigt sehr schön, wie eine Blockchain grundsätzlich aufgebaut ist und funktioniert.

Zwischenzeitlich gibt es eine große Zahl von Anwendungsfällen für den Einsatz von Blockchains. Neben den bekannten Ansätzen, bei denen diese Technik als Basis für die unterschiedlichsten Kryptowährungen zum Einsatz kommt, sind es gerade die zuvor bereits erwähnten Smart Contracts, die immer öfter zum Einsatz kommen. 

Die Backup- und Storage-Spezialisten von Acronis integrieren zum Beispiel bereits seit zwei Jahren unter dem Namen Acronis Notary eine Lösung in ihre Programme, die auf einen Ethereum-Ledger basiert. Notary errechnet von jeder Datei einen Hash-Wert als kryptografischen "Fingerabdruck", der jede Datei eindeutig charakterisiert. Dieser Hash-Wert der gesamten Datenstruktur, die die Fingerabdrücke der per Backup gesicherten Dateien enthält, wird dann in der Blockchain abgespeichert. 

Die Software erstellt für jede per Notarized Backup gesicherte und damit beglaubigte Datei ein Zertifikat. Dieses Zertifikat verbindet die eindeutigen Kennzeichen einer entsprechenden Datei mit einem dazugehörigen permanenten Datensatz in einer Blockchain. Dies ermöglicht es dann den Anwendern, die Authentizität dieser Datei jederzeit zu überprüfen. Eine solche Überprüfung kann von jeder Drittpartei – manuell oder maschinell – durchgeführt werden, die Zugriff auf die Blockchain hat. 

Noch in der Entwicklung befindet sich hingegen eine Plattform aus den USA, die den Namen "URAllowance" trägt. Wir möchten sie hier aber kurz vorstellen, weil sie ein schönes Beispiel dafür ist, was sich alles aus dem Einsatz der Blockchain-Technologie entwickeln kann. Es handelt dabei um eine Plattform für Kryptowährung, die speziell für die Bedürfnisse von Familien mit Kindern entwickelt wird. Sie wird auf der Etherum-Blockchain betrieben und stellt den Familien Smart Contracts bereit, mit denen die Eltern beispielsweise Aufgaben für die Kinder definieren können, die diese dann ausführen, um mit entsprechender Kryptowährung belohnt zu werden. 

Schließlich gibt es neben den vielen Finanzanwendungen auch Energieversorger, wie Energias de Portugal (EDP) in Brasilien, der jüngste verlauten ließ, dass er nun Blockchain-Technologie zur Messung und Aufzeichnung des Energieverbrauchs sowie der dezentralen Stromerzeugung seiner Verbraucher einsetzen wird.

Blockchain wird bleiben

Aktuell wird noch sehr viel "Lärm" um die Blockchain-Technik gemacht, oder wie es Udo Schneider von Trend Micro so treffend formulierte: "Aus Marketingsicht wird aktuell fast jedes IT-Produkt mit dem "Feenstaub" namens Blockchain bedeckt und entsprechend vertrieben. Selbst wenn es technologisch überhaupt nicht funktioniert oder im Vergleich zu anderen Technologien keinen Mehrwert bietet – Hauptsache es steht Blockchain drauf." 

Es kommt hinzu, dass die Technik im Moment bei allen theoretischen Vorteilen noch einige Schwachstellen in der Praxis aufweist: Neben der zumeist noch bestehenden sehr schwachen Skalierbarkeit, einem im Vergleich mit anderen Datenbanksystemen und -anwendungen noch sehr geringem Durchsatz, wird es für die Unternehmen vor allen Dingen darum gehen müssen, eine derartige Lösung in die vorhandene IT mit ihren "Altsystemen" möglichst sicher und nahtlos zu integrieren.

Die Vielzahl der bereits existierenden Anwendungsfälle und Ideen rund um diese Technik spricht jedoch eine deutliche Sprache: Blockchain wird weiter bestehen. Ist der Hype erst einmal vorbei, wird Blockchain vielleicht zu einer grundlegenden Technik, wie etwa TCP/IP, auf die entsprechende Lösungen dann aufbauen können.

DLT und Blockchain sind nicht das Gleiche

Bockchain: Was ist das

© PC Magazin

Von der allgemeinen Struktur DLT hin zum jeweils speziellen Einsatz wie Smart Contracts.

Neben vielen Ungenauigkeiten zum Thema Blockchain ist immer wieder die Behauptung zu finden, dass Blockchain und DLT synonym seien – aber das ist nicht richtig.

Distributed Ledger oder DLT (Distributed Ledger Technology), bedeutet wörtlich übersetzt in etwa "verteiltes Haupt-/Kassenbuch". So wird Distributed Ledger auch häufig mit verteiltem Kontenbuch übersetzt. Während die Daten in einer "normalen" Datenbank auf einem zentralen Server abgespeichert sind, bezeichnet DLT hingegen eine dezentrale Datenbank. 

Sie erlaubt den Teilnehmern eines Netzwerks eine gemeinsame Schreib- und Leseberechtigung. Auch eine Blockchain ist eine Form eines Distributed Ledger. Sie unterscheidet sich unter anderem von Distributed Ledger durch den Einsatz kryptografischer Signaturen und die Möglichkeit, Gruppen von Records im Ledger miteinander zu verlinken, um eine Kette zu bilden. Zudem ist es je nach Art der Blockchain-Anwendung möglich, dass Nutzer selbst über Struktur und Ablauf entscheiden können. Die Smart Contracts arbeiten auf Blockchains, werden aber nicht von allen unterstützt. 

Grundsätzliche Aussage als Fazit: Jede Blockchain ist ein Distributed Ledger, aber nicht jeder Distributed Ledger ist eine Blockchain. 

Einführung in Bitcoin und Kryptowährungen

Quelle: PC Magazin
Im Tutorial erklären wir die wichtigsten Grundlagen zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

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