Kryptowährungen

Bitcoin, Ethereum & Co.: Wichtige Sicherheitstipps, bevor Sie investieren

Bitcoin, Ethereum und mehr sind seit Ende 2020 wieder in aller Munde. Bevor Einsteiger investieren und kaufen, sollten Sie sich zum Thema Sicherheit einlesen.

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Kryptowährungen gibt es teilweise seit über 10 Jahren. Noch älter sind Betrugsmaschen, mit denen Einsteiger reingelegt werden.

Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, IOTA, Theta und viele mehr schaffen es immer wieder, bei Nutzerinnen und Nutzer in den Fokus zu rücken. Plötzliche Kursanstiege – die ebenso schnell wieder fallen können – scheinen das große Geld bei minimalem Aufwand zu versprechen. Unbedachte Anfänger laufen dabei Gefahr, nicht nur durch mehr oder weniger „natürliche“ Marktentwicklungen Geld zu verlieren, sondern auch durch Cyberkriminelle.

Solche versprechen einen einfachen Einstieg oder ködern mit Giveaways und bringen Unerfahrene mit teilweise alten Maschen, aber scheinbar neuartigen Methoden um ihr Erspartes. Wir sammeln in diesem Artikel typische Methoden, auf die Sie im Web, auf Social-Media-Portalen, in Messenger-Gruppen oder anderen Quellen stoßen können, die Sie gleich misstrauisch machen sollten.

Tipp 1: Niemand schickt Ihnen eine Einzahlung doppelt zurück!

Microblogging-Dienste wie Twitter, Krypto- und Trading-Gruppen auf Telegram oder andere Sammelplätze für Interessierte wimmeln vor Gefahren. Eine häufige Masche, auf die Einsteiger stoßen: Scheinbar große und vertrauenswürdige (Fake-)Accounts versprechen, Ihnen den mehrfachen Wert einer Einzahlung gleich zurückzuzahlen, wenn Sie einen Betrag X für Kryptowährungen („Coins“) an eine angegebene, öffentliche Adresse schicken.

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Alte Masche: Unter einem SpaceX-Tweet veranstaltet ein falscher Elon Musk ein Gewinnspiel.

Machen wir es kurz: Das ist in der Regel großer Quatsch! Genauo wenig, wie Sie sich von einer (Online-)Bank oder einem Online-Bezahlsystem zu einer Überweisung überreden lassen sollten, um den doppelten oder mehrfachen Betrag zurückzuerhalten, sollten Sie auch beim digitalen Kryptogeld nicht darauf anspringen.

Sollte doch einmal ein seriöser Account ein entsprechendes Gewinnspiel (Giveaway) veranstalten, prüfen Sie die Quelle mehrfach – etwa durch offizielle Angaben für verifizierte Konten oder unabhängige Stimmen anderer Nutzerinnen und Nutzer. Doch auch seriöse Online-Profile können gehackt werden. Im Zweifel lassen Sie einfach die Hände von derartigen Aktionen.

Tipp 2: Augen auf bei Airdrops, Forks und Co.

Einige Entwickler von Kryptowährungen spalten Projekte aus verschiedenen Gründen auf, was oft einen neuen „Coin“ zur Folge hat – dabei wird eine Blockchain geforkt, also gespalten, und beide Stränge bestehen unabhängig voneinander weiter. Das bekannteste Beispiel dürfte Bitcoin und Bitcoin Cash sein. Die „neuen“ Coins gibt es in der Regel kostenlos für Nutzende, die den „Ursprungs-Coin“ zum Zeitpunkt der Spaltung im Besitz haben. Um den „geforkten“ Coin zu erhalten, bedarf es meist fortgeschrittenerer Techniken, beispielsweise das Einrichten einer speziellen Wallet für den neuen Coin und bestimmte Einstellungen.

Sicherheit

Auf PCs und Mobilgeräten verstecken sich Trojaner in vermeintlich nützlichen Programmen und hoffen darauf, dass sie von arglosen Nutzern installiert…

In die gleiche Richtung gehen viele sogenannte Airdrops. Zwar kann es sein, dass ein Kryptoprojekt aus bestimmten Gründen zusätzliche Coins erzeugt oder zu verschenken hat, die Nutzende kostenlos erhalten. Hieraus ergibt sich aber ein großes Potenzial für Cyberkriminelle, ahnungslose Nutzer auszunehmen.

Worauf Sie auf keinen Fall reinfallen sollten: Webseiten, die einen Fork-Coin oder Airdrop versprechen, indem Sie Ihren privaten Schlüssel oder gar die Coins selbst über eine Online-Eingabemaske einsenden. Genauso wenig, wie Sie einem Online-Shop Ihre Bankdaten geben, damit dieser sich um Ihr „Wohl“ kümmert, sollten Sie Coin-Anbietern Ihre sensiblen Zugangsdaten überlassen.

Tipp 3: Online-Anbieter, die einen einfachen Bitcoin-Einstieg und Gewinne versprechen

Vorab: Es gibt seriöse Anbieter wie etwa Coinbase oder Binance sowie Broker-Plattformen wie beispielsweise Etoro, die Ihnen einen einfachen Zugang auf den Kryptomarkt verschaffen können. Im Fahrwasser der etablierten Anbieter gibt es aber auch viele schwarze Schafe, von denen Sie nie mehr hören, nachdem Sie Geld überwiesen haben oder Ihre Kreditkartendaten eingegeben haben.

Die besten Security-Suiten

Die Corona-Pandemie eröffnet Cyberkriminellen eine Vielzahl an neuen Angriffsmöglichkeiten. Eine gute Sicherheits-Software schützt davor.

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg warnt Mitte Januar 2021 vor einer Masche, bei der für auffällig niedrige Investments das große Geld versprochen und gar eine falsche Wertentwicklung angegeben wird.

  1. Nachfolgende Telefonate von vermeintlichen Experten, die zu weiteren Einzahlungen raten;
  2. hohe Gebühren für zusätzliche Dienste oder Auszahlungen und
  3. nach entstandenem Misstrauen folgende Kontaktaufnahmen von Scheinanwälten, die
  4. das verlorene Geld gegen weitere Zahlungen wiederbeschaffen wollen,

klingen wie das „Best of“ von Online-Fallen aus den vergangenen 25 Jahren.

Weitere Tipps: Allgemeine Vorsicht

Anders als bei Paypal oder einer Sofortüberweisung bei ihrer Bank gibt es keine kontrollierende und regulierende Instanz, die sich im Schadensfall etwa durch eine fehlerhafte Überweisung um eine Korrektur kümmern kann. Beim Handling mit Kryptoadressen beispielsweise gilt es zwingend, keine Fehler beim Kopieren der eigenen oder fremden Empfängeradressen zu machen. Möchten Sie Kryptobestände also verschicken, prüfen Sie Angaben (auch die Höhe der Transaktionsgebühren) für Empfänger lieber doppelt und dreifach, bevor Sie sie bestätigen.

Natürlich sichern Sie Ihre Kryptowährungen genau wie alle anderen digitalen Güter: Hauptschlüssel bzw. private Schlüssel sollten Sie sicher verwahren – ohne Gefahr laufen zu können, sie selbst zu verlieren oder dass jemand anderes darauf Zugriff erhält. Zugänge zu Online-Portalen sichern Sie mit ausreichend aufwändigen Passwörtern und zusätzlich einer Zwei-Faktor-Authentifizierung.

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Sie fühlen sich mit guten Passwörtern online noch nicht sicher? Wir zeigen, wie Sie Konten per 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) doppelt absichern.

Wer Kryptowährungen kauft und darauf spekuliert, sie für die Zukunft aufzuheben, sollte dedizierte (Hardware-)Wallets mit bombenfest gesicherten Zugangsdaten benutzen und sein Geld nicht dauerhaft Börsen anvertrauen. Solche können den Support für einen Coin einstellen, gehackt werden oder aus anderen Gründen den Zugriff auf Ihr Geld verwehren – wenn Sie sich nicht laufend informieren und über entsprechende Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben.

Die Vergangenheit hat zwar laut einigen Berichten gezeigt, dass „früher gekaufte und mittlerweile vergessene Bitcoins“ durchaus für Überraschungen sorgen können: einerseits Euphorie durch vermeintliche Reichtümer, die sich aber erledigt haben, wenn Sie andererseits den Zugangsschlüssel nicht mehr haben oder feststellen, dass ein Online-Anbieter in der Zwischenzeit pleite gegangen ist. Weitere Sicherhits-Tipps haben wir bereits 2018 gesammelt, als Bitcoin und Co. ebenso in den Fokus rückten. Schauen Sie dafür in den folgenden Artikel.

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