Rechte, Vorsichtsmaßnahmen und Co.

App-Berechtigungen im Griff: Das müssen Sie wissen

13.11.2017 von Lennart Holtkemper

Kaum eine App kommt ohne Berechtigungen aus. Wir erklären, was hinter den App-Rechten steckt, wann Sie vorsichtig sein sollten und mehr.

ca. 2:10 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. App-Berechtigungen im Griff: Das müssen Sie wissen
  2. App-Berechtigungen im Griff: Rechte einschränken, Updates und meh
  3. App-Berechtigungen im Griff: Hier müssen Sie aufpassen
  4. App-Berechtigungen im Griff: Permission Friendly als App-Tipp
Shutterstock Smartphone Schloss
Wir erklären, was hinter den App-Rechten steckt, bei welchen Vorsicht gut ist und wie Sie neugierigen Apps Einhalt gebieten.
© Shutterstock - Niyazz

Smartphones ohne Apps wären wie Autos ohne Reifen: unvollständig. Unter unseren Fingern verrichten im Schnitt 30 verschiedene Apps pro Monat ihren Dienst. Nur die Fantasie vermag ihrer Funktionsvielfalt Grenzen zu setzen – und Androids App-Berechtigungen. 

Viele Anwendungen sind kostenlos verfügbar, denn die wenigsten Nutzer sind bereit, Geld für eine App auszugeben. Die Entwicklung ist natürlich nicht kostenlos. So zahlen wir bei Gratis-Apps häufig auf andere Weise: mit Werbung oder unseren persönlichen Daten. 

Durch vorschnell gewährte App-Berechtigungen können diese leicht in falsche Hände gelangen. Wer will schon, dass eine Anwendung seinen Terminkalender oder die Kontakte scannt? Außer natürlich, dies gehört zwingend zum Funktionsumfang.

Was sind App-Berechtigungen?

Unter Android wird jede App standardmäßig vom System und anderen Apps isoliert ausgeführt. Möchte die Anwendung auf Daten und Funktionen außerhalb dieses Bereichs zugreifen, benötigt sie die Erlaubnis des Systems. Hier kommen die Berechtigungen zum Tragen. 

Android unterscheidet dabei zwischen "normalen" nicht zustimmungspflichtigen und "gefährlichen" zustimmungspflichtigen Berechtigungen. Diese gehören jeweils einer Berechtigungsgruppe an. Installieren wir eine App, wird ihr automatisch ein Pool aus "normalen" unkritischen Berechtigungen gewährt. 

Beispielsweise das Recht, ein Icon zu erstellen oder das Internet zu nutzen. Sollte die App darüber hinaus weitere Berechtigungen benötigen, fordert sie unsere Zustimmung vor dem Download oder während der Benutzung ein. Wer zum Beispiel das erste Mal eine Sprachnachricht über einen Messenger senden möchte, muss der App das Nutzungsrecht des Mikrofons einräumen. 

Diese "gefährlichen" Berechtigungen können Sie der App im Nachhinein wieder entziehen. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel. Um die Berechtigungen einer App vor der Installation einzusehen, scrollen Sie im Play Store auf der Downloadseite nach unten. Tippen Sie hier auf Berechtigungsdetails. Kritische Berechtigungen stehen immer weit oben, damit man sie nicht übersieht.

Berechtigungsdetails App Store
Bevor Sie eine neue App herunterladen, klicken Sie auf Berechtigungsdetails.
© Screenshot App Store

Das sagt der Entwickler

Für Ivo Heckmann, Chef der App-Entwicklerschmiede Codivo, ist eine seriöse App vor allem transparent und sollte den Rechte-Gebrauch erläutern. "Für Nutzer ist es leider schwer zu erkennen, was die App mit den Daten macht." Er rät dazu, nur die Rechte zu gewähren, bei denen man bereit ist, die Informationen mit dem Anbieter zu teilen. "Das ist bei jedem individuell. Für mich wäre die Möglichkeit, dass eine App Gespräche mitschneidet bedenklicher als das Erstellen eines Bewegungsprofils." 

Jeder muss also für sich entscheiden, ob er einer App vertraut oder ihr gegebenenfalls Rechte entzieht. Im Zweifel ist das freilich der Funktionalität abträglich. Der Play Store testet nicht, ob sich der Rechtegebrauch im Funktionsumfang der App widerspiegelt. "Google überprüft nur Copyright-Verstöße und grundsätzliche technische Punkte. Ansonsten ist der Prozess wenig transparent", so Heckmann. 

Er selbst hatte noch keine Anfrage, eine App als Datenkrake zu entwickeln. "Die meisten Anbieter versuchen, ihr Alleinstellungsmerkmal gut umzusetzen", ist er überzeugt. "Sie haben nichts davon, Nutzerdaten abzugreifen und zu verkaufen. Insbesondere kleine Anbieter nicht." Seines Erachtens würden diese riskieren, dass ihre App kaum geladen wird, wenn sie Rechte verlangt, die für die Funktion nicht nötig sind.

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