Kabelsalat

A/V-Schnittstellen und -Kabel glasklar erklärt

27.12.2007 von Redaktion pcmagazin

HDMI, SCART oder Composit: Für die Bild- und Tonübertragung gibt es viele Kabelstandards. Auf den folgenden Seiten entwirren wir für Sie die Strippen.

ca. 3:25 Min
Ratgeber
  1. A/V-Schnittstellen und -Kabel glasklar erklärt
  2. Teil 2: A/V-Schnittstellen und -Kabel glasklar erklärt
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Strippengewirr: Die Vielfalt an unterschiedlichen Kabeln ist groß.
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Die Schnittstellen oder Anschlussbuchsen an einer Grafikkarte, der Soundkarte, dem Monitor und Fernseher oder dem Boxensystem nebst Receiver oder Verstärker werden immer umfangreicher. Neue Übertragungsstandards, wie beispielsweise hochauflösende Video- und Fernsehstandards, erweitern zusätzlich die Schnittstellenvarianten. HDMI oder DVI sind beispielsweise die Namen von zwei der neuen digitalen Zauberbuchsen.

Bei der Weitergabe von Video- und Audio-Signalen spielt das Verbindungskabel und der Signal-Standard eine entscheidende Rolle für die Übertragungsqualität. Bestes Kupfer als Signalader und vergoldete Steckerflächen sind noch lange nicht ein Garant für ein gutes Bild oder einen sauberen Ton. Auf jedes Kabel strahlen beispielsweise Störquellen ein. Je kürzer das Kabel, desto geringer sind die Übertragungsverluste.

Die Scart-Verbindung

Das Universalkabel mit dem breiten Stecker erlaubt vielfältige Anschlüsse, aber nur, wenn Sie beim Kauf auf ein hochwertiges Kabel setzen, bei dem alle 21 Pole genutzt werden. Fragen Sie im Zweifelsfall den Fachverkäufer oder informieren Sie sich über den Text auf der Verpackung. Billige Scart-Kabel, oft im Supermarkt in der Kassenzone ausliegend, liefern meist nur das Audio-Signal auf zwei Leitungen und das FBAS-Videosignal.

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Scart-Buchse und Stecker
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Das Bild dieses Signaltyps zeigt sich aber in der Regel verwaschen und farblos im Vergleich zu den anderen beiden Signalen, die nur ein hochwertiges Kabel mit 21 belegten Polen liefert. Sind zudem die einzelnen Leitungen nicht gegeneinander abgeschirmt, stören sie sich oft gegenseitig, diesen Effekt nennt man Übersprechen.

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Über einen Scart-Anschluss werden gleich mehrere Signale übertragen.
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Das benutzte Videosignal müssen Sie beim Fernseher, Videorecorder oder DVD-Player meist manuell über das jeweilige Gerätemenü einstellen. Die beste Wahl dabei wäre RGB, dann Y/C und erst als allerletzte Option sollten Sie FBAS als Übertragungsstandard in Erwägung ziehen.

Composit-Video

Beim FBAS-Videosignal (Farb-Bild-Austast-Synchronsignal) werden die Bildinfos nicht in einzelne Kanäle gesplittet, sondern als ein zusammengeführtes (Englisch: Composit-) Signal übermittelt. Alle Farbinfos sowie die der Helligkeit werden über eine geringe Bandbreite übertragen. Das hat zur Folge, dass die Farbbrillanz und die Schärfe darunter leiden.

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Composit-Video-Kabel übertragen alle Bildinformationen nur über eine Leitung.
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Bei älteren, analogen VHS-Abspielgeräten fällt das zwar weniger ins Gewicht, aber bei modernen, digitalen DVD- und Festplattenrecordern führt das zu Franseneffekten, oft auch als Perlenkontur bezeichnet. Zudem wirken die Farben nicht natürlich und matt. Das über Composit-Video-Kabel übertragene FBAS-Signal sollten Sie nur im Notfall verwenden. Die Bildqualität von Composit-Video ist im Vergleich zu S-Video und Komponenten- Signalen die schlechtere Wahl.

Komponentenvideo

Komponentenverbindungen übermitteln die Videosignale separiert auf einzelnen Kanälen. Das gebräuchlichste Signal ist die direkte Übertragung von RGB (Rot, Grün, Blau) über jeweils eine Leitung.

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Komponentenvideo
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Um eine größere Störsicherheit zu erhalten, wird das YUV-Signal benutzt. Wie bei Y/C wird das Helligkeitssignal Y gesondert übermittelt. UV steht für zwei so genannte Farbdifferenzsignale, aus denen die dritte RGB-Farbe bestimmt wird. UV heißt auch Pb und Pr oder nur BR (Blau, Rot). Das Gesamtsignal nennt sich dann YPbPr oder YBR. YUV findet sich eher in professioneller Videotechnik, aber immer mehr A/V-Receiver bieten auch für den ambitionierten Videofreund diese Anschlüsse. Komponentenvideo liefert eine bestechende Schärfe und brillante Farben.

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Über Komponentenvideo lassen sich zwei unterschiedliche Signale übermitteln.
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Obwohl YUV und RGB über gleich viele Leitungen übermittelt werden, sind beide Signale nicht zueinander kompatibel. Deshalb müssen die Quelle des Signals als auch der Empfänger die gleiche Sprache sprechen also entweder zu den Signalen YUV- oder RGB-kompatibel sein.

Hoside (S-Video)

Diese Kabelverbindung kennen Techniker gleich unter mehreren Bezeichnungen: Hoside oder Mini-DIN heißen Stecker und Buchse, das übertragene Signal Y/C oder S-Video. Bei diesem Standard wird das Videosignal in seinen Helligkeitsanteil und seinen Farbanteil zerlegt und diese Informationen getrennt übermittelt. Das Verfahren spart zwar wie Composit-Video an Bandbreite, liefert aber immer noch ansehnliche Qualität. Das Farbflimmern des Composit-Signals gibt es bei S-Video nicht, die aufgeteilten Informationen sind ein Gewinn für Auflösung, Farbbrillanz und Schärfe.

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S-Video ist eine der gebräulichsten Verbindungen zwischen Videogeräten.
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Wenn ein Fernseher nicht über eine eigene Hosiden-Buchse verfügt, lässt sich das Y/C-Signal über ein voll belegtes Scart-Kabel einspeisen. Passende Adapter von Hoside auf Scart gibt es im Handel.

VGA-Schnittstelle

Der analoge VGA-Anschluss stammt aus der Welt der Computer als Verbindung von Grafikkarte und Monitor, ist aber auch bei Beamerproduzenten als Universalanschluss beliebt. Die VGA-Buchse bei Projektoren ist aber oft als hochwertiger Komponenteneingang geschaltet und es ist hier ein entsprechendes Anschlusskabel notwendig.

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Die VGA-Schnittstelle ist in der Regel bei CRT-Monitoren (Röhrenmonitor) im Einsatz.
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Die grundlegenden Signale der VGA-Monitorschnittstelle sind die Leitungen für Rot, Grün und Blau, auch als RGB bekannt. Diese übertragen die drei Farbinformationen für jedes einzelne Pixel. Darüber hinaus gibt es eine VSYNC- und eine HSYNC-Leitung. Über VSYNC wird die vertikale Synchronisationsfrequenz, die so genannte Bildwiederholfrequenz, festgelegt. HSYNC übermittelt die horizontale Synchronisationsfrequenz, die Zeilenfrequenz.

Einige Flachbildschirme bieten oft nur noch eine digitale DVI-D oder DVI-I-Schnittstelle. Nur an die DVI-I-Buchse einer Grafikkarte lassen sich per Adapter auch die alten analogen Röhrenmonitore anschließen. Es gibt allerdings auch viele TFTs mit VGA- oder beiden Eingängen.

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