Ultra HD

8K statt 4K - lohnt es sich zu warten?

22.9.2015 von Roland Seibt

In vielen Medienberichten kann man lesen, dass die 4K-Auflösung übersprungen werden soll und direkt an 8K gedacht wird. Ist das wirklich sinnvoll? video-Experte Roland Seibt bezieht Stellung.

ca. 1:55 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
8k statt 4k
Der japanische Fernsehsender NHK war einer der ersten, der mit 8K-TV experimentierte. Dort bezeichnet man Ultra HD TV mit 8K als Super Hi-Vision.
© NHK 1

So richtig ist die 4K-Ultra-HD-Technik noch gar nicht in Fahrt gekommen, da gibt es schon erste Unkenrufe, dass sie überholt sei. Von allen Seiten hört man, dass 4K, also 3.840 x 2.160 Pixel Auflösung, ja nur Phase eins der Ultra-HD-Einführung sei und dass 8K am Ende des Weges schon aufblitzen würde. Tatsächlich starten Testübertragungen nun mit noch mal dem Vierfachen von 4K (8K = 7.680 x 4.320 Pixel), und selbst die konservativen öffentlich-rechtlichen Stationen ließen verlauten, dies sei das System, wo sich die Aufrüstung dann richtig lohne.

Kaufen wir also mit den hypermodernen 4K-TVs bereits Auflaufmodelle? Mitnichten! Viel mehr drücken sich ARD und ZDF so vor schnellen Ausgaben in Sende- und Produktionstechnik. Wer weiß, dass solches Investitionsgut auf zwanzig Jahre abgeschrieben werden muss, sieht, dass die Sender sich anscheinend eben erst 720p-Studios gekauft haben.

Beamer: DLA-VS4800
Erst 2013 kam von JVC mit dem DLA-VS4800 ein Beamer, der nativ 8.192 x 4.800 Bildpunkte darstellen konnte.
© JVC

In weiteren zehn Jahren könnte tatsächlich 8K-Equipment nur unwesentlich teurer sein als 4K-Geräte. Vor diesem Hintergrund ist Zurückhaltung dann sinnvoll. Dass in 8K aufgezeichnet und produziert wird, heißt übrigens noch lange nicht, dass auch so ausgestrahlt wird. Bei Regie, Schnitt und Mastering sollte immer ein Headroom an Auflösung, Farbumfang und Bittiefe existieren, damit Ausschnitte nicht unscharf erscheinen oder Farben am Limit sind.

Gleiches gilt natürlich für die Filmbranche. Auch hier sollen Filme qualitativ deutlich besser gespeichert werden, als sie im Kino gezeigt oder für zu Hause aufbereitet werden. News über 8K-Abtastung, neue Kameras und Produktionsmethoden bedeuten lange noch nicht, dass dies den Endkunden so erreichen soll. Und das muss es auch nicht.

Ersten 8K-Übertragungen des NHK
Bei den ersten 8K-Übertragungen des NHK reichte die Bilddiagonale mit 13 Metern für die Raumgröße eigentlich nicht aus. Es ging um eine Machbarkeitsstudie einer Liveproduktion und weltweiten Übertragung in der maximalen Schärfe.
© Weka/ Archiv

Vorreiter der ultrahohen Auflösung war der japanische Staatssender NHK. Schon im Jahr 2000 wurde mit der Forschung am 4.000-Zeilen-TV begonnen, und zwei Jahre später gab es erste Demos. Dabei wurde durchaus abgewogen, was technisch machbar werden würde und was davon sinnvoll ist. 8K ist dabei absolut faszinierend, weil man bis auf wenige Zentimeter an ein gigantisches Bild herantreten kann, ohne Pixel zu erkennen. Aber es wurde ganz klar gesagt, dass dies nur für Kino und Public Viewing gedacht sei, wo Diagonalen jenseits der zehn Meter üblich sind.

sharp 8k TV
Sharp optimierte die TFT-Ansteuertechnik und verdünnte die Leiterbahnen in LCD-Panels. Der Hersteller konnte so das weltweit erste 8K-Panel produzieren – stolze 85 Zoll groß.
© Weka/ Archiv

Schon vor vielen Jahren wurde festgestellt, dass 4K für „normale“ Bilddiagonalen bis 100 Zoll bei einem Betrachtungsabstand von zwei Metern keinen erkennbaren Nachteil böte. Vielmehr wurde auch bei Farbdarstellung, Kontrast und Schlierenbildung geforscht und erhöhte Anforderungen dafür definiert.

Lesetipp: Ultra-HD Blu-ray - was die neue Scheibe bringt

Und genau das ist es, was heutigem 4K noch fehlt. 4K ist kein Auslaufmodell, sondern wird in seiner perfekten Qualität, also mit mehr Farben, Brillanz, Bewegungsschärfe und Durchzeichnung erst noch kommen. Wir brauchen kein 8K, sondern perfektes 4K.

Mehr lesen

Chronologische Liste und Netflix-Links

Marvel-Filme- und -Serien: Das ist die richtige Reihenfolge

Neuerscheinungen in der Übersicht

Netflix: Neue Filme und Serien

Vorschau auf Film- und Serien-Highlights

Amazon Prime Video: Neuheiten

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

DVB-T2

HDTV via Antenne

Kommt DVB-T 2 früher als geplant?

Die ARD will die Umstellung auf DVB-T 2 schneller umsetzen als geplant. Der Fortschritt macht den TV-Empfang per Antenne attraktiver. Hier ein…

Clarea 55 Media, Metz

55-Zoll-LCD-Fernseher

Metz Clarea 55 Media im Test

Metz bietet seine aktuellen Fernseher deutlich günstiger an als bisher. Wirkt sich der niedrigere Preis auch auf die Qualität aus? Wir haben den…

Samsung UE105S9W Curved TV

Curved TV

Samsung UE105S9W im Test

Groß, scharf, breit, kurvig und sehr exklusiv: Wir haben den Curved TV Samsung UE105S9W im 105-Zoll-Breitbildformat direkt beim Hersteller getestet.

Sony KD 75X9405C

UHD-TV

Sony KD-75X9405C im Test: Perfektion in Bild und Ton?

92,0%

Der Sony KD-75X9405C setzt auf ein kontrastmaximiertes Riesenpanel mit 75 Zoll. Im Test prüfen wir den UHD-TV.

Sony KD65XE9305

UHD-Fernseher

Sony KD65XE9305 im Test: Eleganz in Brillanz

87,0%

Sony gelingt mit dem KD65XE9305 ein eleganter, erstaunlich schlanker 65-Zoll-Fernseher, der mit exzellenter Brillanz punktet. Hier unser Test.