Kugelpanoramabilder

360-Grad-Fotografie: Tipps und Tricks

16.8.2016 von Maximilian Weinzierl

Die 360-Grad-Fotografie ist eine echte Herausforderung. Mit unseren Tipps und Tricks gelingen Ihnen tolle Kugelpanoramabilder.

ca. 3:20 Min
Ratgeber
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  1. 360-Grad-Fotografie: Tipps und Tricks
  2. 360-Grad-Fotografie: Tipps zum Ablauf
Asamkirche Kuppel
Die Klosteranlage an der Donau ist immer einen Besuch wert, sei es wegen der weltbekannten Asamkirche oder wegen der Klosterschenke mit dem berühmten dunklen Bier.
© Maximilian Weinzierl

Wenn man im Hauptraum der Weltenburger Asamkirche steht, ist man erst mal überwältigt von der prachtvollen Ausstattung. Reiche Verzierungen, Gold und Marmor, unzählige Details; Statuen und Gemälde, die Geschichten erzählen. Und alles strebt empor zur Kuppel, die den Himmel versinnbildlicht - mit Gottvater, Jesus und Maria. Und im Zentrum von allem schwebt der Heilige Geist.

Wie kann diese Fülle von Motiven auf einem Foto festgehalten werden? Eine Möglichkeit besteht darin, ein 360-Grad-Kugelpanorama anzufertigen, in dem der Betrachter visuell spazieren gehen kann. Eine großartige Illusion, bei der jeder selbst bestimmt, was er im Raum ansehen will. Die Produktion der benötigten runden Einzelbilder soll aber in der Kirche möglichst ohne großes Aufsehen zu erregen ablaufen. Novoflex hat für solche Gelegenheiten ein Panorama-Aufnahmesystem konzipiert, das mit der Kamera auf dem Einbeinstativ funktioniert - quasi im Handumdrehen.

Komponenten und Justage

Panorama-Equipment: Die Bilder für diese 360°-Kirchen-Kugelpanorama-Experimente wurden mit dem Sigma 3,5/8 mm EX DG an den Vollformatkameras Nikon D800 und Nikon D810 fotografiert. Mit einem Bildwinkel von 180° in alle Richtungen ist das lichtstarke Fisheye-Objektiv ideal geeignet für sphärische Panoramen. Ferner kamen zum Einsatz: das Novoflex VR-System Slant, bestehend aus der Schnellkupplung Q= Mount, dem Panoramakopf QPL VR-Slant und der Kameraplatte; zudem ein Novoflex-Einbeinstativ und die spezielle Wasserwaage für Einbeinstative.

Nikon Panorama Equipment
Panorama Equipment für 360-Grad-Bilder.
© Maximilian Weinzierl

3, 4 oder 5 Aufnahmen

Das Equipment transportiert man am besten in zerlegtem Zustand zum Aufnahmeort. Dort angekommen, ist es aufgrund der eingravierten Skalen an den Schienen (die Einstellwerte merken oder markieren!) und den Schnellkupplungen mit Schwalbenschwanzprofil schnell zusammengebaut und in justiertem Zustand. Das Fotografieren läuft folgendermaßen ab: Kamera positionieren, Belichtung und Entfernung einstellen, das System nach der Wasserwaage ausrichten und auslösen.

An Locations mit Menschenandrang wie in der Weltenburger Asamkirche empfiehlt es sich, auf einen Zeitpunkt auszuweichen, wo möglichst keine Besucher vor Ort sind, zum Beispiel ganz früh am Morgen. Personen im Raum, die sich von Aufnahme zu Aufnahme von der Stelle bewegen, würden später eine weitreichende Retusche in einem Bildbearbeitungsprogramm erforderlich machen.

Kugelpanorama Bilder der Asamkirche
Kugelpanorama-Bilder der Asamkirche
© Maximilian Weinzierl

Eigentlich wären für den Zusammenbau eines fast lückenlosen 360-Grad-Kugelpanoramas drei Fotos ausreichend. Dazu müsste aber die Kamera auf dem Einbeinstativ jeweils um 120° - und zwar ziemlich exakt - weitergedreht werden; ein Drehwinkel, der ohne Hilfsmittel vom Fotografen nur schwer abzuschätzen ist. Besser, man entscheidet sich für vier Aufnahmen (s. oben) und dreht das System dabei um jeweils 90° weiter. Diesen 90°-Winkel kann man freihand leichter realisieren. Zur späteren Berechnung des Panoramas steht zudem ein größerer Überlappungsbereich zur Verfügung.

Justage des Zubehörs

Schritt 3

Komponenten

Equipment für Panoramabilder einstellen

Für die Panorama- und 360-Grad-Fotografie braucht es den Einsatz des richtigen Equipments. In dieser Galerie zeigen wir die richtige Justage.

Da die Kamera mit dem Fisheye-Objektiv auf dem Slant-System um 8° F A B C D E nach oben gekippt ist, kann auf eine zusätzliche Aufnahme des Zenits (Decke) verzichtet werden. Allerdings entsteht durch die Neigung nach oben ein Bodenloch (s. unten, links). Damit das Loch in der späteren Verarbeitung repariert werden kann, braucht man ein fünftes Bild - und zwar vom Boden. Dazu wird mit der freihändig gehaltenen Kamera nach unten fotografiert. Dabei ist es unvermeidlich, dass der Fotograf mit aufs Bild kommt. Das Bodenloch könnte auch, je nach Strukturierung des Bodens, im Nachhinein in Photoshop etc. wegretuschiert werden.

Kugelpanorama Bild Asamkirche
Kugelpanorama Bild Asamkirche.
© Maximilian Weinzierl

Ein Rasen ließe sich z. B. leicht digital auffüllen, ein Bodenmosaik ist weit schwieriger. Bei einem komplizierten, fein strukturierten Boden könnte man auch die Kamera auf dem Slant-System nach unten geneigt montieren. Dann ist der Boden perfekt auf dem Bild, und das Loch entsteht im Himmel. Wenn es sich dabei z. B. um eine durchgehend weiße Decke handelt, ist die Retusche kein Problem. Man entscheidet von Fall zu Fall, was den geringeren Aufwand nach sich zieht. Der gesamte Ablauf geht dann viel schneller vonstatten, als er hier beschrieben werden kann.

Anmerkung: Einige geringe Passerprobleme gibt es speziell bei diesem Bild im Bereich der Bodenplatten, was kleinen Abweichungen bei den fünf Einzelaufnahmen zuzuschreiben ist. Da kann man später bei der Verarbeitung der Einzelbilder solange herumschieben, bis es einigermaßen passend ist und nicht mehr auffällt, man kann die Ungenauigkeiten in Photoshop mit dem Pinselwerkzeug etc. retuschieren oder sie einfach tolerieren - als Zugeständnis an das Schnell-Panorama.

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