Wegen Windows-8-Kritik

Finanzchef verlässt Microsoft trotz starkem Wachstum

Es klingt für den Durchschnittsleser ein bisschen wie verkehrte Welt: Microsoft macht zwar fast 20 Prozent Plus bei Umsatz und Gewinn und die Aktie steigt, dennoch wird der Finanzchef Peter Klein das Software-Unternehmen verlassen. Microsoft steht unter Druck, wegen PC-Flaute und der niedrigen Akzeptanz der Nutzer für Windows 8.

© Hersteller/Archiv

Wegen Windows 8-Kritik: Peter Klein verlässt das Unternehmen nach elf Jahren.

Der Finanzchef Peter Klein wird Microsoft Ende Juni 2013 nach insgesamt elf Jahren Unternehmenszugehörigkeit verlassen. Als CFO war er dabei dreieinhalb Jahre beschäftigt. Die Nachricht kommt zusammen mit den aktuellen Geschäftszahlen des Windows-8-Entwicklers. So hat Microsoft von Januar bis März 2013 seinen Umsatz von 15,7 auf 20,5 Milliarden Euro steigern können, der Gewinn stieg dabei von rund 5,1 auf 6,1 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 18 beziehungsweise 19 Prozent.

Dabei überbot Microsoft sogar die Erwartungen der Analysten, die Aktie stieg dementsprechend um zwei Prozent. Gute Arbeit für einen Finanzchef könnte man meinen, doch Microsoft entschied sich dennoch dazu, die Stelle von Peter Klein neu zu besetzen. Ein Nachfolger soll demnächst "aus den eigenen Reihen" bestimmt und bekannt gegeben werden. Microsoft sieht sich wie derzeit die gesamte IT-Branche mit schwindenden Absätzen auf dem PC-Markt konfrontiert.

Verschiedene Seiten gaben unter anderem Windows 8 die Schuld an den einbrechenden Verkaufszahlen. Im ersten Quartal 2013 soll es laut Marktforscher IDC einen fast 14-prozentigen Rückgang bei den Verkäufen von Desktop- und Notebook-Rechnern gegeben haben, so groß wie noch nie seit Beginn der Messung im Jahr 1994. Dabei waren die Verkaufszahlen von Windows 8 positiv. 75 Tage nach Release von Windows 8 seien über 60 Millionen Lizenzen verkauft worden.

Dazu kommt das starke Firmengeschäft, bei dem vor allem die Office-Software gut abschnitt. Auch die Xbox-Spiele-Sparte schrieb schwarze Zahlen. Der Microsoft-Gewinn wird dabei jedoch durch hohe Marketing-Ausgaben für Windows 8 sowie eine Strafe der EU geschmälert, wie Reuters Deutschland schreibt. Die EU-Kommission erlegte Microsoft eine Strafe wegen Marktmissbrauchs auf. Der Grund: Die Redmonder hätten dem Nutzer bei Windows 7 aktiver die Möglichkeit geben sollen, andere Browser als den Internet Explorer zu nutzen.

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