GWX wird ausgehebelt

Windows 10: Update-Hinweis kommt trotz Sperre per GWX-Tool wieder

Der GWX Stopper (jetzt GWX Control Panel) sperrt unter Windows 7 und 8.1 den Hinweis auf das Windows-10-Update. Microsoft hat etwas dagegen und hebelt die Einstellungen des Tools per Windows Update immer wieder aus.

© Screenshot; Josh Mayfield

Mit dem GWX Control Panel können Sie das Windows-10-Update anpassen.

Das Windows 10 Update ist seit Juli verfügbar: Viele Nutzer sind umgestiegen, einige lassen sich noch Zeit oder möchten es einfach nicht und bleiben deshalb bei Windows 7 oder Windows 8.1. Wer sich nicht selbst an Anpassungen in der Registry oder Einstellungen in Windows Update traut, für den gibt es praktische Tools wie beispielsweise das GWX Control Panel (ehemals GWX Stopper). Dieses erlaubte Anpassungen am Microsoft-Tool GWX (das steht für „Get Windows X“), das für den Hinweis auf Windows 10 verantwortlich ist. Mit wenigen Klicks konnten Sie mit dem GWX Control Panel den Hinweis deaktivieren oder Windows Update gleich so einstellen, dass Windows 10 nicht aus Versehen automatisch installiert wird.

Das scheint Microsoft ein Dorn im Auge zu sein. Wie der Entwickler des Tools – Josh Mayfield – der IT-Website computerworld.com mitteilte, hat Microsoft sein Tool GWX so angepasst, dass Einstellungen im GWX Control Panel ständig wieder aufgehoben werden. Das Tool scannt dabei verschiedene Einstellungen am PC, die für den Hinweis, den Download oder die spätere Installation von Windows 10 verantwortlich sind. Mit Updates an GWX ändern sich die Einstellungen laut Mayfield ständig. Das Tool kann also nicht mehr zuverlässig arbeiten. Laut des Entwicklers plant Microsoft eine „aggressivere Update-Strategie“. Flächendeckend sollen die Nutzer auf Windows 10 umsteigen.

Der Konzern gab bereits im Oktober bekannt, wie das Windows-10-Update künftig in Windows Update behandelt wird. Noch in diesem Jahr soll Windows 10 auf Systemen mit Windows 7 und 8.1 unter Windows Update als „optionaler“ Download erscheinen. Im kommenden Jahr werde die Priorität umgestellt: auf „empfohlen“. Wer Windows Update also so eingestellt hat, dass empfohlene Updates automatisch installiert werden sollen, könnte in einer unachtsamen Minute das Windows-10-Setup anstoßen. Wer sich aktuell auf das Tool von Mayfield verlässt, könnte ebenso negativ überrascht werden. Microsoft versprach immerhin einen klaren Hinweis, bevor es zur Installation von Windows 10 kommt. Ob dieser jedoch deutlich genug sein wird, muss sich in der nahen Zukunft zeigen.

Lesetipp: Windows 10 – Sammelklage wegen Update-Problemen?

Für das Update auf Windows 10 ist weiterhin ein bestimmter Microsoft-Patch zuständig. Bis es ein Update für Mayfields Tool gibt, müssen Sie also in Windows Update den entsprechenden Patch KB3035583 löschen und sperren. Im verlinkten Artikel zeigen wir, wie das geht.

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