Online-Zwang

Windows 10 in Zukunft nur noch mit Microsoft-Konto nutzbar

Wer Windows 10 installiert, sieht mit bestehender Online-Verbindung nicht mehr die Option, ein Offline-Konto einzurichten. Alle Infos.

© Tim Kaufmann

Windows 10 lässt sich nur noch mit einem Microsoft-Konto uneingeschränkt nutzen.

Das aktuelle Windows 10 zeigt während einer Neuinstallation keine Option mehr für das Hinzufügen eines Offline-Kontos an. Wer die Installation und Einrichtung des Betriebssystems ohne weiteres abschließen möchte, soll sich mit einem Microsoft-Konto anmelden. Kappt der Nutzer die Internetverbindung – wie drwindows.de berichtet –, kann er Windows wie gewohnt nutzen. Erhält der Rechner aber wieder einen Internetzugang, landet der Nutzer nach einem Popup wieder im Einrichtungsassistenten und soll sich mit einem Microsoft-Konto anmelden, um die Installation abzuschließen.

Dieser erneute Schritt im Assistenten ließ sich abbrechen. Eine Offline-Nutzung war anschließend möglich. Ob und wie lange das so bleibt, ist unbekannt. Bisher war das Wegfallen der Offline-Funktion nur ein Test, vorwiegend in anderen Regionen. Aktuell scheint Microsoft diesen beendet und auch hierzulande als akzeptabel einzustufen.

Der Nutzer soll nach und nach dazu bewegt werden, Microsofts Dienste unter einem Konto zu nutzen. Was bei Google, Apple und Co. gang und gebe ist, soll also auch unter Windows, Microsoft Store, Xbox, Office, Azure und Co. Realität werden.

Mit einem Microsoft-Konto erleichtern Sie sich die parallele Nutzung auf mehreren Rechnern. Nicht nur der Zugriff auf digitale Kaufinhalte ist dann möglich, häufig genutzte Apps und deren Einstellungen lassen sich synchronisieren. Einzelne Apps mit verschiedenen Aufgaben können Informationen austauschen und Sie Ihnen zur Verfügung stellen.

Lesetipp: Windows 10 herunterfahren macht Probleme

Die Kehrseite ist natürlich, dass Microsoft Daten über Sie erhält. Ein Online-Zwang gefällt nicht allen Nutzern. Oft genug reicht ihnen ein einzelnes System – ohne moderne Cloud-Dienste und DRM (Digitales Rechte-Management, quasi: Kopierschutz), aber gerne mit einem Zugang zum Internet. Es bleibt abzuwarten, wie sich die allgemeine Haltung der Nutzer gegenüber Microsofts Vorstoß entwickelt.

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