Offizieller Release für Version 1803

Windows 10 April Update startet: Diese Änderungen wollte Microsoft fast verschweigen

Am Dienstag ist offizieller Release für das April Update, das Windows 10 auf Version 1803 bringt. Wir zeigen kleine, aber feine Neuerungen am Betriebssystem.

Windows 10: Datenschutz-Dashboard

© pc-magazin.de

Das Datenschutz-Dashboard in Windows 10 ist rund ein Jahr alt. Sie können und solltendort gerne regelmäßig reinschauen.

Am 8. Mai ist der offizielle Erscheinungstermin für das Windows 10 April Update. Der Release von Windows 10 1803 fällt auf den Patch Day im Mai, der am Abend beginnt. Laut Microsoft sollen die ersten Nutzer nun (wirklich) über Windows Update den fast 4 GB großen Download erhalten. Wie bei vorherigen Redstone-Updates gibt es große wie kleine Änderungen.

Den großen Neuerungen fürs Windows 10 April Update haben wir uns bereits in einem separaten Artikel gewidmet. Hier verraten wir Ihnen, welche kleinen Änderungen Sie auf dem Schirm haben sollten. Das kann vor allem zuvor gemachte Einstellungen treffen. Je nach Nutzungsgewohnheiten könnte die eine oder andere Anpassung Sie früher oder später nerven.

Ist die Aktualisierung für das April Update von Windows 10 durch, begrüßt Sie das Betriebssystem mit einem kurzen Dialogfenster - den "neuen" Expresseinstellungen. Dort können Sie die entscheidenden datenschutzrelevanten Einstellungen vornehmen. Das sind persönliche Informationen zum Standort, die Handschrifterkennung, zu übertragende Telemetriedaten, Werbeinformationen und mehr.

Ist dies erfolgt, gehen wir die Einstellungen von Windows 10 durch. Die PC-Einstellungen öffnen Sie mit Klicks auf die Sprechblase im Systembereich und anschließend „Alle Einstellungen“. Alternativ drücken Sie die Tastenkombination [Strg] + [i]. Folgende Änderungen werden Sie in den Menüs feststellen und gegebenenfalls wieder nach Ihren Vorstellungen einstellen wollen:

Auffällige Neuerungen 

Zuerst fällt auf, dass Microsoft verschiedene Schalter gruppiert hat. So gibt es etwa unter den Punkten Datenschutz oder „Erleichterte Bedienung“ Kategorien, in denen Microsoft Einstellungen zusammengefasst hat. Es scheint, lediglich eine Umsortierung stattgefunden zu haben. Dem ist aber nicht so. An einigen Stellen gibt es neue oder umgezogene Punkte. Das sind etwa der Windows 10 Autostart, der neben Task-Manager nun auch unter Einstellungen/Apps zu finden ist oder Einstellungen für den Zugriff auf das Dateisystem. Damit regeln Sie, ob Nutzer Zugriffsrechte auf Daten anderer Anwender erhalten oder Windows die jeweiligen Nutzerordner sperren soll. Neu ist auch der Aktivitätsverlauf, dem wir uns im Artikel zur Windows 10 Timeline gewidmet haben. 

Geänderte Einstellungen

Wir haben im Vorfeld der Veröffentlichung des April Updates unserer Windows-10-Rechner bereits festgestellt, dass Einstellungen an der Websuche in Windows 10 1803 einen Fehler mitbringen. Die Einstellung, Online-Dienste beim Suchen zu ignorieren, scheint nicht zu greifen. Sie können bei uns einen Registry Fix für die Windows 10 Websuche laden und anwenden. Dann zeigt Windows 10 nur noch lokale Suchergebnisse an.

Ein vorheriger Registry-Fix zum Deaktivieren von Cortana funktionierte auf unseren Rechnern weiterhin. Andere PCs könnten hier jedoch anders nach dem Update reagieren. Wenden Sie unseren Registry-Fix einfach (nochmal) an, bzw. prüfen Sie, ob eine Dritthersteller-Software oder ein Bug den jeweiligen Registrierungsschlüssel wieder in den Originalzustand versetzt hat. Das ergibt natürlich nur Sinn, wenn Sie wirklich auf Cortana verzichten wollen.

Wer klassisches Remotedesktop nutzt, wird feststellen, dass Rechner nach dem April Update unter Umständen keine Verbindungen mehr zulassen. Ein Blick in die Systemsteuerung offenbarte uns, dass die Konfiguration immer noch wie vorher war. Unter Einstellungen / System / Remotedesktop ist die Fernsteuerungsfunktion jedoch deaktiviert. Legen wir den Schalter um, funktioniert alles wieder wie gewohnt. Um künftig Probleme zu vermeiden, lassen Sie Ihren Admin das Feld prüfen. Ansonsten gibt es im Fall der Fälle viel unnötigen Stress.

Bereits mit dem Creators Update eingeführt wurde das Privacy- oder Datenschutz-Dashboard. Viele Nutzer scheinen die Online-Funktion vergessen zu haben. Die Möglichkeiten für besseren Datenschutz und mehr Privatsphäre sollten Sie jedoch nutzen. Links zum Dashboard finden sich bei vielen Datenschutzoptionen. Auf der Microsoft-Webseite können Sie nach einer Anmeldung mit Ihrem Konto viele Daten löschen, die Microsoft über Sie gesammelt hat. Dazu zählen Browserdaten, der Suchverlauf, registrierte Geräte und mehr. Wer hier besonders empfindlich ist, darf regelmäßig auf den Knopf fürs Löschen der Daten drücken.

Zuletzt könnte noch ein Blick in die Energieoptionen der Systemsteuerung helfen. Nutzen Sie Wake-on-LAN (WoL) könnten zuvor gemachte Einstellungen am Schnellstart rückgängig gemacht worden sein. In der Systemsteuerung unter Hardware und Sound / Energieoptionen / Systemeinstellungen / "Verhalten des Netzschalters definieren" drücken Sie zuerst auf "Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar." Dann lassen sich unten die Einstellungen für das Herunterfahren anpassen. Nutzen Sie WoL, entfernen Sie das Häkchen beim Schnellstart. Prüfen Sie dazu in den Netzwerkeinstellungen für den Adapter bzw. in dessen Treiber , dass der Empfang des "Magic Packets" gestattet wird.

Im Verlauf der nächsten Tage sammeln wir weitere Erfahrungen mit dem April Update und werden nach Möglichkeit weitere Punkte nennen, auf die Sie nach dem Update achten sollten. Wer mit Version 1803 zufrieden ist, kann wie nach jedem Redstone-Update den windows.old-Ordner löschen. Der findet sich im Normfalfall auf dem Systemlaufwerk (meist C:) und lässt sich über die Speichereinstellungen entfernen. Mit Glück schickt Windows 10 Ihnen nach dem Setup auch eine Anfrage, "alte Windows-Daten" zu löschen. Um Probleme zu vermeiden, sollten Sie mit der Löschung des alten Systems aber noch warten. Damit lässt sich später ein Downgrade durchführen.

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