Tempora schlimmer als Prism

Britischer Geheimdienst zapft Transatlantik-Kabel für Internet-Überwachung an

Eine weitere, großangelegte Schnüffelei wurde durch den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter und "Whistleblower" Edward Snowden aufgedeckt: das britische Program "Tempora". Der britische Geheimdienst hat dabei offenbar systematisch Internet- und Telefondaten aus Deutschland gesammelt.

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Prism: Die Briten haben ein noch stärkeres Abhörprogramm als die USA.
Prism: Die Briten haben ein noch stärkeres Abhörprogramm als die USA.
© Photo-K - Fotolia.com

Während die Aufregung über das amerikanische geheime Abhörprogramm "Prism" noch lange nicht abklingt, gibt es bereits Informationen über das womöglich noch umfangreichere Spionage-Programm "Tempora". Der britischen Geheimdienstes GCHQ (Government Communications Headquarter) hat im Rahmen dieses Programmes das Glasfaserkabel TAT-14 angezapft, welches einen Großteil der deutschen Übersee-Kommunikation (Telefon und Internet) überträgt.

Dies geht aus geheimen Unterlagen hervor, die der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter und jetzige Whistleblower Edward Snowden Medien zur Verfügung gestellt hatte. Bei der technischen Abwicklung der Abhöraktion sind offenbar große Telefongesellschaften behilflich. Es soll sich um Vodafone und die British Telecommunications handeln. Während Vodafone betont, sich an die in den jeweiligen Ländern geltenden Gesetzte zu halten und weitere Erklärungen ablehnt, hat die British Telecommunication bisher gar keine Stellungnahme abgegeben.

In der Politik erscheinen jetzt erneut die gewohnten Reaktionen zwischen mehr oder weniger echtem Erstaunen und Empörung sowie mehr oder weniger grundsätzlichen, juristischen oder politischen Erwägungen und Forderungen.

25.6.2013 von Joachim Drescher

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